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"Speaker" verzweifelt gesucht

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Mehrere Wahlgänge ohne Ergebnis - "Speaker" verzweifelt gesucht

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Das britische Unterhaus wählt einen neuen Sprecher. Als Favorit gilt der moderate Labour-Politiker Lindsay Hoyle. Am Abend ging es in Wahlgang Nummer vier.

Archiv: Britisches Parlament und Big Ben, aufgenommen am 18.02.2012 in London (Großbritannien)
Britisches Parlament und Big Ben (Archivfoto)
Quelle: imago

Das britische Unterhaus wählt einen Nachfolger für seinen charismatischen Vorsitzenden John Bercow.

Acht Kandidaten hatten sich am Montag um das Amt beworben, einer von ihnen, Shailesh Vara, zog seine Kandidatur noch vor der Vorstellungsrunde zurück, in der jeder Bewerber fünf Minuten Zeit hat, sich zu präsentieren. Bis zum Abend waren drei Wahlgänge ohne Ergebnis verlaufen, keiner der Kandidaten konnte die erforderliche Mehrheit erringen. Nun wurde noch ein vierter Wahlgang angesetzt. Nur 562 der 650 Abgeordneten stimmen ab. Den Vorsitz führte Alterspräsident Kan Clarke. Die Abstimmung über den Parlamentsvorsitz erfolgt geheim.

Nach erstem Wahlgang noch fünf Kandidaten

Um Bercows Nachfolge bewarben sich auch drei seiner Stellvertreter - Lindsay Hoyle, Rosie Winterton und Eleanor Laing. Als Favorit galt der Labour-Abgeordnete Lindsay Hoyle, bisher Vize-Sprecher. Er erhielt im ersten Wahlgang 211 Stimmen. Für die konservative Abgeordnete Eleanor Laing stimmten 113 Abgeordnete. Die dienstälteste Abgeordnete, Harriet Harman, von der Labour-Partei konnte 72 Unterstützer von sich überzeugen. Den vierten und fünften Platz belegten die Labour-Abgeordneten Chris Bryant mit 98 Stimmen, und Rosie Winterton mit 46 Unterstützern. Nicht gereicht hatte es für Meg Hillier von Labour und den konservativen Brexit-Hardliner Edward Leigh.

Bei jeder Runde fliegt jeweils der Letztplatzierte raus. Auch alle Kandidaten, die weniger als fünf Prozent der Stimmen erhalten, dürfen nicht mehr teilnehmen.

"Speaker" ist der unparteiische Schiedsmann

Der Parlamentspräsident - im englischen Sprachraum oft offiziell als "Speaker" bezeichnet - soll als unparteiischer Schiedsmann über die Einhaltung von Parlamentsregeln wachen. Im sich seit Jahren hinziehenden Brexit-Drama rückte Bercow mit seinen "Order"-Rufen oft in den Mittelpunkt und Brexit-Befürworter warfen ihm vor, er habe die Brexit-Gegner bevorzugt.

Seine heftigste Konfrontation mit der Regierung von Premierminister Boris Johnson war, als dieser versuchte, dem Unterhaus eine längere Sitzungspause zu verordnen, um seine Brexit-Politik umzusetzen. Johnson verlor die schließlich gerichtlich entschiedene Auseinandersetzung.

Nach der Abstimmung löst sich das Parlament am Dienstag auf - für den 12. Dezember steht seine vorgezogene Neuwahl an.

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