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US-Medien - Tod von Zivilisten: Hat Trump Einsatzregeln geändert?

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360 tote Zivilisten unter Trump pro Monat statt 80 unter Obama? Laut einem US-Medienbericht soll sich die Zahl von toten Zivilisten auf dem Schlachtfeld mehr als vervierfacht haben. Das Pentagon widerspricht und zweifelt die Zahlen an, die auf Schätzungen beruhen. Trump habe die Einsatzregeln nicht geändert.

Die Zahl der zivilen Opfer bei Luftangriffen der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition im Irak und in Syrien hat laut einem Bericht in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump vor einem halben Jahr seien bei Bombardierungen des US-geführten Bündnisses mehr als 2.200 Zivilisten getötet worden, hieß es in einem Bericht der Journalisteninitiative Airwars, die die Nachrichtenseite "The Daily Beast" veröffentlichte. Das seien im Durchschnitt mehr als 360 Opfer im Monat. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte die Zahlen nicht. Ein Sprecher zweifelte den Bericht an.

Pentagon weist Vorwürfe zurück

Laut Airwars wurden unter Trumps Vorgänger Barack Obama in den beiden Ländern seit Beginn der Luftangriffe im August 2014 mindestens 2.300 Zivilisten getötet. Das entspreche etwa 80 Todesopfern im Monat, hieß es in dem Bericht.

Die hohe Opferrate in den vergangenen Monaten sei zum Teil das Ergebnis der "brutalen Schlussphase des Krieges" mit Angriffen auf die dicht bevölkerten Städte Mossul im Nordirak und Al-Rakka im Norden Syriens, schrieb Airwars weiter. Aber es gebe auch Hinweise, dass unter Trump der Schutz von Zivilisten auf dem Schlachtfeld verringert worden sei. So habe Trump das Verteidigungsministerium angewiesen, bestimmte Einschränkungen beim Kampf gegen den IS auszuklammern.

Das Pentagon hat mehrfach erklärt, die Einsatzregeln unter Trump nicht geändert zu haben. Sprecher Jeff Davis sagte, das Militär betreibe einen "außerordentlichen Aufwand", um Zivilisten zu schützen. Er wies die Darstellung zurück, es sei aufgrund der Strategie der neuen Regierung zu mehr toten Zivilisten gekommen.

Angaben beruhen auf Schätzungen

Berichte über zivile Opfer seien stets mit Vorsicht zu betrachten, fügte er hinzu. "Ich denke, es gibt wohlmeinende Leute, Organisationen und Reporter, die Berichte in sozialen Medien sehen und sie für wahr halten, ohne sich die Zeit zu nehmen, es mit unseren Angriffsorten zu vergleichen, um zu sehen, ob diese Vorwürfe Richtigkeit haben oder nicht."

Bei den Angaben von Airwars handelt es sich um Schätzungen. Die Initiative wertet dafür unterschiedliche Quellen aus, darunter Bilder und Angaben aus sozialen Medien.

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