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BASF-Unglück: Ein Jahr Haft auf Bewährung

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Urteil nach tödlicher Explosion - BASF-Unglück: Ein Jahr Haft auf Bewährung

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Ein Jahr Haft auf Bewährung - so lautet das Urteil gegen den Schweißer, der 2016 eine Explosion bei der BASF in Ludwigshafen verursacht hat. Dabei waren fünf Menschen gestorben.

Archiv: Werksgelände von BASF in Ludwigshafen am 26.02.2015
Das Werksgelände von BASF in Ludwigshafen - hier ereignet sich im Oktober 2016 das Unglück.
Quelle: dpa

Knapp drei Jahre nach einem schweren Explosionsunglück auf dem Gelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen ist der Angeklagte zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Frankenthal (Rheinland-Pfalz) sah es als erwiesen an, dass der 63-Jährige bei Reparaturarbeiten im Oktober 2016 eine falsche Leitung angeschnitten hatte. Es kam zu einer verheerenden Explosion, bei der fünf Menschen starben und 44 weitere verletzt wurden.

Staatsanwaltschaft: Blackout des Angeklagten

Die Staatsanwaltschaft ging in ihrer Anklageschrift davon aus, dass der Angeklagte am Unglückstag eine Art Blackout hatte. Der Mann aus Bosnien-Herzegowina sagte vor Gericht, keinerlei Erinnerung zu haben, nicht einmal daran, dass er selbst in Flammen gestanden hatte.

Das war der schwerste Tag in meinem Leben. Das hat mein Leben kaputt gemacht.
Der verurteilte Schweißer

Der Schweißer wurde bei dem Unglück selbst schwer verletzt, er erlitt Verbrennungen zweiten Grades. Wegen psychischer Probleme ist er nicht mehr arbeitsfähig.

Verurteilt wurde der Angeklagte unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Das Gericht entsprach in seinem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr verlangt, die auch zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Der Verteidiger des 63-Jährigen hatte dagegen einen Freispruch oder im Falle einer Verurteilung eine Bewährungsstrafe von maximal sechs Monaten gefordert.

Nebenkläger wollten zweieinhalb Jahre Haft

Die Nebenkläger halten diese Strafen dagegen nicht für hoch genug. Sie beantragten zweieinhalb Jahre Haft.

Bei dem Unglück waren vier Feuerwehrleute und ein Matrose eines Tankmotorschiffs ums Leben gekommen. Der Matrose wurde laut Anklage von der Wucht der Explosionen in den Rhein geschleudert; seine Leiche wurde erst zwei Tage später gefunden. 44 weitere Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer.

Zudem wurden durch die Explosionen wesentliche Teile des Ludwigshafener Nordhafens, der zum BASF-Gelände gehört, beschädigt. Die Folgeschäden durch Betriebsausfälle beliefen sich auf mindestens 500 Millionen Euro.

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