Trump will Zölle auf alle Importe

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US-Handelsstreit mit China - Trump will Zölle auf alle Importe

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Neue Eskalation: Erst erhöhen die USA bestehende Sonderzölle, jetzt sollen sogar alle Einfuhren aus China mit solchen Abgaben belegt werden.

US-Präsident Donald Trump.
US-Präsident Donald Trump.
Quelle: Susan Walsh/AP/dpa

Nach den jüngsten Verhandlungen lässt US-Präsident Donald Trump den Handelskonflikt mit China noch weiter eskalieren: Sonderzölle sollen sogar auf alle Importe aus China im Wert von rund 500 Milliarden US-Dollar ausgeweitet werden.

Wie der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer mitteilte, habe der Präsident angeordnet, den Prozess zu beginnen, 25-prozentige Abgaben auf weitere Waren im Wert von rund 300 Milliarden Dollar zu erheben. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefällt.

Zweitägige Handelsgespräche zwischen den USA und China in Washington waren am Freitag ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Ungeachtet der laufenden Gespräche war in der Nacht bereits die von Trump angekündigte Anhebung der Sonderabgaben auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar in Kraft getreten. Die Zölle stiegen von bisher zehn auf 25 Prozent. Für weitere Importe im Volumen von 50 Milliarden Dollar lag der Satz bereits zuvor bei 25 Prozent.

Peking: "Vorsichtig optimistisch"

China äußerte sich wenig beeindruckt: "Ich denke nicht, dass die Gespräche geplatzt sind. Im Gegenteil", sagte Chefunterhändler Liu He vor der Abreise aus Washington. "Es ist normal und unausweichlich, kleine Rückschläge und Wendungen in Gesprächen zu haben", sagte der Vizepremier vor chinesischen Journalisten. Beide Seiten hätten ihre Standpunkte geklärt und die Inhalte der nächsten Runde diskutiert. "Wir sind vorsichtig optimistisch." Es sei vereinbart worden, die Gespräche "in der näheren Zukunft" in Peking fortzusetzen.

Trump bezeichnete seinerseits die Handelsgespräche als "offen und konstruktiv". Ob Sonderzölle wieder aufgehoben würden, "hängt davon ab, was in Bezug auf zukünftige Verhandlungen geschieht", schrieb der Präsident auf Twitter. Er wirft der chinesischen Seite vor, in den seit Monaten andauernden Handelsgesprächen bereits gemachte Zusagen neu verhandeln zu wollen. Vor dem Ende der jüngsten Gesprächsrunde hatte Trump erklärt: "Es gibt überhaupt keinen Grund zur Eile."

Mit der Erhöhung und den Plänen für eine Ausweitung der Zölle verschärft Trump den Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften. Experten warnten vor schädlichen Auswirkungen auch auf Deutschland und die Weltwirtschaft. China will die Sonderzölle nicht tatenlos hinnehmen und kündigte «notwendige Gegenmaßnahmen» an, ohne aber Details zu nennen. Auffällig war, dass beide Seiten trotz der Eskalation weiter demonstrativ freundliche Töne anschlugen - möglicherweise um die Finanzmärkte nicht zu verunsichern.

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