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US-Auslieferungsantrag - Assange-Verfahren erst 2020

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Der Wikileaks-Gründer Julian Assange muss noch Monate auf eine Entscheidung über seine mögliche Auslieferung in die USA warten.

Vor dem Gericht versammelten sich zahlreiche Unterstützer.
Vor dem Gericht versammelten sich zahlreiche Unterstützer.
Quelle: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa

Ein Gericht in London hat das Verfahren über den US-Auslieferungsantrag für den Wikileaks-Gründer Julian Assange auf Februar nächsten Jahres angesetzt. Die fünftägige Anhörung solle laut Nachrichtenagentur PA am 25. Februar beginnen. Assange, der per Videostream aus dem Gefängnis zugeschaltet war, will sich dagegen wehren. Er verteidigte Wikileaks als "nichts als eine Publikation".

Vor dem Gericht hatte sich eine Reihe von Unterstützern des 47 Jahre alten gebürtigen Australiers eingefunden.

175 Jahre Haft drohen

Die USA werfen Assange vor, der amerikanischen Whistleblowerin Chelsea Manning - damals noch Bradley Manning - geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Insgesamt liegen 18 Anklagepunkte vor. Bei einer Verurteilung in allen Punkten drohen ihm 175 Jahre Haft.

Assange sitzt seit April im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh im Osten der britischen Hauptstadt, nachdem ihm das Botschaftsasyl in der ecuadorianischen Landesvertretung entzogen worden war. Er hatte sich dort jahrelang verschanzt, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen. Dort wurde wegen Vergewaltigung gegen ihn ermittelt. Assange behauptete stets, die Vorwürfe in Schweden seien nur ein Vorwand, um ihn festnehmen und an die USA ausliefern zu können. 2017 hatte die schwedische Staatsanwaltschaft die Vorermittlungen eingestellt, weil es ihr nicht gelungen war, die Vorwürfe ausreichend zu untersuchen. Später wurden sie wieder aufgenommen.

Am 11. April dieses Jahres wurde Assange schließlich festgenommen. Er wurde zu einem knappen Jahr Gefängnis verurteilt, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte. Dagegen haben seine Anwälte inzwischen Berufung eingelegt. Ob und wann eine Verhandlung darüber stattfinden soll, war zunächst unklar.

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