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Washington - Justizminister will im Amt bleiben - trotz Trump-Kritik

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Es ist beispiellos, wie US-Präsident Trump gerade von seinem Justizminister abrückt. Hätte er vorher gewusst, dass Sessions sich aus den Russland-Ermittlungen zurückziehen würde, hätte er ihm den Job nie gegeben, so Trump. Den Gescholtenen selbst beeindruckt das allerdings nicht: Er will im Amt bleiben.

US-Präsident Trump demontiert öffentlich seinen Justizminister Jeff Sessions. Grund dafür ist das Verhalten des Ministers in der Russland-Affäre.

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Ein halbes Jahr nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hängt die Russland-Affäre als dunkler Schatten über ihm: Wegen des Verhaltens von Justizminister Jeff Sessions in der Affäre distanzierte sich Trump in einem Interview mit der "New York Times" mit deutlichen Worten von dem Minister: "Wie kann man einen Job übernehmen, wenn man sich selbst für befangen erklärt?" fragte der US-Präsident. Wenn Sessions dies schon vor einer Ernennung zum Justizminister getan hätte, "hätte ich gesagt, 'Danke, Jeff, aber ich werde Dich nicht nehmen'", fügte Trump hinzu. Sessions' Verhalten sei "extrem unfair - und das ist ein mildes Wort - gegenüber dem Präsidenten".

Sessions erklärte, dennoch im Amt bleiben zu wollen. Er werde das tun, so lange es "angemessen" sei, sagte Sessions. Das Justizministerium arbeite erfolgreich, das zeigten die jüngsten Ergebnisse. "Ich bin völlig zuversichtlich, dass es uns gelingt, diese Behörde auf effektive Weise weiterzuführen." Die Ausübung des Postens sei eine große Ehre für ihn.

Mehrmals mit russischem Botschafter getroffen

Sessions hatte sich vergangenes Jahr als damaliger Senator und Wahlkampfberater Trumps mehrmals mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak getroffen. Dass er dies während seines Nominierungsverfahrens im Senat verschwieg, erregte Argwohn. Erst nach der Enthüllung dieser Treffen durch die Presse bestätigte sie der inzwischen ins Amt eingesetzte Minister. Zudem erklärte er formell seinen Rückzug aus den Russland-Ermittlungen des ihm unterstehenden FBI.

Trump steht wegen der Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams unter Druck. In der Affäre ermitteln derzeit außer der Bundespolizei FBI mehrere Kongressausschüsse und der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller. Sie gehen dem Verdacht möglicher Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und der Führung in Moskau während des Präsidentschaftswahlkampfes im vergangenen Jahr nach.

Aussage verweigert

Sessions war im Wahlkampf einer der treuesten Unterstützer von Trump. Sein Auftritt vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats überzeugte aber auch Trump nicht. Der Justizminister habe dort "schlechte Antworten" gegeben. "Er antwortete auf einfache Fragen und seine Antworten hätten einfach sein müssen, aber das waren sie nicht", sagte Trump der "New York Times".

Bei der Anhörung Mitte Juni hatte Sessions Vorwürfe, er habe während des US-Wahlkampfes heimliche Absprachen mit Russland getroffen, empört zurückgewiesen. Weil er sich nicht zum Inhalt seiner Gespräche mit Trump äußern wollte, warfen die Demokraten ihm vor, die Untersuchung der Affäre durch den Kongress zu behindern.

Trumps ältester Sohn soll aussagen

Kommenden Mittwoch sollen nun Trumps ältester Sohn und sein früherer Wahlkampfleiter Paul Manafort vor dem Justizausschuss des Senats aussagen, wie das Gremium mitteilte. Dabei soll es um das Treffen von Trump junior und Manafort mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja im Juni 2016 gehen.

Der Sohn des US-Präsidenten hatte zugegeben, sich in der Erwartung mit der russischen Anwältin getroffen zu haben, belastendes Material über die damalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu erhalten.

Auch der Schwiegersohn und Berater des Präsidenten, Jared Kushner, hatte an dem Treffen teilgenommen. Er soll bereits am Montag hinter verschlossenen Türen vom Geheimdienstausschuss des Senats befragt werden, wie sein Anwalt dem Sender CNN sagte.

Medien abermals Fake News vorgeworfen

Das Weiße Haus und der Kreml kritisierten derweil die Reaktionen auf das Bekanntwerden eines weiteren Gesprächs zwischen Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin beim G20-Gipfel in Hamburg Anfang Juli. "Ein Mal mehr hat das Russland-Fieber die Medien gepackt" und sie hätten eine Geschichte erfinden wollen, "die es einfach nicht gibt", sagte Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders.

Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte der russischen Nachrichtenagentur Tass, Berichte über ein Geheimtreffen seien "absolut absurd". Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, Trump und Putin hätten nach einer kurzen Begrüßung zu Gipfelbeginn sowie einem gut zweistündigen Gespräch sich beim späteren Abendessen erneut ausgetauscht.

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