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Demokraten fordern schärfere Waffengesetze

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Nach Massaker in Virginia Beach - Demokraten fordern schärfere Waffengesetze

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Mehr als 22.000 Vorfälle mit Schusswaffen gab es in diesem Jahr bereits in den USA. Doch die Waffengesetze bleiben wohl liberal, auch nach dem Massaker in Virginia mit zwölf Toten.

Nach dem Massaker von Virginia Beach trauen die Menschen in dem Küstenort.
Nach dem Massaker von Virginia Beach trauen die Menschen in der Küstenstadt.
Quelle: dpa

Die Zahlen, die das Gun Violence Archive in den USA für das aktuelle Jahr bereithält, sind drastisch. 22.091 Vorfälle sind auf der Webseite am Samstagabend gezählt, 5.815 Tote, 11.114 Verletzte. Außerdem 150 "Mass shootings", das letzte davon am Freitag in Virginia Beach, wo ein Mann im Verwaltungsgebäude des Küstenorts zwölf Menschen tötete, bevor die Polizei den Täter selbst erschoss. 15 Jahre lang sei der 40-jährige Ingenieur ein angestellter der Behörde gewesen, teilte Polizeichef Jim Cervera mit. "Das ist der verheerendste Tag in der Geschichte von Virginia Beach", sagte Bürgermeisterin Bobby Dyer.

"Immer dasselbe: Gedenkminute - und danach passiert nichts"

Es ist immer dasselbe. Wir halten eine Gedenkminute und danach passiert nichts.
Demokrat Gregory Meeks

Während US-Präsident Trump via Twitter sein Beileid aussprach, erneuerten die Demokraten die Debatte um Waffengesetze. Der Parteivorsitzende der Demokraten, Tom Perez, sagte bei CNN: "Wir können etwas dagegen tun." Man müsse der Waffenlobby-Organisation NRA den Kampf ansagen. Auch sein Parteikollege, der New Yorker Abgeordnete Gregory Meeks, sah Handlungsbedarf: "Es ist immer dasselbe. Wir halten eine Gedenkminute und danach passiert nichts." Der Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, nannte das Massaker im Bundesstaat Virginia am Freitag "eine weitere furchtbare Tragödie", die daran erinnere, dass Waffengewalt in den USA angesprochen werden müsse. "Das kann nicht weitergehen."

Bemühungen von Organisationen, strengere Waffengesetze zu erkämpfen, scheitern am Widerstand vor allem konservativer Politiker und der Waffenlobbyorganisation NRA. Präsident Donald Trump hatte bei einer NRA-Veranstaltung im April betont, seine Republikaner seien die Partei, die das Recht auf Waffenbesitz schütze. Mit Blick auf die Demokraten sagte er damals: "Sie werden auch eure Waffen wegnehmen!" Er versprach den Waffenlobbyisten, das von Konservativen auf die US-Verfassung zurückgeführte Recht auf Waffenbesitz nicht anzutasten.

In Amerika kommt es auch wegen der laxen Waffengesetze immer wieder zu tödlichen Angriffen. So hatte etwa im Oktober 2017 ein Mann in Las Vegas das Feuer auf ein Musikfestival eröffnet und 59 Menschen getötet. Im Juni 2016 hatte ein Mann in Orlando 49 Besucher eines Schwulenclubs erschossen.

Täter von Virginia Beach schoss wahllos auf Menschen

Der Polizeichef von Virginia Beach, Jim Cervera, sagte, der Täter sei am Freitagnachmittag in den Verwaltungskomplex der 450.000-Einwohner-Stadt am Atlantik eingedrungen und habe mit seiner großkalibrigen Handfeuerwaffe wahllos auf Menschen in allen drei Stockwerken des Gebäudes geschossen. Er sei mit mehreren übergroßen Magazinen ausgerüstet gewesen. Als Polizisten eintrafen, habe der Schütze auch auf sie geschossen. Ein Polizist sei getroffen worden, seine Schutzweste habe ihm das Leben gerettet.

Karte von Virginia mit Virginia Beach
Karte von Virginia mit Virginia Beach
Quelle: ZDF

CNN berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass es sich bei dem Schützen um einen 40-jährigen Mann handele. Nachbarn beschrieben ihn demnach als Einzelgänger. Cervera sagte, die Ermittler untersuchten einen Tatort, der "am besten als Kriegsgebiet" beschrieben werden könne.

Eine städtische Angestellte, die sich bei dem Angriff im Gebäude aufhielt, sagte dem Lokalsender WAVY, sie habe Schreie und Schüsse gehört und den Notruf angerufen. "Wir haben uns im Büro verbarrikadiert." Sie und ihre Kollegen hätten die Tür mit einem Schreibtisch blockiert. "Wir haben nur gehofft, dass es bald vorbei sein wird." Die Frau fügte hinzu: "Ich weiß nicht, was für ein Mensch so etwas tun würde." Anwohner fanden sich am Samstag zu einer spontanen Andacht in der Nähe des Tatorts zusammen.

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