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Mohammed Dschawad Sarif - Irans Außenminister auf US-Sanktionsliste

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Die US-Regierung hat den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif ab sofort auf die Sanktionsliste gesetzt. Das hat Konsequenzen.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in New York (Archivbild)
Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. (Archivbild)
Quelle: dpa

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump setzt den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif auf die Sanktionsliste. Sie sieht ihn auch als verlängerten Arm der iranischen Revolutionsgarde, die offiziell als "terroristisch" deklariert ist.

Nach Angaben eines führenden Regierungsmitarbeiters in Washington, der namentlich nicht genannt werden will, wird Sarif nur noch zur UN-Generalversammlung in die USA einreisen können, weil er diplomatische Immunität genießt. "Damit wird der iranische Außenminister offenbar in keiner Weise mehr als Ansprechpartner für den Iran akzeptiert. Alle Bemühungen für eine diplomatische Lösung des Konflikts werden damit massiv erschwert", berichtet ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.

Irans Außenminister hat die von der US-Regierung gegen ihn verhängten Sanktionen in einer ersten Reaktion als "wirkungslos" bezeichnet. Er und seine Familie hätten keinerlei Besitz außerhalb des Irans, erklärte der Minister am Mittwoch über Twitter. "Danke, dass sie mich als so eine große Bedrohung ihrer Agenda wahrnehmen", schrieb er in offenbar sarkastischem Tonfall. Die Begründung der US-Regierung für die Sanktionen sei, dass er der wichtigste Sprecher des Irans auf der Weltbühne sei. "Ist die Wahrheit wirklich so schmerzhaft?", fragte er auf Twitter.

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US-Sanktionen gegen Chamenei bereits im Juni verhängt

Im Juni hatten die USA Sanktionen gegen Irans obersten Anführer, Ajatollah Ali Chamenei, und gegen mehrere hochrangige Angehörige der Revolutionsgarden verhängt. Die Regierung hatte damals zugleich angekündigt, auch Sarif auf die Sanktionsliste setzen zu wollen.

"Genug ist genug, hat Präsident Trump heute entschieden", hieß es am Mittwoch. Die US-Regierung werde ihre Strategie des maximalen Drucks gegen den Iran fortsetzen.

US-Regierung stieg 2018 aus Atomdeal aus

Die USA waren im Mai 2018 einseitig aus dem Atomdeal ausgestiegen.
Mit harten Sanktionen gegen den iranischen Öl- und Bankensektor wollen sie die Führung in Teheran seitdem dazu zwingen, einem neuen Atomabkommen mit härteren Auflagen zuzustimmen. Der Ölsektor ist die Haupteinnahmequelle des Landes. Das Atomabkommen soll die Islamische Republik davon abhalten, Nuklearwaffen zu entwickeln.

Sarif gilt als einer der Architekten der Vereinbarung. Der in Teheran geborene Diplomat hatte beste Voraussetzungen für einen Durchbruch bei den Verhandlungen: Der 59-Jährige hat in San Francisco studiert, besitzt einen Doktortitel in Politologie von der Universität Denver und spricht perfekt Englisch. Außerdem war er von 2002 bis 2007 Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York, wo er schon damals mehrere inoffizielle Treffen mit US-Politikern hatte.

John Kerry nannte Sarif einst einen "Patrioten"

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John Kerry (Archivbild)
Quelle: ap

Im Zuge der Verhandlungen für das Abkommen entwickelten Sarif und sein damaliger US-Kollege John Kerry eine gut funktionierende Arbeitsbeziehung, was angesichts der jahrzehntelangen Feindschaft zwischen den beiden Ländern bemerkenswert war. Der Demokrat Kerry nannte Sarif einen "Patrioten".

Trumps Regierung hingegen hat kein gutes Wort für den Diplomaten übrig. So bezeichnete Außenminister Mike Pompeo Sarif und den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani im Februar auf Twitter als "Frontmänner einer korrupten religiösen Mafia".

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