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Madam President 2020

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Kandidatinnen gegen Trump - Madam President 2020

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Noch knapp 600 Tage, dann ist US-Präsidentschaftswahl. Bereits jetzt laufen sich Trumps Herausforderer warm, darunter sechs Frauen. Wir stellen sie und ihre Chancen vor.

Archiv: Weißes Haus in Washington, aufgenommen am 27.08.2018
Wann zieht die erste Präsidentin ins Weißes Haus ein?
Quelle: reuters

Kamala Harris

Als die Senatorin aus Kalifornien ihre Kandidatur verkündete, war selbst Präsident Trump beeindruckt. Mehr als 20.000 Menschen kamen zu ihrer Kundgebung nach Oakland. Die charismatische Juristin erinnert viele Beobachter an Barack Obama. Ihre Eltern kamen als Einwanderer aus Indien und Jamaika in die USA. Ihr ungewöhnlicher Vorname Kamala stammt aus dem Sanskrit und bedeutet Lotusblume.

Politisch setzt sich die 54-jährige Demokratin für eine staatliche Gesundheitsversicherung ein. Außerdem will sie eine massive Steuerreform und die Anhebung des Mindestlohns durchsetzen, um Geringverdienern zu helfen. "Der Amerikanische Traum gehört uns allen", schreibt sie in ihrer gerade veröffentlichten Autobiografie. Politikexperten trauen ihr zu, dass sie Donald Trump 2020 schlagen kann.

Amy Klobuchar

Die Senatorin aus Minnesota gilt als bodenständig und hart im Nehmen. Ihre Kandidatur verkündete die 58-Jährige bei eisigen Temperaturen inmitten eines Schneesturms. Die Demokratin sitzt seit 2007 im Senat und wird dort wegen ihrer überparteilichen Zusammenarbeit mit ihren republikanischen Kollegen geschätzt. Klobuchar kommt aus dem Mittleren Westen. Mit ihr als Kandidatin könnten die Demokraten in den konservativen Trump-Hochburgen dort möglicherweise Wählerstimmen zurückgewinnen.

Klobuchar setzt sich für bessere Datenschutzgesetze ein. Außerdem will sie die USA ins Pariser Klimaabkommen zurückführen. In den vergangenen Wochen machte Klobuchar Negativschlagzeilen, weil sie offenbar regelmäßig ihre Mitarbeiter demütigt und zu Wutausbrüchen neigt. 

Elizabeth Warren

Die ehemalige Harvard-Professorin ist eine progressive, liberale Politikerin aus Massachusetts. Wie ihr Senatskollege und Freund Bernie Sanders gilt Elizabeth Warren als Linke. Die Juristin und Finanzexpertin hat unter Präsident Obama die Verbraucherschutzbehörde Consumer Financial Protection Bureau mitgegründet.

Warren fordert die Einführung einer "Ultra-Millionärs-Steuer" für Superreiche. Die Sonderabgabe soll die Mittelschicht entlasten und Klimaschutzprojekte finanzieren. Warren hat sich in der Vergangenheit mehrfach als "Native American" bezeichnet. Präsident Trump verpasste ihr daraufhin den Spottnamen "Pocahontas". Kritiker werfen Warren vor, ihre Cherokee-Abstammung (die sie medienwirksam durch einen DNA Test nachzuweisen versuchte) zu nutzen, um ihre Karriere zu fördern.

Kirsten Gillibrand

Kirsten Gillibrand ist Senatorin des Bundesstaats New York. Sie beerbte Hillary Clinton und übernahm 2009 deren Sitz im Senat. Die 52-jährige Anwältin galt lange Zeit als konservativ - sie sprach sich für strengere Einwanderungsgesetze und gegen eine Verschärfung des Waffenrechts aus. Inzwischen gilt Gillibrand innerhalb der demokratischen Partei eher als Mitte-Links Kandidatin.

Herzstück ihrer Politik sind Frauenrechte. Sie setzt sich für bezahlte Elternzeit und die gleiche Entlohnung von Männern und Frauen ein. Außerdem engagiert sie sich in der #MeToo Bewegung und gilt als eine der schärfsten Kritikerinnen von Präsident Trump im Senat. Gillibrand hat zwei Bücher veröffentlicht, darunter ein Kinderbuch über berühmte Frauenrechtlerinnen.

Tulsi Gabbard

Die 37-jährige Abgeordnete vertritt seit 2013 den US-Bundesstaat Hawaii im Repräsentantenhaus. Gabbard hat als Soldatin 15 Jahre in der Nationalgarde gedient und war zweimal im Irak und in Kuwait stationiert.

Ihr wichtigstes Anliegen: Die Militäreinsätze der USA beenden, die einen Regimewechsel zum Ziel haben. "Ich habe die Folgen von Krieg mit eigenen Augen gesehen. Ich weiß, wer am meisten darunter leidet. Deshalb kämpfe ich für Frieden, Sicherheit und Freiheit", so Gabbard. Kritik erntete sie nach ihrem Treffen mit dem syrischen Machthaber Baschar Al-Assad 2017. Sie habe sich zum Sprachrohr des Diktators gemacht. Gabbard, die im Außenpolitischen Komitee des Abgeordnetenhauses sitzt, verteidigte sich: Es sei wichtig, auch mit potenziellen Gegnern im Dialog zu bleiben.

Marianne Williamson

Marianne Williamson
Bestsellerautorin Marianne Williamson
Quelle: imago

"Wir müssen uns neu in dieses Land verlieben", fordert Marianne Williamson. Die 66-jährige  Texanerin ist keine Politikerin, sondern Bestsellerautorin, Aktivistin und spiritueller Coach. Oprah Winfrey ist eine ihrer größten Fans. Williamson hat 12 Lebensberatungs-Bücher, Karriere-Ratgeber und Diät-Handbücher geschrieben. Ende April erscheint ihr neuestes Buch "A politics of love".

Was genau Williamsons politische Botschaft ist, ist unklar. Auf ihrer Webseite schreibt sie: "Bei meiner Präsidentschafts-Kampagne geht es um die Suche nach höherer Weisheit." Sie engagiert sich intensiv in der AIDS-Hilfe. 2014 bewarb sie sich um einen Sitz im Kongress, scheiterte allerdings. Dass sie die Kandidatin sein wird, die 2020 gegen Trump antritt, ist extrem unwahrscheinlich, meinen Beobachter.

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