Sie sind hier:

Warmlaufen für nächste Wahl - US-Demokraten: Kommando "Dump Trump"

Datum:

Während Präsident Trump Ferien auf seinem Golfplatz macht und Nordkorea droht, denken die Demokraten in Washington fieberhaft darüber nach, wie sie Trump bei der nächsten Wahl loswerden. Ein Programm gibt es schon, Kandidaten auch. Allerdings sind viele alte Hüte dabei.

US-Verteidigungsminister Mattis sagte, Pjöngjangs Vorgehen könne zum Ende des Regimes und zur Vernichtung seines Volkes führen. Nordkorea kündigte an, Pläne für einen möglichen Angriff auf die US-Insel Guam zu präzisieren.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die US-Demokraten sind offenbar unter die Pizzabäcker gegangen. "Better Deal. Better jobs, better wages, better future" heißt ihr neues Programm. Viele Amerikaner erinnert dieser Slogan eher an Pizza als an Politik. Schließlich wirbt die Pizzakette Papa John’s aus Kentucky seit Jahren mit der Botschaft "Better ingredients. Better pizza" um hungrige Kundschaft.

Spott für die "Pizzapartei"

Das Rezept der Demokraten für eine bessere Zukunft besteht vor allem aus wirtschaftspolitischen Zutaten: Unternehmensmonopole sollen aufgebrochen werden. Durch Steuervergünstigungen und Investitionen sollen zehn Millionen neue Jobs entstehen. Außerdem wollen die Demokraten den Mindestlohn auf 15 Dollar pro Stunde erhöhen und bezahlten Urlaub im Krankheitsfall sowie Familienzeiten einführen. Die Demokraten wollen dem Wähler Salami mit extra Käse verkaufen, lästerten hunderte Twitter-User. "Leere Pizzakartons, leere Versprechen."

Tatsächlich trägt der "Better Deal" vor allem die Handschrift des linken Flügels der Partei. Viel Bernie Sanders mit einer kleinen Prise Hillary Clinton. Die Frage ist, ob den amerikanischen Wählern der "Better Deal"“ besser schmeckt als Populismus à la Trump. Die nächsten Wahlen, die Midterm Elections, stehen bereits in zwei Jahren an, die Präsidentschaftswahl dann im November 2020. Das Ziel der Demokraten: Die Mehrheit im Kongress zurückgewinnen und Trump ablösen.

No-names und alte Haudegen

Dafür muss nicht nur ein gutes Programm, sondern auch ein guter Verkäufer her. Einer hat seine Kandidatur bereits ganz selbstbewusst verkündet: John Delaney, ein Kongressabgeordneter aus dem Bundesstaat Maryland, will antreten. Das Problem: Niemand kennt den 54-Jährigen. "John wer", fragen selbst Parteikollegen. Leider sind auch die meisten anderen Hoffnungsträger der Demokraten weitgehend unbekannt. Cory Booker, der schwarze Senator aus New Jersey, Amy Klobuchar, Senatorin aus Minnesota, Kamala Harris aus Kalifornien oder Kirsten Gillibrand aus New York - laut einer Umfrage hat die Mehrheit noch nie etwas von ihnen gehört.

Alte Bekannte sind dagegen die beiden linken Haudegen Bernie Sanders und Elizabeth Warren. Die erfahrene Senatorin aus Massachusetts und der altgediente Senator aus Vermont haben im Wahlkampf 2016 kräftig mitgemischt. Sie sind mit allen Wassern gewaschen und kennen sich aus mit Politik und Populisten. Allerdings halten sich beide bisher bedeckt. "Ich kandidiere nicht für das Präsidentschaftsamt, ich mache meine Arbeit", schnauzte Warren kürzlich einen Reporter an. Und auch Sanders sagt, es sei noch viel zu früh, über die nächste Wahl zu reden.

Ein Ausschluss-Kriterium für beide könnte ihr Alter sein. Warren wäre 2020 über 70, Sanders sogar schon 80. Das gilt auch für Joe Biden. Obamas ehemaliger Vizepräsident ist zwar schon 74, zählt sich selbst aber noch nicht zum alten Eisen. Er erfreut sich bester Gesundheit und bester Umfragewerte. "Ich habe zwar nicht vor zu kandidieren, aber ich verspreche auch nicht, dass ich es nicht tun werde", lautete Bidens rätselhafte Antwort auf die Frage nach einer möglichen Präsidentschaftskandidatur.

Promi-Kandidat als Joker

"Wenn die Demokraten Trump loswerden wollen, brauchen sie einen echten Joker", meint dagegen Politik-Experte und Kommentator Cliston Brown. Mainstream-Politiker hätten 2020 keine Chance. "Wer die amerikanische Geschichte studiert, stellt fest, dass die Wähler seit Watergate dem politischen Establishment extrem misstrauisch gegenüber stehen. Die Leute haben die Nase voll von Politikern."

Glücklicherweise stehen neben Beruspolitikern jede Menge Stars aus Show und Business auf der Liste der Demokraten. Bekanntester, jüngster und reichster Kandidat ist Mark Zuckerberg. Der 36-jährige Chef von Facebook hätte nicht nur die nötigen Milliarden, um den Wahlkampf zu finanzieren, sondern auch jede Menge Daten und Informationen über die Wähler. Als Geschäftsmann hat er genau wie Bob Iger, Boss der Walt Disney Company, und Howard Schultz, ehemaliger Chef der Kaffeekette Starbucks, glänzende Aussichten. Schließlich gilt bei Wahlen in den USA weiterhin: It’s the economy, stupid!

Womöglich käme auch ein A- oder B-Promi aus dem Showbusiness als demokratischer Präsidentschaftskandidat in Frage. "Die Geschichte hat es bewiesen: Fame works (Berühmtheit funktioniert)", so Politik-Analyst Cliston Brown. Schließlich hätten seine Landsleute 1980 einen Cowboy-Darsteller und 2016 einen Bauunternehmer gewählt. Warum also beim nächsten Mal nicht einen Profi-Wrestler? "The Rock" alias Dwayne Douglas Johnson, ein ehemaliger Kampfsportler und muskelbepackter "Baywatch"-Star aus Florida, hätte nach dieser Logik durchaus Chancen, Trump zu schlagen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.