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Urteil im Bankrott-Prozess - Bewährungsstrafe für Anton Schlecker

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Der frühere Drogerieunternehmer Anton Schlecker ist wegen vorsätzlichen Bankrotts zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Seine Kinder wandern dagegen ins Gefängnis.

Der ehemalige Schlecker-Chef ist wegen vorsätzlichen Bankrotts zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Seine Kinder wandern dagegen ins Gefängnis.

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Die Schlecker-Kinder Lars und Meike wurden zu Freiheitsstrafen von mehr als zweieinhalb Jahren verurteilt. Unter anderem wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs sollen Lars und Meike Schlecker ins Gefängnis. Im Fall von Lars Schlecker beschlossen die Richter zwei Jahre und neun Monate Haft, im Fall von Meike Schlecker zwei Jahre und acht Monate.

Anklage hatte drei Jahre Haft für Anton Schlecker gefordert

Der frühere Drogeriemarkt-Unternehmer Anton Schlecker selbst bekam wegen Bankrotts eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Außerdem muss er eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu je 150 Euro zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haft gefordert. Sie sah es als erwiesen an, dass er als Eigentümer der gleichnamigen Drogeriekette in den Monaten vor der Pleite Vermögen in Millionenhöhe zugunsten seiner Familie beiseite geschafft hatte - Geld, das den Gläubigern am Ende fehlte. Sein Verteidiger hatte die Forderung als überzogen bezeichnet.

Den Schlecker-Kindern hatte die Tochterfirma LDG gehört, über die Schlecker die gesamte Logistik der Drogeriefilialen abwickelte. Das Gericht sah in ihrem Fall nicht nur den Vorwurf des Bankrotts als erwiesen an, sondern darüber hinaus Beihilfe zum Bankrott, Insolvenzverschleppung und Untreue.

Tausende Mitarbeiter verloren Jobs

Schlecker, einst größte Drogeriemarktkette Deutschlands, hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Eine Rettung schlug fehl, rund 25.000 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Um die Pleite an sich ging es nicht vor Gericht - sondern um die Frage, wann Schlecker die drohende Zahlungsunfähigkeit erkannt hat oder hätte erkennen müssen. Als sogenannter Einzelkaufmann haftete er mit seinem privaten Vermögen für das Unternehmen. Von diesem Zeitpunkt an hätte er daher kein Geld mehr aus dem Konzern ziehen oder privat an andere übertragen dürfen.

Mitte November hatten der Ex-Firmenchef und seine Kinder noch einmal vier Millionen Euro an den Insolvenzverwalter gezahlt, die in die Insolvenzmasse fließen sollen - zur Wiedergutmachung des Schadens. Zuvor hatte die Familie schon zehn Millionen Euro an den Verwalter überwiesen. Insgesamt haben die Gläubiger früheren Angaben zufolge mehr als eine Milliarde Euro an Forderungen angemeldet.

Zivilverfahren startet in zwei Wochen in Linz

In zwei Wochen beginnt im österreichischen Linz ein Zivilverfahren gegen Schleckers Ehefrau Christa und die beiden Kinder, in dem es um Schadenersatz-Forderungen des Insolvenzverwalters der ehemaligen Schlecker-Tochterfirma Dayli geht. Im sächsischen Zwickau läuft bereits ein Verfahren, wie das dortige Landgericht der "Wirtschaftswoche" bestätigte. Der Insolvenzverwalter eines früheren Schlecker-Personaldienstleisters verlangt ebenfalls Geld zurück. Christa Schlecker war anfangs auch im Stuttgarter Strafprozess angeklagt, das Verfahren wurde aber eingestellt.

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