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Unternehmen in Deutschland - Barley droht mit Frauenquote für Vorstände

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Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) hat der deutschen Wirtschaft ein Ultimatum gestellt, um für mehr Frauen in Vorständen zu sorgen. "Wir konnten jahrzehntelang beobachten, dass Selbstverpflichtungen nicht funktionieren", so die Ministerin. Ein Jahr gibt sie den Firmen noch.

Dass in den obersten Führungsetagen der Unternehmen wesentlich mehr Männer mitmischen als Frauen, wollte die Politik ändern. Wie sieht das Ergebnis ein Jahr nach Einführung der Frauenquote aus?

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"Ich gebe der Wirtschaft noch ein Jahr Zeit, die Sache selbst zu regeln. Wenn sich bis dahin nichts tut, werden wir gesetzlich eingreifen", sagte Barley den Zeitungen des RedaktionsNetzwerk Deutschland. "Ich hätte kein Problem mit einer verpflichtenden Frauenquote auch für Unternehmensvorstände", so die Ministerin weiter.

Aufsichtsräte haben bereits eine Quote

Anders als bei Aufsichtsräten, wo für große Unternehmen eine verpflichtende Frauenquote von 30 Prozent gilt, können Firmen bei Vorständen selbst entscheiden, welche Quote sie erfüllen wollen. Viele Unternehmen haben demnach bislang als Zielwert 0 angegeben. "In den Vorständen ist fast gar nichts passiert", kritisierte Barley. "Gerade mal sechs Prozent der Vorstände sind weiblich. Das geht so nicht weiter."

Für die Aufsichtsräte von 105 börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen gilt seit 2016 eine feste Geschlechterquote von 30 Prozent für neu zu besetzende Posten. Dies hat laut Barley Wirkung gezeigt. Dort sei der Frauenanteil auf 27,3 Prozent gestiegen, nachdem er zwei Jahre zuvor noch 22,9 Prozent betragen habe.

Im Bundeskabinett wird laut den Zeitungen nun eine Zwischenbilanz über die Erfolge bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen gezogen. Dabei besteht demnach besonders bei Vorstandsposten noch Nachholbedarf. Dort verharre die Quote beschäftigter Frauen bei rund sechs Prozent.

"Positive Entwicklung" im öffentlichen Dienst

Im öffentlichen Dienst zeichnen sich Barley zufolge "überwiegend positive Entwicklungen" ab. Der Bund hat sich mit Einführung der gesetzlichen Regelungen für die Privatwirtschaft selbst auch verpflichtet, für die Besetzung von Aufsichtsratsgremien, in denen dem Bund mindestens drei Sitze zustehen, eine Quote von 30 Prozent einzuhalten. Inzwischen sei über ein Drittel der Mitglieder von Aufsichtsgremien, die der Bund bestimmen kann, Frauen. In wesentlichen Gremien liege der Anteil der Mitglieder, die der Bund bestimmen könne, bei 41,8 Prozent. In der Bundesverwaltung beträgt der Anteil von Frauen an allen Leitungsfunktionen im gesamten Bundesdienst den Angaben zufolge derzeit 33 Prozent. Der Frauenanteil falle mit steigender Leitungsebene aber deutlich ab.

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