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Schießerei in Florida - US-Schule trauert um Opfer - Täter gesteht

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Drei Minuten - 17 Tote: Erneut reißt ein Schütze an einer US-Schule mehrere Menschen in den Tod. Nun hat er die Tat gestanden.

Trauerfeier für Opfer von Massaker in Parkland, Florida
Trauerfeier für Opfer von Massaker in Parkland, Florida Quelle: reuters

Nach dem Massaker an einer Schule in Florida mit 17 Toten hat der 19 Jahre alte Angreifer die Tat zugegeben. Wie aus einem Polizeibericht hervorging, räumte Nikolas C. ein, die Schüsse am Mittwochnachmittag an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland abgegeben zu haben. Hunderte Menschen versammelten sich am Donnerstagabend zu einer Gedenkfeier für die Opfer.

Die Andacht begann mit einer Schweigeminute, anschließend wurden die Namen der Getöteten vorgelesen. In den Farben der Schule gekleidet, hatten einige Trauernde Blumen gebracht - andere forderten auf Schildern, dass die Politik etwas gegen Massaker an Schulen unternehme. Sie riefen "Keine Waffen mehr". Derweil kamen mehr Details der blutigen Tat ans Licht.

Täter mischte sich nach Schüssen unter Flüchtende

Nikolas C. sagte den Ermittlern, er habe in den Fluren und auf dem Schulgelände der High School auf seine Mitschüler geschossen. Er habe geladene Munitionsmagazine in seinem Rucksack transportiert, bis er das Gelände erreichte. Im Schulgebäude schoss er in fünf Klassenzimmer. Vier der Räume befanden sich nach Angaben von Sheriff Scott Israel auf dem ersten Stock, der fünfte war im Stockwerk darüber. Der Schütze feuerte rund drei Minuten lang.

Als Schüler zu fliehen begannen, habe er sein Gewehr und eine Weste abgeworfen, um sich unter die Menge mischen zu können, sagte C. den Ermittlern. Dem Polizeibericht zufolge hatte er die Waffe im Februar 2017 erworben - wo, ist unbekannt. Der 19-Jährige hatte laut Behörden offenbar versucht, ein Fenster zu durchschießen, um auf die fliehenden Schüler außerhalb des Gebäudes feuern zu können, sagte Bill Galvano, Senator aus Florida. Das Glas ging jedoch nicht zu Bruch.

Täter besuchte früher selbst die Schule

Gegen den Todesschützen wird nun wegen 17-fachen Mordes ermittelt. Er besuchte die Schule früher selbst, wurde aber aus disziplinarischen Gründen von ihr verwiesen. Der Leiter der weißen Nationalistenmiliz Republic of Florida, Jordan Jereb, hatte zunächst erklärt, C. sei Mitglied der Gruppe gewesen. Sie hat sich laut Jareb zum Ziel gesetzt, Florida zu einem eigenen, weißen Ethnostaat zu machen und sich aus der modernen Welt zurückzuziehen. Später ruderte Jereb offenbar von seiner Aussage zurück. In dem sozialen Netzwerk "Gab" schrieb er, es habe sich um ein Missverständnis gehandelt. Auch die Polizei konnte eine Verbindung des 19-Jährigen zu der Gruppe nicht bestätigen.

Es war das folgenschwerste Bluttat an einer Schule in den USA seit dem Massaker an der Sandy Hook Elementary School in Newtown im US-Staat Connecticut im Dezember 2012. Damals waren 26 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Grundschüler. US-Präsident Donald Trump verwies auf Twitter auf den psychischen Zustand des Täters. "So viele Zeichen, dass der Florida-Schütze geistig gestört war, sogar wegen schlechten und unberechenbaren Verhaltens der Schule verwiesen", twitterte Trump am Donnerstag.

Trump: Kein Kommentar zu strengeren Waffengesetzen

Später veröffentlichte er eine offizielle Erklärung. Die Nation trauere mit denen, die Angehörige und Freunde bei der Tat an der Schule in Florida verloren hätten, hieß es darin. In einer Rede bezog Trump später keine Position zu der wieder aufgeflammten Debatte um schärfere Waffengesetze. Stattdessen sagte er, das Massaker habe die Schule zu einem "Schauplatz schrecklicher Gewalt, von Hass und Bösem" gemacht. Er kündigte an, die betroffene Kleinstadt Parkland zu besuchen.

Während der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, darum warb, nicht wieder über Waffengesetze zu streiten, kündigte Justizminister Jeff Sessions Untersuchungen zu Verbindungen zwischen psychischen Erkrankungen und Waffengewalt an. Damit werde er sein Ministerium beauftragen, sagte Sessions vor einer Gruppe Sheriffs in Washington. "Es kann nicht bestritten werden, dass in unserem Land etwas Gefährliches und Ungesundes passiert", sagte er.

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