Sie sind hier:

Verlust trotz guter Geschäfte - US-Steuerreform verhagelt Microsoft-Bilanz

Datum:

Die US-Steuerreform dürfte dem Software-Riesen Microsoft dauerhaft nutzen, sie sorgt zunächst aber für enorme Verluste. Ansonsten läuft es rund - vor allem in der Cloud.

Archiv: Das Logo von Microsoft steht vor der Microsoft-Deutschland-Zentrale, aufgenommen am  06.03.2017 in München
Archiv: Microsoft-Deutschland-Zentrale in München.
Quelle: dpa

Ein brummendes Cloud-Geschäft hat Microsoft zu Jahresende deutlich mehr Umsatz beschert, eine hohe Abschreibung wegen der US-Steuerreform riss jedoch ein tiefes Loch in die Bilanz. Unter dem Strich stand im Geschäftsquartal bis Ende Dezember ein Verlust in Höhe von 6,3 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro), wie der US-Konzern am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Überschuss in etwa gleicher Größenordnung gegeben.

Grund für den Verlust: Abgaben auf im Ausland geparktes Firmenvermögen

Der hohe Fehlbetrag erklärt sich durch die US-Steuerreform, von der Microsoft zwar auf längere Sicht profitieren dürfte, die jedoch zunächst eine Mega-Abschreibung von 13,8 Milliarden Dollar verursachte. Grund dürfte vor allem eine Abgabe auf im Ausland geparktes Firmenvermögen sein. Bei der Einmalbelastung handelt es sich aber um einen Bilanzeffekt, der das Geschäft nicht hemmt. So stieg der operative Gewinn um zehn Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar.

Dass es im Tagesgeschäft zuletzt rund lief, zeigt auch der Umsatz: Die Erlöse legten um zwölf Prozent auf 28,9 Milliarden Dollar (23,3 Milliarden Euro) zu. Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Microsofts Wachstumstreiber bleibt das Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet, hier gab es ein Umsatzplus von 56 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar. Die Cloud-Plattform für Unternehmen, Azure, legte sogar um 98 Prozent zu. Damit steigt der Druck auf den Marktführer Amazon Web Services.

Wachstum bei LinkedIn, Office und Xbox

Bei der gewerblichen Online-Version des Büroprogramms "Office 365" verzeichnet Microsoft ebenfalls starkes Wachstum - hier gab es zuletzt ein Erlösplus von 41 Prozent. Wie bei Azure werden für diesen Geschäftsbereich keine absoluten Zahlen genannt. Die Tochter Linkedin schaffte einen über 20-prozentigen Umsatzanstieg und trug 1,3 Milliarden Dollar zum Konzernumsatz bei. Dank eines guten Weihnachtsgeschäfts kletterten die Erlöse auch in der Gaming-Sparte mit der Spielkonsole Xbox um starke acht Prozent.

Doch insgesamt bleibt die klassische PC-Sparte, die nach wie vor mit einigem Abstand den meisten Umsatz macht, der Bremsklotz des Konzerns. In dem Geschäftsfeld, das neben den Videospielen auch den problematischen Hardware- und Smartphone-Bereich umfasst, gab es im vergangenen Quartal aber immerhin einen zweiprozentigen Umsatzanstieg auf 12,2 Milliarden Dollar. Bei Anlegern wurden die Zahlen unentschlossen aufgenommen - die Microsoft-Aktie verlor nachbörslich zunächst deutlich, drehte dann aber wieder leicht ins Plus.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.