Sie sind hier:

Beben in Indonesien - UNO: 191.000 Menschen brauchen Hilfe

Datum:

In den Erdbeben- und Tsunamigebieten auf der indonesischen Insel Sulawesi benötigen laut der Vereinten Nationen 191.000 Menschen Nothilfe. Das Land hat inzwischen um Hilfe gebeten.

Rettungskräfte in Trümmern auf Sulawesi
Quelle: reuters

Unter den Betroffenen seien 46.000 Kinder und 14.000 ältere Menschen, teilte das UN-Büro für die Koordinierung der Nothilfe (Ocha) mit. Viele der Betroffenen lebten demnach weit entfernt von den urbanen Zentren, auf die sich die Hilfe der Regierung meist konzentriere. Bei der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe am Freitag waren amtlichen Angaben zufolge mehr als 840 Menschen ums Leben gekommen.

Graben mit bloßen Händen

Indonesien hat inzwischen um internationale Hilfe gebeten. Bei den Rettungsarbeiten auf der Insel Sulawesi graben die Helfer zum Teil mit bloßen Händen, weil es an Gerät fehlt. Die Zeit, um in den Trümmern von eingestürzten oder weggeschwemmten Häusern noch Überlebende zu finden, wird immer knapper. Zudem gelangten die Einsatzkräfte erst nach und nach in die Gebiete, in denen die Serie von Erdbeben am Freitag besonders schlimm war.

Karte von Palu auf der indonesischen Insel Sulawesi
Karte von Palu auf der indonesischen Insel Sulawesi
Quelle: ZDF

Deshalb ist auch drei Tage nach dem schweren Erdbeben und Tsunami auf der Insel Sulawesi das Ausmaß der Katastrophe immer noch nicht klar. Die Behörden befürchteten, dass Tausende Menschen ums Leben gekommen sein könnten. Offiziell wurde die Totenzahl auf 844 angehoben, nachdem die Leichen von 34 Kindern, die an einem Bibelcamp teilgenommen hatten, aus Trümmern geborgen worden waren.

Von der Außenwelt abgeschnitten

Die Rettungsarbeiten gestalten sich chaotisch. Nur nach und nach trifft schweres Gerät ein. Unter anderem Thailand und Australien haben inzwischen ihre Hilfe angeboten. Fieberhaft wird versucht, das von zahlreichen Nachbeben erschütterte Katastrophengebiet, in dem 1,4 Millionen Menschen wohnen, zu evakuieren oder zumindest die Versorgung aus der Luft in den Gang zu bekommen. Teile der Insel sind wegen zerstörter Straßen von der Außenwelt abgeschnitten. In der besonders betroffenen Großstadt Palu wurde ein Massengrab ausgehoben, in dem Tote nach Feststellung ihrer Identität beigesetzt werden sollten.

Die Zahl der Opfer steigt weiter.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

An Tankstellen bilden sich kilometerlange Schlangen. Für Palu bestimmte Konvois mit dringend benötigten Lebensmitteln, Trinkwasser und Benzin warten auf Polizeieskorten, die sie vor Überfällen schützen sollten. Am Flughafen der Stadt mit ihren etwa 380.000 Einwohnern drängen sich Massen, um an Bord einer der Militärmaschinen zu gelangen, die die Menschen ausfliegen.

Frau lebend geborgen

In einem Stadtteil Palus, in dem etwa 1.700 Häuser vom Erdboden verschluckt wurden, als die Erde am Freitag zu beben begann, wurde nach Angaben eines Sprechers der Katastrophenschutzbehörde eine Frau in der Nacht lebend aus den Ruinen gezogen. "Wir wissen nicht, wie viele Opfer hier begraben sein könnten. Geschätzt sind es Hunderte." Besonders besorgniserregend ist die Lage in der nördlich von Palu gelegenen Region Donggala, wo 300.000 Menschen leben, sowie in zwei weiteren Bezirken unweit des Epizentrums, in denen die Kommunikation zusammengebrochen ist.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.