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UN-Sicherheitsrat - UNO verschärft Sanktionen gegen Nordkorea

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Nach den jüngsten Raketentests hat der UN-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Die neue Resolution enthält Ausfuhrverbote für Kohle, Stahl, Eisen, Blei, Fisch und Meeresfrüchte. Damit soll dem kommunistischen Land der Geldhahn zugedreht werden.

Thae Yong-ho war Vizebotschafter Nordkoreas in London. 2016 flüchtete er mit seiner Familie nach Südkorea. Seitdem berichtet er über die Zustände im Land und die Motive hinter Kim Jong Uns Handeln.

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Alle 15 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums stimmten für den Resolutionsentwurf, der von den USA eingebracht worden war. Es ist die achte UN-Resolution im Zusammenhang mit Nordkoreas Atom- und Raketentests seit dem Jahr 2006. Wirkung gezeigt hat bisher keine von ihnen - das kommunistisch regierte Land setzt seine Tests und sein Atomprogramm trotz aller Warnungen und Verstöße gegen bestehende UN-Resolutionen fort.

Drastische Beschneidung der Exporterlöse

Die jüngsten Raketentests verurteilt die zehnseitige Resolution auf das Schärfste und bezeichnet diese als "gewalttätige und unverhohlene Missachtung" bestehender Resolutionen. Der Exportbann betrifft Kohle-, Stahl- und Eisen-, Blei-, Fisch- und Meeresfrüchte-Ausfuhren. Damit würden dem international weithin isolierten Land die Exporterlöse um eine Milliarde Dollar (850 Millionen Euro) und damit mindestens ein Drittel gekürzt, sagte Großbritanniens UN-Botschafter Matthew Rycroft.

Zudem wurden Reiseverbote gegen neun Nordkoreaner verhängt, die an Bank- und Militärgeschäften beteiligt sind. Ihre Vermögen sowie die vier nordkoreanischer Unternehmen, darunter zwei Banken und eine Versicherung, wurden eingefroren. Nordkorea würde "hart getroffen", sagte die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley.

"Ganze Welt in Gefahr"

Die letzten zwei Raketentests hätten die Welt an einen "kritischen Punkt" gebracht, sagte ihr französischer Kollege François Delattre. "Was in dieser Krise auf dem Spiel steht, ist die Zukunft, die Zukunft des Systems der Nichtverbreitung (von Atomwaffen), die wir
über das letzte Jahrzehnt sehr geduldig aufgebaut haben." Nicht eine Region oder eine kleine Anzahl von Ländern sei in Gefahr, sondern die ganze Welt, sagte Rycroft. Schwedens UN-Botschafter Carl Skau sagte, Sanktionen allein würden die Situation nicht lösen und "kreativere Diplomatie" sei notwendig.

Die am Freitag vergangener Woche abgefeuerte Interkontinentalrakete könnte nach Angaben von Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un das Festland der USA erreichen. Nach Berechnungen von Raketenexperten hätte die Rakete vom Typ Hwasong-14 theoretisch eine Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Sie könnte demnach amerikanische Großstädte wie Los Angeles, Denver oder Chicago treffen.

Zuletzt hatte der Sicherheitsrat die Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang Anfang Juni ausgeweitet. Seit 2006 verhängte er etwa Handelssanktionen und Sperren auf die Einfuhr von Technik für den Bau ballistischer Raketen. Auch ein Verkaufsverbot für Waffen, Flugzeug- und Raketentreibstoff sowie für Gegenstände, die dem Militär zugutekommen könnten, wurde verhängt; jede Fracht mit Ziel oder Herkunft Nordkorea wird seitdem untersucht. Verboten ist auch der Export von Kupfer, Nickel, Silber und Zink.

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