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Richard Grenell - US-Botschafter verteidigt Twitter-Botschaft

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Der neue US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat seine Twitter-Botschaft verteidigt, in der er den Rückzug deutscher Unternehmen aus Iran gefordert hatte.

Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin am 29..2010
Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin
Quelle: reuters

Richard Grenell stellte in der Bild-Zeitung die Frage an die Unternehmen, ob sie mit einer Bedrohung Geschäfte machen wollten. "Dann sollen bitte alle Firmenchefs, die das wollen, jetzt aufstehen und sagen: 'Wir wollen mit den Mullahs Geschäfte machen'", fügte er hinzu.

Kurz nach der Entscheidung Trumps zum US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran und der Wiedereinsetzung von Sanktionen gegen das Land hatte Grenell am Dienstag in einer Twitter-Botschaft deutsche Firmen unverblümt aufgefordert, ihr Iran-Geschäft "sofort" herunterzufahren.

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Am selben Tag hatte er seinen Posten als US-Botschafter in Berlin angetreten. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte Grenell zur Kritik an seinem Tweet: "Ich habe einen anderen Stil. Da will ich ganz ehrlich sein". Er hob hervor: "Diplomat zu sein, bedeutet für mich, Klartext zu sprechen - gerade gegenüber Freunden."

Länder sollen souverän entscheiden

Sein Tweet sei "kein Befehl, keine Anweisung" gewesen, sagte er der "Bild". "Natürlich" sei "jedes Land souverän" und könne "für sich selbst über Sanktionen entscheiden". Andererseits sagten Deutschland, Frankreich und Großbritannien aber selbst, dass der Iran eine Bedrohung darstelle. Den Funke-Blättern sagte Grenell, er sei gegen Gruppendenken in der Diplomatie. "Wenn man Krieg vermeiden will, verfügt man besser über Diplomaten, die bereit sind, hart zu sein", fügte er hinzu. "Das ist meine Aufgabe. Ich möchte nicht scheitern."

Die USA seien sich mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien einig, dass Iran ein Problem darstelle. Das Atomabkommen sei "viel zu schwach", betonte Grenell. "Selbst wenn der Iran sich Wort für Wort an das Abkommen hält, kann er immer noch Atomwaffen entwickeln." Ziel der USA sei es, "die Iraner an den Verhandlungstisch zurückbringen", sagte Grenell der Bild-Zeitung. "Wir wollen, dass unsere europäischen Freunde dabei an unserer Seite sind ebenso wie Russland und China." Grenell sagte überdies, er halte Trump in Deutschland für weitgehend unverstanden.

Lob für Merkel

"Donald Trump ist anders, er macht Politik anders", sagte Grenell der Bild. "Es sagt, was er denkt, und tut, was er sagt." Grenell betonte, Trump sei kein Ideologe. "Wenn Trump wirklich ein konservativer Ideologe wäre, wie es so oft heißt, hätte ich diesen Posten hier nicht. Ich bin homosexuell", sagte der Botschafter. Er trat in der Zeitung zugleich Andeutungen entgegen, das Verhältnis zwischen dem US-Präsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel sei kühl.

"Ich habe die Kanzlerin mit dem Präsidenten verhandeln sehen", sagte Grenell. Merkel sei "eine großartige Verhandlerin, sehr effektiv und sehr einflussreich in Europa. Die beiden lachen miteinander, und der Präsident hat ihr seine privaten Räume im ersten Stock des Weißen Hauses gezeigt. Soweit ich weiß, war sie da noch nie vorher", sagte Grenell mit Blick auf den jüngsten Besuch Merkels in Washington.

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