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Rohingya-Kinder ohne Perspektive - UNICEF warnt vor "verlorener Generation"

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Hunderttausende Rohingya aus Myanmar harren noch immer in Flüchtlingslagern in Bangladesch aus. UNICEF warnt, die Zukunft der Kinder stehe auf dem Spiel.

Ein Jahr nach der gewaltsamen Vertreibung der Rohingya aus Myanmar leben im benachbarten Bangladesch immer noch rund 500.000 Kinder in Flüchtlingslagern - die meisten von ihnen haben keinen Zugang zu Bildung. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF rief die Weltgemeinschaft auf, den Kindern eine Chance zu geben. Das UNICEF-Bildungsbudget für die Krise in Höhe von 28 Millionen Dollar (24 Millionen Euro) sei erst zur Hälfte gedeckt.

Rund 500.000 Kinder leben in Rohingya-Flüchtlingslagern. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF warnt vor fehlender Unterstützung bei der Schulbildung der Kinder.

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"Wenn wir nicht jetzt in die Bildung investieren, laufen wir Gefahr, eine verlorene Generation von Rohingya-Kindern heranzuziehen", sagte der UNICEF-Beauftragte in Bangladesch, Edouard Beigbeder. Es gebe zwar Lernzentren für 140.000 Kinder bis 14 Jahre, aber es gebe noch keinen richtigen Lehrplan und nicht genügend sichere Schulräume. Auch Jugendliche über 14 brauchten Angebote.

UN-Hochkommissar spricht von ethnischen Säuberungen

Die muslimische Minderheit der Rohingya wird im buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten verfolgt. Die Regierung verweigert den meisten die Staatsangehörigkeit und betrachtet sie als illegale Einwanderer, obwohl viele im Land geboren wurden: Ihre Vorfahren waren bereits mit den britischen Kolonialherren im 19. Jahrhundert im Bundesstaat Rakhine am Golf von Bengalen angekommen. Sie werden auch von der örtlichen andersgläubigen Bevölkerung angefeindet.

Nach einem Angriff von Rohingya-Rebellen Ende August letzten Jahres auf Polizeiwachen setzte das Militär nach Angaben der Geflohenen Rohingya-Dörfer in Brand und tötete Fliehende. 700.000 kamen in den folgenden Wochen in Bangladesch an. 200.000 Rohingya waren vorher schon dorthin geflüchtet.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, sprach von ethnischen Säuberungen, die UN-Sonderberichterstatterin Yanghee Lee von Merkmalen eines Völkermords. Myanmars Regierung hat sich bereiterklärt, die Menschen wieder aufzunehmen. Die Vereinten Nationen pochen aber auf Garantien, dass sie sich ihres Lebens dort auch sicher sein können.

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