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USA lockern Einschränkungen - Huawei darf 90 Tage lang US-Ausrüstung kaufen

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Die USA haben einige der Einschränkungen für den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei gelockert - zumindest für 90 Tage. Nicht ganz uneigennützig, vermutet ein Experte.

Huawei-Logo an einem Fabrikkomplex in Dongguan (Archivbild)
Die USA befürchten, dass Huawei-Technik ein Einfallstor für chinesische Spionage und Sabotage sein könnte.
Quelle: reuters

Die USA haben einige der Einschränkungen für den chinesischen Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei gelockert. Das Unternehmen darf nun 90 Tage lang US-Produkte kaufen, um seine bestehenden Netze zu unterhalten und Software-Updates für die existierenden Smartphones bereitzustellen, wie das Handelsministerium am Montag mitteilte. Mit dem Schritt sollten Telekommunikationsanbieter, die Huawei-Ausrüstung nutzen, Zeit erhalten, andere Vereinbarungen zu treffen, sagte Handelsminister Wilbur Ross. "Um es kurz zu machen, diese Erlaubnis bedeutet, dass die existierenden Smartphones und ländlichen Breitbandnetze weiter funktionieren."

Mit dem Schritt wolle das US-Handelsministerium vermeiden, dass der jüngste Bann unerwünschte Nebenwirkungen habe, sagte der Anwalt und Ex-Ministeriumsmitarbeiter Kevin Wolf. "Es sieht so aus, als ob sie Netzausfälle verhindern wollen."

Befürchtung: Huawei-Technik als Einfallstor chinesischer Sabotage

Ein von US-Präsident Donald Trump erlassenes Dekret, das US-Unternehmen die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Risiko für die nationale Sicherheit der USA eingestuft wird, werde durch den Aufschub jedoch nicht aufgehoben, hieß es in dem Dokument weiter. Trump hatte vergangene Woche Unternehmen seines Landes per Dekret die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Sicherheitsrisiko eingestuft wird. Dazu rief er einen nationalen Notstand in der Telekommunikation aus.

Huawei gilt als Hauptziel dieser Maßnahme. Die USA befürchten, dass Huawei-Technik ein Einfallstor für chinesische Spionage und Sabotage sein könnte. Huawei selbst verweist immer wieder auf seine Unabhängigkeit vom chinesischen Staat.

Google hat Geschäftsbeziehungen mit Huawei gekappt

Der US-Gigant Google kappte am Montag in weiten Teilen seine Geschäftsbeziehungen mit dem Huawei-Konzern. Google beuge sich dem Dekret zur Telekommunikation, erklärte der US-Konzern zur Begründung. Das könnte künftig weitreichende Folgen für Huawei-Nutzer haben - betroffen sind nicht nur Updates des Android-Betriebssystems, sondern auch der Zugriff auf Dienste wie Gmail und Google Maps.

Für die Nutzer aktueller Geräte ändert sich zunächst nichts. Google rüstet mit seinem Betriebssystem Android die große Mehrheit der Smartphones weltweit aus. Eine stetige Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen ist von großer Bedeutung, damit das Android-System mit den jeweiligen Smartphones kompatibel ist.

Huawei in Gesprächen mit Google

Huawei-Chef Ren Zhengfei reagierte kämpferisch auf die Maßnahmen. Die USA "unterschätzen" die Stärke Huaweis, sagte Ren dem staatlichen Fernsehsender CCTV. Das Know How seines Konzerns bei 5G-Mobilfunknetz-Technologie sei davon nicht betroffen. Mit Blick auf Google sagte Ren, es seien Gespräche mit dem US-Konzern im Gange, wie mit dem Trump-Dekret umzugehen sei. Google sei eine "höchst verantwortungsvolle Firma".

Huawei ist einer der weltweit größten Telekommunikations- und Netzwerkausrüster. Die Technik des Konzerns spielt auch beim Aufbau von 5G-Mobilfunknetzen eine wichtige Rolle, die wiederum einer Reihe von Schlüsseltechnologien wie vernetzten Fabriken oder autonomen Fahrzeugen den Weg bereiten sollen.

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