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Hurrikan in Texas - "Harvey": Houston versinkt in den Fluten

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Zerstörte Häuser, überflutete Straßen und mehrere Todesopfer - der Sturm "Harvey" hat im US-Bundesstaat Texas schwerste Verwüstungen angerichtet. Besonders dramatisch war die Lage am Sonntag in der Millionenstadt Houston - die Stadt, so ZDF-Reporter Gebhard, droht in den Fluten zu versinken.

Mit anhaltend sintflutartigem Regen hat Tropensturm „Harvey“ weite Teile im südlichen Texas verwüstet. Ein Hochdruckgebiet verhinderte, dass „Harvey“ weiter ins Inland ziehen konnte. Besonders von den Überflutungen betroffen ist die Millionenstadt …

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Erst hat Hurrikan "Harvey" in Texas schwere Verwüstungen angerichtet, dann sintflutartigen Regen gebracht. Dieser bedroht nun zunehmend dicht besiedelte Gebiete in dem US-Staat. Der Wetterdienst erwartete in Teilen der Millionenmetropole Houston die Rekordmenge von fast 1,3 Metern Niederschlag. "Die Behörden", so ZDF-Reporter Alexander Gebhard, "sprechen von einer Katastrophe" - die noch lange nicht zu Ende ist.

US-Donald Trump will am Dienstag in die verwüsteten Gebiete in Texas reisen. Das Weiße Haus koordiniere den Besuch aktuell mit Vertretern des US-Staats und der örtlichen Behörden, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders. "Wir behalten die Betroffenen weiterhin in unseren Gedanken und Gebeten", fügte sie hinzu. Trump hatte zuvor getwittert, er werde nach Texas reisen, sobald er dies tun könne, "ohne Störungen zu verursachen". Der Fokus müsse auf dem Leben und der Sicherheit der Menschen liegen.

"Über alles Dagewesene hinaus"

"Das Ausmaß und die Intensität dieses Regens geht über alles bislang Dagewesene hinaus und führt zu katastrophalen Überschwemmungen", erklärte der Wetterdienst. Obwohl der am Freitagabend mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde nordöstlich von Corpus Christi über die Küste hereingebrochene Hurrikan sich bis Sonntag zum Tropensturm abschwächte, wurde die Lage insbesondere in Houston immer dramatischer.

Beide Flughäfen dort wurden geschlossen. Im gesamten Staat seien 250 Fernstraßen wegen Überflutung gesperrt, sagte Gouverneur Greg Abbott in Austin. Er aktivierte 3.000 Mitglieder der Nationalgarde. Mit steigendem Hochwasser gingen bei den Einsatzzentralen immer mehr Notrufe ein. Houstons

Kongresszentrum als Notunterkunft

Bürgermeister Sylvester Turner teilte mit, er habe ein Kongresszentrum als Notunterkunft öffnen lassen. Dort trafen bis zum frühen Nachmittag bereits mehrere Hundert Menschen ein. Pritschen für sie fehlten noch. Turner rief die Bewohner auf, ihre Autos stehen zu lassen und zu Hause zu bleiben. Sollte das Wasser kommen, sollten sie sich auf das Dach flüchten. Im Haus zu bleiben, könnte zur tödlichen Falle werden.

Turner verteidigte seine Entscheidung, die 2,3 Millionen Einwohner der viertgrößten Stadt des Landes nicht zur Evakuierung aufgefordert zu haben. Niemand habe in dem Flachland voraussagen können, wohin die Fluten genau kommen werden. Feuerwehrchef Samuel Pena sagte, von Mitternacht bis gegen 10.30 Uhr hätten seine Leute auf mehr als 2.500 Notrufe reagiert. Weitere 1.000 Anrufe müssten noch bearbeitet werden. Zudem habe die Feuerwehr in der Nacht innerhalb von drei Stunden mehr als 250 Mal Menschen aus Fahrzeugen im Hochwassergebiet gerettet.

Alles - wenn es nur schwimmt

Menschen nutzten alles Erdenkliche, um sich über Wasser zu halten: Schlauchboote, Luftmatratzen, sogar Strandspielzeug - wenn es nur schwamm und Halt gab. Nach einer vorläufigen Bilanz kamen bis Sonntag zwei Menschen ums Leben, bis zu 14 erlitten Verletzungen.

Präsident Donald Trump kündigte einen Besuch im Katastrophengebiet an, "sobald diese Reise erfolgen kann, ohne Störungen zu verursachen". Er lobte die Einsatzkräfte: "Großartige Koordination zwischen Behörden auf allen Regierungsebenen." Es ist der erste große Notfalleinsatz seiner Amtszeit. Am Freitag hatte er Texas vorab zum Katastrophengebiet erklärt und damit Bundeshilfe für den Staat mobilisiert. Am Sonntag beriet er mit seinem Kabinett über die Lage dort. Er erklärte, oberste Priorität habe die Rettung von Leben.

Der Direktor der Behörde für Katastrophenmanagement des Bundes, Brock Long, sagte, der Bund richte sich auf eine "gewaltige Hilfsmission" ein. Diese Katastrophe sei ein einschneidendes Ereignis. Menschen aus gefluteten Wohnungen, Speichern oder Autos zu retten, war die dringendste Aufgabe der Hilfsmannschaften. Der Sheriff von Harris County, Ed Gonzales, gab Notrufe über Twitter weiter. Darunter den einer Frau, die schrieb: "Ich habe zwei Kinder bei mir und das Wasser verschluckt uns."

Wasser reicht bis Schulterhöhe

Die Behörden in Harris County baten private Bootsbesitzer, die Rettungsarbeiten zu unterstützen. Einer derer, die dem Aufruf folgten, sagte, in einigen Gegenden reiche das Wasser bis Schulterhöhe. Außer Menschen, die sich in Sicherheit bringen wollten, habe er auch viele schwimmende Hunde im Wasser gesehen, sagte Jimmy Gonzalez weiter. Das öffentliche Krankenhaus in dem County wurde evakuiert, weil der Strom ausfiel.

Die 10 000-Einwohnerstadt Rockport nordöstlich von Corpus Christi bot ein Bild der Verwüstung: Umgestürzte Strommasten, Holzrahmen von auseinandergerissenen Häusern waren mit anderen Trümmerteilen auf Straßen verteilt. Rund 300.000 Haushalte schnitt "Harvey" von der Stromversorgung ab.

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