Sie sind hier:

Sexualität - Trump verbietet wieder Transgender beim US-Militär

Datum:

US-Präsident Donald Trump hat angeordnet, Transgender-Personen vom Militärdienst auszuschließen - egal welche Funktion sie dort ausüben, twitterte er. Das US-Militär könne sich nicht mit den medizinischen Kosten und Störungen belasten, die mit dem Einsatz von Transgendern einhergingen.

US-Präsident Trump demontiert öffentlich seinen Justizminister Jeff Sessions. Grund dafür ist das Verhalten des Ministers in der Russland-Affäre.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Das US-Militär müsse sich stattdessen darauf konzentrieren, entschlossen und siegreich zu sein, erklärte Trump. Unter seinem Vorgänger Barack Obama war das Verbot für Transgender beim Militär im vergangenen Jahr aufgehoben worden. Der damalige Verteidigungsminister Ashton Carter ermöglichte damit im US-Militärapparat tätigen Transgendern, ihr Geschlecht zu ändern.

Generalstab beantragte Fristverlängerung

Wer sich neu verpflichten wollte, musste zunächst nach wie vor das Geschlecht angeben, mit dem er oder sie geboren wurde. Carter setzte aber den Streitkräften eine Frist bis zum 1. Juli 2017, um eine Regelung zu finden, die Transgendern uneingeschränkten Zugang zum Militärdienst ermöglicht - sofern sie auch die nötigen übrigen Tests bestehen. Der Generalstab beantragte aber Ende Juni noch einmal eine sechsmonatige Verlängerung der Frist.

Nach Schätzungen dienen trotz des Verbots bis zu 7.000 Transgender in den US-Streitkräften. Ihnen drohte schon bisher der Ausschluss, wenn sie ihre sexuelle Identität öffentlich machten. Es blieb am Mittwoch zunächst offen, was nun mit ihnen geschieht.

Transgender ist ein Oberbegriff für Menschen, die sich im falschen Körper geboren fühlen und solche, die sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen können. Seit dem Jahr 2011 steht die US-Armee bereits Lesben und Schwulen offen.

Matt Thorn von der Gruppe OutServe-SLDN, die Lesben Schwule, Bisexuelle und Transgender im Militär vertritt, sagte, Tausende hätten beim US-Militär gedient, ohne irgendwelche Probleme zu verursachen. Victoria Rodriguez-Roldan von einer weiteren Aktivistengruppe erklärte, Trump zerstöre Menschenleben, um daraus politisches Kapital zu schlagen. "Das Militär ist oft der letzte Ausweg für Leute, die wegen Diskriminierung keinen Job finden können", sagte sie.

Kritik auch von republikanischer Seite

Auch aus dem Kongress kam Kritik an Trumps Entscheidung. Die republikanische Abgeordnete Ileana Ros-Lehtinen erklärte auf Twitter: "Keinem Amerikaner, ganz gleich welcher sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität, darf die Ehre und das Privileg untersagt werden, für unser Land zu dienen." Der demokratische Senator Ed Markey sagte, Transgender im Militär seien keine Ablenkung, sie seien "engagierte Patrioten".

Trump hatte im Wahlkampf versprochen, die LGBT-Community schützen zu wollen. In einem Tweet vom Juni 2016 erklärte er, er werde für sie kämpfen. Diese Nachricht machte am Mittwoch erneut die Runde. Nutzer fragten, ob Trump wisse, wofür das T in der Abkürzung stehe. LGBT steht für die englischen Begriffe Lesbian (lesbisch), Gay (schwul), Bi (bisexuell) und Trans.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.