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"Syrische Krise ist Krise der Kinder"

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Unicef - "Syrische Krise ist Krise der Kinder"

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Gewalt und Not: Unter dem jahrelangen Bürgerkrieg in Syrien leiden laut Unicef Millionen Kinder. Vor der Geberkonferenz in Brüssel fordert das Kinderhilfswerk langfristige Spenden.

Kinder in Syrien
Fünf Millionen syrische Kinder bräuchten Hilfe, so Unicef.
Quelle: dpa

Acht Jahre nach dem Beginn des Bürgerkriegs gibt es kein syrisches Kind mehr, das nicht von Gewalt und Vertreibung betroffen ist, sagt die Hilfsorganisation Unicef. Nun wollen Vertreter von mehr als 80 Staaten und Organisationen in Brüssel über neue Hilfen für das Bürgerkriegsland Syrien beraten. Allein Deutschland will die Arbeit von Unicef in diesem Jahr mit mehr als 131 Millionen Euro unterstützen.

Im vergangenen Jahr gab es laut Unicef mehr Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser in Syrien als je zuvor. Mehr als fünf Millionen Kinder bräuchten daher humanitäre Hilfe. Besonders ernst sei die Lage in den schwer erreichbaren Gebieten des Landes, in die Hilfsorganisationen nur selten vordrängen. Dort leben nach Angaben des Kinderhilfswerks rund 360.000 Kinder. Nötig seien daher "planbare, flexible und langfristige Hilfszusagen" für Syrien und seine Nachbarländer.

"Die syrische Krise ist heute eine Krise der Kinder", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland. "Jedes syrische Kind, dem wir den Besuch einer Schule oder eine Ausbildung ermöglichen, ist ein Hoffnungsträger dafür, dass die Rückkehr zu einem friedlichen Zusammenleben möglich ist."

UNO hofft auf Milliardenzusagen

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) kündigte anlässlich der Geberkonferenz an, Deutschland werde die Arbeit von Unicef in Syrien und im Irak 2019 mit 131 Millionen Euro unterstützen. Unter anderem fließe das Geld in Schulbildung und Ausbildung für syrische Kinder. 2018 sei so bereits 1,4 Millionen Kindern und Jugendlichen geholfen worden, darüber hinaus seien 300.000 Jungen und Mädchen mit psychosozialer Hilfe unterstützt worden.

Bei der Geberkonferenz am Donnerstag in Brüssel hofft die UNO auf Zusagen von fast neun Milliarden Dollar (knapp acht Milliarden Euro) zur Unterstützung syrischer Flüchtlinge. Demnach sind rund 5,5 Milliarden Dollar nötig, um 5,6 Millionen Menschen zu unterstützen, die in Nachbarländer wie den Libanon, Jordanien, die Türkei, den Irak oder nach Ägypten geflohen sind. Weitere 3,3 Milliarden Dollar sollen zur Verbesserung der humanitären Lage in Syrien eingesetzt werden.

Im vergangenen Jahr war die Brüsseler Konferenz unter dem Vorsitz von EU und UNO weit unter den Erwartungen geblieben. Statt der erhofften acht Milliarden Dollar kamen nur 4,4 Milliarden Dollar zusammen.

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