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Russland-Affäre - Es schimmelt im Weißen Haus

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Die Russland-Affäre in den USA wirkt wie ein Schimmelpilz. Langsam frisst er sich ins Weiße Haus vor. Immer mehr von US-Präsident Trumps Vertrauten sind betroffen. Und der Schimmel macht vor dem Oval Office nicht Halt - auch wenn die Bewohner ihn mit allen Mitteln bekämpfen.

Das US-Repräsentantenhaus hat umfangreiche Sanktionen gegen Russland beschlossen, die vor allem den Energiesektor treffen. Nicht nur Moskau ist darüber; auch die EU und Berlin äußern Sorgen.

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Der Präsident selbst bekämpft den Schimmel mit den schärfsten Mitteln. Er hat die Medien, die über das Zusammenspiel zwischen Russland und Trumps Wahlkampfteam berichteten, zu Staatsfeinden erklärt. Er hat den FBI-Chef James Comey, der nicht aufhören wollte, nachzuforschen, gefeuert. Er twittert jeden Tag wütende Attacken, spricht von einer Hexenjagd. Aber nichts hat bisher geholfen. Der Schimmel breitet sich weiter aus. Jetzt ist er sogar im Kinderzimmer der Trumps angekommen.

Trump Junior muss Treffen mit Russland-Kontakt zugeben

Ulf Röller, Leiter des ZDF-Studios Washington
Ulf Röller, Leiter des ZDF-Studios Washington Quelle: ZDF

Donald Trump Junior, Sohn des Präsidenten, muss demnächst auch vor dem Untersuchungsausschuss aussagen. Vor Kurzem hatte er noch lauthals bestritten, während des Wahlkampfs jemals Kontakte mit Mitgliedern aus Putins Team gehabt zu haben. Um es politisch unkorrekt zu sagen, so wie es der Präsident mag: Da hat sein Sohn einfach mal gelogen. Denn er versuchte mit Hilfe der Russen, Wahlkampfmunition gegen Hillary Clinton zu sammeln. Nicht Fake News behaupten das, sondern Trumps eigener Sohn musste dies zugeben, nachdem das Treffen bekannt wurde. Seitdem wächst der Schimmel noch schneller.

Jared Kushner gibt sich ahnungslos

Die Verteidigungslinie der Trumps wirkt schwach. Jared Kushner, der Schwiegersohn des Präsidenten, hat das Drehbuch vorgegeben. Er musste bereits zweimal aussagen. Mehrere Treffen mit russischen Regierungsvertretern hat er öffentlich gemacht. Auch er hatte bisher solche Kontakte geleugnet. Nun gibt er sich ahnungslos, spielt die Bedeutung der Gespräche herunter, beteuert seine Unschuld. Seine Anwälte haben Kushner dafür ein Statement aufgeschrieben. Wort für Wort hat er es vorgelesen. Fragen beantwortet er nicht.

Er hat Angst, Fehler zu machen. Die Nation erlebte nicht den mächtigen Berater des Präsidenten, der den Frieden im Nahen Osten bringen soll, sondern einen unsicheren Mann, dessen einzige politische Qualifikation ist, Schwiegersohn von Trump zu sein. Die Russland-Affäre macht Kushner klein. Er wird wieder aussagen müssen. Zu viele Fragen sind offen. Der Schimmel wächst weiter.

Trump stiftet neues Chaos

Der Präsident ist genervt. Jeden Tag neue Enthüllungen. Das Weiße Haus ähnelt einem Schweizer Käse, voller Löcher, aus dem Informationen an die Medien durchsickern. Donald Trump droht den Mitarbeitern mit drakonischen Strafen, falls sie mit der Presse sprechen. Der Mann, der sich als Alleskönner gepriesen hat, hat den eigenen Laden nicht im Griff.

Der Präsident selbst verursacht Chaos. Das Neueste: seine Attacken gegen seinen Justizminister Jeff Sessions. Auch der verschwieg Kontakte zu Russland und zog sich deshalb aus den Untersuchungen zu der Affäre zurück. Nun kann er Trump nicht mehr helfen oder besser schützen. Der ist sauer, arbeitet an seinem Rücktritt. Doch Sessions will nicht gehen und der Präsident will ihn nicht feuern. Er fürchtet noch mehr Chaos.

Trump gerät unter Druck - auch durch die eigene Partei

So sitzt im Weißen Haus ein angeschlagener, schwacher Präsident, der bisher kein wichtiges Gesetz verabschiedet hat. Und der aufpassen muss, dass die Russland-Affäre ihn nicht erdrückt. Der Sonderermittler Robert Mueller will Trumps Finanzen einsehen. Es geht um mögliche Geschäftskontakte des Präsidenten zu russischen Oligarchen. Die Einschüsse kommen also näher. Und Trump kann sie nicht wirklich stoppen. Dafür bräuchte er eine republikanische Partei, die bedingungslos hinter ihm steht. Tut sie aber nicht. Die Republikaner hören nicht auf zu fragen und seine Familienmitglieder unter die Lupe zu nehmen. Der Schimmel wächst immer weiter. Langsam arbeitet er sich ins Oval Office vor.

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