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Nach VW-Abgasskandal - US-Justiz fahndet nach fünf Ex-VW-Managern

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Bei der Aufarbeitung des VW-Abgasskandals macht die US-Justiz Druck. Ein früherer Manager des Autobauers sitzt in den Staaten bereits in Haft. Jetzt fahnden die USA nach weiteren Ex-Managern. Eine Anwältin eines früheren VW-Managers sprach von einer "erwartbaren Konsequenz".

Mehr als zwei Millionen Diesel-Fahrzeuge müssen in Deutschland nach dem VW-Abgasskandal umgerüstet werden. Während betroffene Kunden in den USA teils großzügig entschädigt werden, gehen deutsche Autobesitzer meist leer aus. Das könnte sich nun ändern.

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Die US-Justiz hat im Abgas-Skandal offenbar fünf frühere Manager und Entwickler von Volkswagen weltweit zur Fahndung ausgeschrieben. Ziel der US-Behörden ist es, die dort Angeklagten zu fassen und hinter Gitter zu bringen, wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Donnerstag meldeten. Das US-Justizministerium in Washington wollte sich dazu auf dpa-Anfrage nicht äußern. Den Angeklagten werden Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen US-Umweltvorschriften vorgeworfen.

Die Anwältin des früheren Entwicklungschefs der Kernmarke VW, Heinz-Jakob Neußer, sagte am Freitag, der Schritt der Behörden sei aus ihrer Sicht nicht überraschend, sondern eine "erwartbare Konsequenz" der Anklagen in den Vereinigten Staaten. Unter anderem wurde auch gegen Neußer ermittelt.

Fahndung offenbar über Interpol

Die Fahndung läuft demnach über die internationale Polizeiorganisation Interpol. Die fünf in den USA Angeklagten könnten Deutschland nicht mehr verlassen, weil sie in einem anderen Staat wohl festgenommen und dann möglicherweise in die Vereinigten Staaten überstellt würden. Interpol in Lyon wollte sich auf dpa-Anfrage nicht äußern.

Laut dem Medienbericht wird die Fahndung im Kreise der Verteidiger der Beschuldigten als "neue Eskalationsstufe" bezeichnet. Die USA zeigten, dass sie nach Straf- und Schadenersatzzahlungen von VW den Fall keineswegs zu den Akten legen wollten.

Inhaftiertem VW-Manager droht lange Haftstrafe

Anfang des Jahres war ein früherer Volkswagen-Manager am Flughafen von Miami in Florida von der US-Bundespolizei FBI festgenommen worden. Er war bei VW bis März 2015 in leitender Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut.

Im Mai hatte ein Berufungsgericht bestätigt, dass der Mann nicht auf Kaution freigelassen werden darf. Die US-Justiz befürchtet, dass er sich sonst nach Deutschland absetzen könnte, von wo ihm keine Auslieferung droht. Sein Prozess wird voraussichtlich erst im Januar 2018 beginnen. Ihm droht eine lange Haftstrafe. Der Mann ist einer von sechs amtierenden und ehemaligen Führungskräften, die die US-Justiz im Zusammenhang mit der Dieselaffäre strafrechtlich belangen will.

Abgas-Affäre noch nicht aufgearbeitet

Der Abgas-Skandal von VW hatte seinen Ursprung im Herbst 2015 in den USA. Das Unternehmen hatte Abgastests bei Dieselautos manipuliert. In der Folge rutschte der Konzern in eine tiefe Krise. Für Vergleiche mit Klägern in den USA und Kanada hatte der Konzern bisher umgerechnet mehr als 22 Milliarden Euro gezahlt.

Die Affäre ist längst noch nicht aufgearbeitet. Auch in Deutschland laufen strafrechtliche Ermittlungen - die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug gegen fast 40 Beschuldigte. Darunter sind die fünf früheren VW-Manager, die nun von der US-Justiz laut Medienberichten zur Fahndung ausgeschrieben wurden. Daneben gibt es zahlreiche Klagen von Aktionären sowie zivilrechtliche Klagen von Autobesitzern, die Entschädigung von VW verlangen.

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