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#unteilbar-Demo in Berlin - Zehntausende bei Großdemo gegen Rechtsruck

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Mehr als 150.000 Menschen demonstrieren in Berlin für mehr Solidarität und gegen Rassismus in der Gesellschaft. Doch es gibt auch Kritik - von Sahra Wagenknecht und der CDU.

Unter dem Motto "Unteilbar" haben tausende Menschen in Berlin gegen Rassismus demonstriert. Ein breites Bündnis aus Verbänden und Organisationen hat zu der Demo aufgerufen.

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Worum geht es bei der Demonstration?

Unter dem Motto "#unteilbar - Solidarität statt Ausgrenzung" richtet sich die Demonstration gegen rechte Hetze, Diskriminierung, das Flüchtlingssterben im Mittelmeer und Einschnitte im Sozialsystem. Dazu aufgerufen haben mehr als 4.500 Organisationen und Einzelpersonen. Die Demonstration startete mit einer Auftaktveranstaltung am Alexanderplatz, danach setzte sich der Zug in Bewegung. Die Strecke führt über die Leipziger Straße, den Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor und dann zur Siegessäule. Zahlreiche Organisationen, Verbände und Parteien unterstützen den Aufruf - ebenso einige Prominente wie der Schauspieler Benno Fürmann, der Fernsehmoderator Jan Böhmermann und die Band Die Ärzte. Für den Abend ist unter anderem ein Auftritt Herbert Grönemeyers angekündigt.

Welche Politiker unterstützen die Demonstration?

Unterstützung für die Demonstration kommt aus zahlreichen Parteien und politischen Gruppierungen. Außenminister Heiko Maas (SPD) nannte sie ein großartiges Signal. "Wir lassen uns nicht spalten - von rechten Populisten schon gar nicht", sagte Maas den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er betonte, die Mehrheit in Deutschland stehe für Toleranz und Weltoffenheit. Neuer Nationalismus löse kein einziges Problem. "Wir brauchen keine Abschottung, sondern mehr internationale Zusammenarbeit. Eine Vielfalt der Herkünfte, Hautfarben, Religionen und Lebensstile ist für uns eine Bereicherung und keine Bedrohung." Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus dürften keinen Platz haben, "weder bei uns noch irgendwo sonst auf der Welt".

Unteilbar: Demonstration in Berlin
Auch im Boot waren Demonstranten unterwegs. Quelle: reuters

Auch die Linken-Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger unterstützen den Aufruf zu der Demonstration. Kipping wollte dort eine Rede halten. Auch führende Grünen-Politiker haben ihre Teilnahme angekündigt. SPD-Chefin Andrea Nahles hat sich ebenfalls hinter den Demonstrationsaufruf gestellt.

Welche Politiker unterstützen die Demonstration nicht?

Die Berliner CDU unterstützt die Großdemonstration ausdrücklich nicht. Anmelder sei ein Anwalt der "Roten Hilfe", also einer Organisation, die "linksextremistische Verbrecher" unterstütze, sagte Generalsekretär Stefan Evers zum Auftakt eines CDU-Landesparteitags. "Wenn heute demokratische Politiker oder gar Minister Seite an Seite mit linksextremistischen Organisationen durch die Stadt ziehen, dann ist das entweder naiv oder politisch unverantwortlich."

Auch Sahra Wagenknecht, Vorsitzende der Linke-Fraktion im Bundestag und Gründerin der linken Sammlungsbewegung "Aufstehen", hat sich von dem Demonstrationsaufruf distanziert - allerdings aus ganz anderen Gründen.

Was stört Sahra Wagenknecht an #unteilbar?

Wagenknecht kritisierte im Vorfeld, dass auf der Kundgebung "in der Tendenz" zu offenen Grenzen aufgerufen werde, was "weltfremd" sei. Die Veranstalter fordern konkret eine "offene und solidarische Gesellschaft".

Wagenknecht wies zugleich Berichte zurück, sie habe der Demonstration eine Absage erteilt. Die "Aufstehen"-Bewegung erklärte, dass Wagenknecht den Aufruf zu der Demo zwar inhaltlich kritisiert habe, aber unabhängig davon befürworte, "dass möglichst viele Menschen gegen Rechtsentwicklung und Rassismus auf die Straße gehen". Zugleich werbe sie dafür, in Zukunft auch Menschen in den Protest gegen Rassismus einzubeziehen, "die für eine Regulierung der Migration eintreten". Wagenknecht hatte zuletzt häufiger vor offenen Grenzen und einer unbegrenzten Migration in den deutschen Arbeitsmarkt gewarnt.

Was sagen Wagenknechts Kritiker?

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner und andere rügten Wagenknecht wegen ihrer Kritik. "Sahra Wagenknechts 'Aufstehen' hat sich in meinen Augen blamiert und diskreditiert", sagte Kellner dem Redaktions-Netzwerk Deutschland. Dass sich vor allem die AfD über Wagenknechts Kritik an der Demonstration freue, sage doch schon alles.

Wagenknechts Co-Vorsitzender Dietmar Bartsch sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Die Linksfraktion im Bundestag hat beschlossen, zur Teilnahme an der #unteilbar-Demonstration aufzurufen. Ich persönlich werde auch gern dabei sein. Dass Sahra Wagenknecht sich von diesem Aufruf distanziert, habe ich mit Verwunderung zur Kenntnis genommen."

Der Sozialwissenschaftler und Mitunterzeichner des "Aufstehen"-Gründungsdokuments, Franz Segbers, kritisierte Wagenknecht scharf. Die Unterstützer der Bewegung hätten kein Verständnis für deren Vorgehen, sagte er und stellte die Frage, wer Wagenknecht eigentlich zu ihren Äußerungen im Namen von "Aufstehen" legitimiert habe. Zudem warf er ihr Falschbehauptungen über die Intentionen der Veranstalter der Kundgebung vor.

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