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"Urbi et Orbi" - Papst: "Unsere Verschiedenheit ist ein Reichtum"

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Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft die Bedeutung des Zusammenlebens zwischen Menschen mit allen Unterschieden betont. Er spendete dann den Segen "Urbi et Orbi".

Zum Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan hat Papst Franziskus vor Zehntausenden Pilgern und Touristen auf dem Petersplatz in Rom den Segen "Urbi et Orbi" gespendet.

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Papst Franziskus hat die Menschen angesichts von Kriegen und Konflikten weltweit dazu aufgerufen, sich als Brüder und Schwestern zu verstehen und entsprechend zu leben. Vor Zehntausenden Pilgern und Touristen spendete er am Dienstag auf dem Petersplatz in Rom den Segen "Urbi et orbi" (der Stadt und dem Erdkreis). "Unsere Verschiedenheit schadet uns nicht, sie bedeutet keine Gefahr. Sie ist vielmehr ein Reichtum", sagte er in seiner Weihnachtsbotschaft.

Papst: Nahost-Konflikt beenden

Ausgehend von der Geburt von Jesus als Erlöser und Friedensstifter der Christen forderte der Papst zu verstärkten Bemühungen um Konfliktlösung auf, insbesondere im Nahen Osten. Israelis und Palästinenser müssten den Dialog wieder aufnehmen, um einen seit 70 Jahren währenden Konflikt zu beenden, "der das Land zerreißt", mahnte Franziskus. An die internationale Gemeinschaft appellierte das Kirchenoberhaupt, sich für eine politische Lösung des Syrien-Konflikts einzusetzen. Spaltungen und Einzelinteressen müssten beiseitegelassen werden, damit syrische Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückkehren und dort in Frieden leben könnten.

Wenige Tage nach Inkrafttreten des Waffenstillstands im Jemen äußerte der Papst die Hoffnung, dass er der von Krieg und Hunger erschöpften Bevölkerung endlich Erleichterung bringe. Mit Blick auf Konfliktregionen in Afrika erinnerte der Papst an Millionen Menschen, die von dort flüchteten und Opfer von Vertreibung würden. Sie benötigten humanitäre Hilfe und Unterstützung bei politischen und gesellschaftlichen Versöhnungsprozessen. Franziskus bestärkte auch Nord- und Südkorea, ihre Bemühungen um Aussöhnung und Annäherung fortzusetzen. Sie müssten zu einer "einvernehmlichen Lösungen gelangen, die für alle Fortschritt und Wohlergehen sicherstellen". Einen verstärkten Einsatz für eine Überwindung der politischen Konflikte mahnte der Papst zudem für die Ukraine sowie für Venezuela und El Salvador an.

Fürsorge für römische Obdachlose

Bereits am Montagabend sprach der Papst im Petersdom: Er rief die Christen zu einem Fokus weg vom Materialismus von Weihnachten hin zu dessen Botschaft der Schlichtheit und Nächstenliebe auf. "Wenn wir auf die Krippe schauen, verstehen wir, dass das, was das Leben nährt, nicht der Besitz, sondern die Liebe ist; nicht Gier, sondern Nächstenliebe; nicht der Überfluss, den man zur Schau stellt, sondern die Einfachheit, die man bewahrt", sagte Franziskus in seiner Predigt bei einer Christmette. Er hatte ein schlichtes weißes Gewand an.

"Eine unersättliche Gier durchzieht die Menschheitsgeschichte, bis hin zu den Paradoxien von heute, dass einige wenige üppig schlemmen und so viele kein Brot zum Leben haben", sagte Franziskus auch in seiner Predigt. Franziskus hat sich in seiner Arbeit als Papst auf die Armen der Welt konzentriert, Flüchtlinge und an den Rand gedrängte Menschen. Der erste Papst der katholischen Kirche aus Lateinamerika hat den Vatikan angewiesen, sich besser um die Obdachlosen in der Region Rom zu kümmern.

Sorge um Christen im Irak

Er ließ einen Frisörladen, eine Dusche und eine medizinische Klinik in der Kolonnade des Petersplatzes für Obdachlose eröffnen. Franziskus schickte anlässlich Weihnachten seinen Staatssekretär, Kardinal Pietro Parolin, in den Irak, um mit den leidenden Christen des Landes zu feiern. Katholiken gehören zu den religiösen Minderheiten, die von der Terrormiliz Islamischer Staat ins Visier genommen werden. Der Vatikan äußert seit Jahren Bedenken wegen eines Exodus von Christen aus Gemeinden, die seit der Zeit Jesu existieren. Er rief die Christen auf, zurückzukehren, wenn Sicherheitsbedingungen es zuließen.

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