Sie sind hier:

Konzertkarten zum Ausdrucken - BGH verbietet Online-Ticket-Gebühr

Datum:

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat dem größten deutschen Eintrittskarten-Verkäufer CTS Eventim eine pauschale Gebühr für selbst ausgedruckte Konzert-Tickets untersagt.

Konzertkarten des Veranstalters Eventim, aufgenommen am 10.04.2015 in Berlin
Konzertkarten Ticketsverkauf von Eventim Quelle: dpa

Der Online-Tickethändler CTS Eventim darf seinen Kunden das Selbstausdrucken von Konzertkarten nicht in Rechnung stellen. Eine pauschale Gebühr in Höhe von 2,50 Euro sei unzulässig, entschied der Bundesgerichtshof am Donnerstag in Karlsruhe.

Verbraucherschützer: Betrifft weitere Anbieter

Geklagt hatte die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen. Aus deren Sicht betrifft das Urteil auch weitere Anbieter auf dem Markt, die pauschal Geld dafür verlangen, wenn ihre Kunden die Tickets am eigenen Drucker ausdrucken. "Das Urteil schiebt der Unsitte einiger Anbieter einen Riegel vor, Verbrauchern mit Extra-Gebühren zusätzlich Geld aus der Tasche zu ziehen", teilten die Verbraucherschützer mit.

Die NRW-Verbraucherschützer hatten bereits vor dem Landgericht Bremen und dem Hanseatischen Oberlandesgericht obsiegt. Der BGH wies die Revision von CTS Eventim zurück. Wolfgang Schuldzinski, der Vorstand der Verbraucherzentralem forderte CTS Eventim auf, von sich aus die zu Unrecht erhobenen Gebühren zurückzuerstatten.

Eventim will Gebühren streichen

Eventim hatte bis zuletzt 2,50 Euro für die Option verlangt. "Wir nehmen das Urteil des BGH zur Kenntnis und werden dieses umsetzen", teilte das Unternehmen mit. Bis die Urteilsbegründung bekannt sei, werde der Service weiterhin zur Verfügung stehen, ohne dass Zusatzgebühren verlangt würden.

Nach Angaben von Marktteilnehmern werden in Deutschland rund zehn Prozent aller Konzertkarten ausgedruckt. In Skandinavien liegt der Anteil demnach bei rund der Hälfte.

Aktie verliert an Wert

Die Eventim-Aktie ging nach dem Urteil (Az. III ZR 192/17) um bis zu zehn Prozent in die Knie und erreichte mit 34,36 Euro den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren. Dabei hatte sie am Vormittag noch fünf Prozent zugelegt, nachdem das Unternehmen die Delle durch die Fußball-Weltmeisterschaft im ersten Halbjahr gut weggesteckt hatte.

Mit Live-Veranstaltungen und dem Verkauf von Online-Tickets hat der Händler und Veranstalter CTS Eventim seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 24 Prozent auf 606,6 Millionen Euro gesteigert, wie er am Donnerstag mitteilte. Unterm Strich stieg der Gewinn um 19 Prozent auf 112,8 Millionen Euro. Die CTS Eventim AG & Co. KGaA hat ihren Sitz in München und die Hauptverwaltung in Bremen.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.