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Hohe Auflagen - USA erlauben Bayer Monsanto-Übernahme

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Bayer ist dem Ziel, den Biotech-Riesen Monsanto zu übernehmen, ein großes Stück näher gerückt. Doch die Auflagen sind hoch, von einem "historischen Vergleich" ist die Rede.

Monsanto Hauptsitz in St Louis, Missouri
Der Saatgut- und Agrarchemie-Hersteller Monsanto steht vor der Übernahme durch Bayer. Quelle: dpa

Die US-Kartellbehörden haben die Übernahme des Saatgut- und Agrarchemie-Herstellers Monsanto durch Bayer unter strengen Auflagen genehmigt. Allerdings zahlt der Leverkusener Konzern einen hohen Preis: Die Zustimmung gab es nur unter der Bedingung, dass milliardenschwere Geschäftsanteile veräußert werden. Dies teilte das US-Justizministerium am Dienstag in Washington mit. Die Leverkusener wollen durch den rund 62,5 Milliarden Dollar (54,1 Milliarden Euro) teuren Zukauf zum weltweit führenden Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln aufsteigen. Es handelt sich um die bisher größte Übernahme durch einen deutschen Konzern im Ausland.

Die US-Behörden hatten jedoch starke Vorbehalte und stuften die geplante Transaktion wegen zu hoher Marktmacht eigentlich als illegal ein. Um dennoch eine Genehmigung zu erhalten, musste Bayer dem Justizministerium zufolge dem größten Kompromiss zustimmen, der jemals bei einer Übernahme in den USA vereinbart wurde.

"Historischer Vergleich"

Insgesamt müsse sich Bayer von Geschäftsteilen im Wert von rund neun Milliarden Dollar trennen - darunter fast das gesamte eigene Saatgutgeschäft - damit bei der Fusion mit Monsanto keine Nachteile für Wettbewerber und Verbraucher entstünden. Ein Sprecher des Ministeriums bezeichnete die Einigung als "historischen Vergleich".

Damit ist für Bayer der Weg zum Abschluss seines größten Zukaufs in der Firmengeschichte praktisch frei. Von zahlreichen Kartellbehörden wie der Kommission der Europäischen Union (EU) und den Wettbewerbshütern aus Brasilien und China hat Bayer bereits unter Auflagen eine Genehmigung erhalten. Daneben müssen noch Mexiko und Kanada den Deal absegnen.

Nutznießer BASF

Bayer hatte sich bereits im April mit dem US-Justizministerium grundsätzlich geeinigt und dafür weitere Zugeständnisse gemacht. Nutznießer der kartellrechtlichen Auflagen ist der Chemiekonzern BASF. An ihn sollen Geschäfte mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro für insgesamt 7,6 Milliarden Euro gehen und damit mehr Firmenanteile als ursprünglich von Bayer erwartet. Bayer musste deshalb kürzlich seine Synergieerwartungen an den Deal herunterschrauben. Vorstandschef Werner Baumann erwartet den Abschluss der Transaktion in Kürze, wie er Ende vergangener Woche auf der Hauptversammlung gesagt hatte.  

Der Agrarkonzern Monsanto könnte bald zu Bayer gehören, samt Glyphosat, Gentechnik und Drohnen.

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