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Maas: Wir brauchen die USA als Partner

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Besuch des US-Außenministers - Maas: Wir brauchen die USA als Partner

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Pompeo auf Deutschland-Besuch - der US-Außenminister will für mehr Engagement bei globalen Konflikten werben. Vor dem Treffen würdigt Maas die USA als verlässlichen Partner.

Außenminister Heiko Maas (SPD) betont im "ZDF-Morgenmagazin" "die große historische Leistung der USA" mit Blick auf die deutsche Wiedervereinigung.

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Mit seinem zweitägigen Besuch in Deutschland will US-Außenminister Mike Pompeo die transatlantische Partnerschaft stärken. Im "ZDF-Morgenmagazin" betonte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) die Bedeutung der Partnerschaft mit den USA: "Wir brauchen sie auch als einen Partner, denn letztlich verbinden uns unsere Werte Demokratie und Freiheit." Die westliche Welt insgesamt werde weiter darauf angewiesen sein, "dass wir zusammen mit den USA für diese Werte weltweit einstehen".

Wir wissen, dass wir mehr Verantwortung übernehmen müssen.
Bundesaußenminister Heiko Maas

Es stehe "völlig außer Zweifel", dass Deutschland "große Dankbarkeit" dafür empfinde, was die USA beispielsweise während der Berliner Luftbrücke getan hätten, sagte Maas. "Wir wissen, dass wir mehr Verantwortung übernehmen müssen." Bei internationalen Krisen müsse ein europäischer Beitrag geliefert werden. "Darüber reden wir auch mit unseren europäischen Partnern, vor allem Frankreich", ergänzte Maas.

Das US-Außenministerium blickt hingegen vor allem auf wachsende Bedrohungen aus Russland, China und dem Iran. Die machten ein verstärktes Engagement nötig, teilte das Ministerium zum Auftakt der Reise mit. Pompeo war am Mittwochabend in Nürnberg eingetroffen. Ein erstes politisches Treffen gibt es am Mittag in Mödlareuth an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, wo Pompeo knapp 30 Jahre nach dem Fall der Mauer Außenminister Heiko Maas (SPD) treffen wird.

USA loben Deutschland als vertrauenswürdigen Partner

Vor dem Abflug hatte Pompeo Deutschland als einen der vertrauenswürdigsten Freunde der USA, "wichtigen Alliierten und engen Partner unseres Engagement mit Europa und der Welt" bezeichnet. "Ich freue mich auf konstruktive Gespräche darüber, wie wir viele wichtige globale Fragen zusammen angehen können", schrieb er auf Twitter.

Am Donnerstag stehen zunächst Treffen mit US-Soldaten an, die in Grafenwöhr und Vilseck stationiert sind. Danach will er nach Mödlareuth reisen - ein kleiner Ort an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen, den die innerdeutsche Grenze zerteilt hatte: ein Teil gehörte zur DDR, der andere zur Bundesrepublik. Wegen des meterhohen Betonwalls durch das Dorf nannten es die Amerikaner früher "Little Berlin". Am Freitag sind Gespräche mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) geplant.

Der Besuch des US-amerikanischen Außenministers Mike Pompeo ist eine symbolische Geste zum Mauerfall-Jubliäum. Wie steht es um das deutsch-amerikanische Verhältnis?

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Verteidigungsministerin fordert mehr deutsches Engagement

Kramp-Karrenbauer forderte vor dem Eintreffen Pompeos verstärkte Einsätze der Bundeswehr gegen Terrorismus und zum Schutz eigener Interessen. Sie sagte der "Süddeutschen Zeitung", Deutschland müsse künftig "offen damit umgehen, dass wir - so wie jedes andere Land dieser Welt - eigene strategische Interessen haben".

Bei einer sicherheitspolitischen Konferenz der Unionsfraktion im Bundestag hatte sie zudem die enge Partnerschaft mit den USA betont. Deutschland müsse in Zukunft "aber auch selbst die Initiative ergreifen, Impulse setzen, Optionen aufzeigen". Und es müsse bereit sein, "die damit verbundenen Kosten zu tragen - finanziell, politisch und moralisch."

Besuch in der Synagoge von Halle geplant

An diesem Donnerstag will US-Außenminister Pompeo auch die Stadt Halle besuchen. Die Jüdische Gemeinde in der Stadt stellt das vor eine Herausforderung: "Unsere Aufgabe ist eigentlich, das religiöse Leben zu organisieren und nicht Präsidenten und Minister zu empfangen", sagte der Vorsitzende der Gemeinde, Max Privorozki, den Medien des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Am 9. Oktober, dem jüdischen Feiertag Yom Kippur, versuchte in Halle ein bewaffneter Rechtsextremist in die Synagoge einzudringen, tötete eine Passantin und den Gast eines Imbiss.

Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump Anfang 2017 angespannt. Die US-Regierung wirft dem Nato-Partner Deutschland mangelnde Militärausgaben vor, kritisiert das deutsch-russische Pipeline-Projekt Nord Stream 2 scharf und droht der EU mit Strafzöllen, was vor allem die deutsche Autoindustrie treffen könnte.

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