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US-Sanktionen gegen den Iran - Trump folgen? "Deutschland muss sich entscheiden"

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Maximaler Druck! Das ist Donald Trumps Motto, auch in Sachen Iran. Dass er aus Europa keine Unterstützung erhalte, beeindrucke ihn kaum, sagt Sicherheits-Experte Jamie Fly.

US-Präsident Donald Trump betritt die Air Force One.
Folgt Deutschland Donald Trumps Iran-Politik? Jamie Fly glaubt, dass Berlin sich bald entscheiden müsse.
Quelle: reuters

heute.de: Herr Fly, welche Probleme werden die neuen Iran-Sanktionen mit sich bringen für die globale Politik?

Jamie Fly: Unsere Partner wie Deutschland, aber auch andere europäische Länder, stehen vor der größten Herausforderung, denn sie versuchen noch immer das Atomabkommen mit dem Iran aufrecht zu erhalten. Das wird eine Störung in der transatlantischen Beziehung verursachen. Aber ich glaube, der Iran schadet sich selbst mit seiner anhaltenden Unterstützung von terroristischen Handlungen in Europa. Letzte Woche erst wurden Anschlagspläne in Dänemark öffentlich gemacht. Es scheint mir, dass Europa zunehmend gespalten auf die Sanktionen reagiert.

heute.de: Was bedeuten diese Sanktionen konkret für Deutschland? Wie sehr wird Deutschland betroffen sein?

Fly: Das hängt natürlich von der deutschen Regierung und den deutschen Firmen ab. Einige europäische Firmen haben sich schon davon distanziert, im Iran Geschäfte zu betreiben. Das Risiko ist ihnen zu groß, die Vereinigten Staaten sind ein größerer Markt als die iranische Wirtschaft. Deutschland muss jetzt entscheiden, wie sehr es sich mit der Trump Regierung anlegen will.

heute.de: Es gab Berichte, dass einige Länder versuchen wollen, die Sanktionen zu umgehen, sie suchen nach Schlupflöchern - was bedeutet das für die USA? Stehen die jetzt allein da?

Fly: Alle Einheiten, die sich daran beteiligen, riskieren, gegen die US Sanktionen zu verstoßen. Wie bereits erwähnt sehen wir ja schon, dass europäische Firmen sich aus dem Iran zurückziehen. Darum glaube ich nicht, dass die US-Regierung sich darüber große Sorgen macht.

heute.de: Aber was ist mit den Vereinigten Staaten, stehen die jetzt allein auf der Weltbühne?

Fly: So wirkt es wahrscheinlich manchmal in Europa, aber es gibt viele Länder, die die Bedenken der US-Regierung teilen, besonders unter den direkten Nachbarn Irans. Aber auch in Europa gibt es Bedenken, wie zum Beispiel vom dänischen Premierminister letzte Woche. Mehr und mehr scheint der Iran mit seinen Handlungen andere Länder zu überzeugen, dass es ein Land ist, mit dem man schwer zusammenarbeiten kann, und das rigorose Maßnahmen notwendig sind, damit sich ihr Verhalten ändert.

heute.de: Sind die Sanktionen von Präsident Trump dafür denn der richtige Weg?

Fly: Offensichtlich zeigen die Sanktionen erste Resultate, die iranische Wirtschaft steht unter Druck, auch die iranische Führung steht unter Druck. Es gab einigen Personalwechsel im Wirtschaftsministerium und bei der Zentralbank dort. Wir sehen außerdem zunehmend Proteste im vergangenen Jahr. Es ist die Bevölkerung, durchschnittliche Iraner, die das Gefühl haben, ihre Regierung sei korrupt, reagiere nicht auf ihre Sorgen.

heute.de: Wie könnte eine langfristige Lösung gefunden werden?

Fly: Die Trump-Regierung will deutlich machen, dass die Sorgen in Bezug auf den Iran sich nicht nur auf die Atomwaffenpolitik beschränken. Es geht dabei auch um Menschenrechte, das Verhalten in der Region, das Raketenprogramm, die Drohungen gegen Israel, die Vereinigten Staaten und so viele europäische Länder. Bis es an dieser Front nicht Fortschritte gibt, dürfte es von der US Regierung wenig Bereitschaft geben sich mit der iranischen Führung an einen Tisch zu setzen und zu verhandeln.

Das Interview führte Lara Wiedeking. Wiedeking arbeitet im ZDF-Studio Washington.

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