Wer für die US-Demokraten ins Rennen geht

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Vor der US-Wahl 2020 - Wer für die US-Demokraten ins Rennen geht

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Sie wollen 2020 gegen Trump antreten: 20 Demokraten bewerben sich um das Amt des Präsidentschaftskandidaten. Darunter Biden, Sanders, aber auch ein Underdog wie Pete Buttigieg.

Pete Buttigieg, aufgenommen am 14.04.2019 in South Bend (USA)
Pete Buttigieg
Quelle: AP

Pete Buttigieg: der Shootingstar

Der US-Wahlkampf 2020 hat seinen ersten Shootingstar: Pete Buttigieg (sprich: Boot-edge-edge), dessen Namen bis vor kurzem nur die wenigsten aussprechen konnte, ist Bürgermeister, 37 Jahre jung, schwul, verheiratet, gläubig, Kriegsveteran, spricht sieben Sprachen (darunter Norwegisch) und kann Uni-Abschlüsse aus Harvard und Oxford vorweisen. Vor einer Woche hat er in seiner Stadt South Bend (Indiana) nun offiziell seine Präsidentschaftskandidatur bekanntgegeben. Die Euphorie unter seinen Anhängern, die sich erst in den letzten Monaten entwickelt hat, vergleichen Kommentatoren mit der für Obama 2008.

Anders als viele seiner Mitbewerber widmet Buttigieg dem derzeitigen Präsidenten wenig bis gar keine Aufmerksamkeit. Sein Mantra: Trump kann nur geschlagen werden, indem man ihn ignoriert und stattdessen über die eigenen politischen Ideen spricht. In den Umfragen konnte Buttigieg kräftig zulegen, liegt in den Swing States New Hampshire und Iowa schon auf dem dritten Platz. Dass er aus einem konservativen Bundesstaat kommt, der Mike Pence in der Vergangenheit zum Gouverneur gewählt hat, lässt viele Demokraten hoffen, dass er auch Brücken zu Wechselwählern schlagen kann. 

Joe Biden: der Politveteran

Joe Biden
Joe Biden
Quelle: AP

Er ließ sich lange mit seiner Entscheidung Zeit. Obamas ehemaliger Vize-Präsident Joe Biden steigt nach monatelangen Debatten nun offiziell in den Wahlkampf 2020 um die demokratische Präsidentschaftskandidatur ein. In den Meinungsumfragen liegt der 76-Jährige derzeit aufgrund seines allgemeinen Bekanntheitsgrades weit voran. Ein Umstand, der sich jedoch in den nächsten Wochen und Monaten schnell ändern könnte.

Denn Bidens bisher größte Stärke – sein Charisma und seine Fähigkeit auf Menschen zuzugehen – könnte ihm auch zum Verhängnis werden. Ende März prangerten mehrere Frauen an, Biden hätte sich in der Vergangenheit übergriffig verhalten, sie in der Öffentlichkeit gegen ihren Wunsch berührt und umarmt. Unter den jungen Demokraten steht "Uncle Joe" für einen Politik-Stil der alten Schule, von dem man sich verabschieden will. Gleichzeitig ist er jedoch einer der wenigen Demokraten, der einen Draht zu jenen Wechselwählern herstellen kann, die sich 2016 für Trump entschieden haben.

Bernie Sanders: der Sozialist

Bernie Sanders, aufgenommen am 15.04.2019 in Bethlehem (USA)
Bernie Sanders
Quelle: AP

Auch weit vorn in den derzeitigen Umfragen ist Bernie Sanders, der es nach 2016 noch einmal wissen will. Die junge Generation kann dem Senator aus Vermont, der sich selbst als Sozialist bezeichnet, nach wie vor viel abgewinnen. Seine Wahlkampfversprechen: Krankenversicherung für alle, höhere Steuern für Konzerne und die Abschaffung der Studiengebühren an öffentlichen Unis. Ob der für amerikanische Verhältnisse linke Kandidat die Demokraten ein weiteres Mal auf eine innerparteiliche Zerreißprobe stellt, bleibt abzuwarten.  

Beto O’Rourke: der Performer

Beto O'Rourke - Rede
Beto O'Rourke - Rede
Quelle: reuters

Im Kongresswahlkampf 2019 war er einer der Lieblinge der liberalen US-Medien, auch wenn ihm die Texaner letztendlich den Einzug in den Senat verwehrten. Nun, im Präsidentschaftswahlkampf, werden in Beto O’Rourke wieder hohe Erwartungen gesetzt, weil er einen Draht zu moderaten Wählern hat. Mit seiner unkonventionellen aber nahbaren Art - er ist bekannt dafür, auf Bühnen und Tische zu springen und mit großer Gestik zu predigen - kann er dem Entertainer Trump performancetechnisch das Wasser reichen. Stimmen, die die Inhaltslosigkeit seines bisherigen Wahlkampfes kritisieren, mehren sich jedoch.

Kamala Harris: die Staatsanwältin

US-Senatorin Kamala Harris (Archiv).
Kamala Harris
Quelle: J. Scott Applewhite/AP/dpa

Kamala Harris, Tochter eines Jamaikaners und einer Inderin, war lange Jahre Staatsanwältin in Kalifornien, bevor sie 2017 in den Senat einzog. Die resolute 54-Jährige bewirbt sich mit dem Slogan "For the people" für die Kandidatur, nimmt häufig Bezug auf die amerikanische Bürgerrechtsbewegung und soll vor allem weibliche und afroamerikanische Wählerschichten überzeugen. Vom linken Flügel der Demokraten wird Harris vorgeworfen, sie hätte durch ihre Karriere im Justizwesen die systematische Diskriminierung von Minderheiten legitimiert.

Elizabeth Warren: die Expertin

Elizabeth Warren, aufgenommen am 01.047.2019 in Washington (USA)
Elizabeth Warren
Quelle: AP

Sie will US-Konsumenten und öffentliche Güter schützen, die Kinderbetreuung verbessern und hat keine Scheu, sich mit den Mächtigsten anzulegen. Elizabeth Warren, linke Senatorin aus Massachusetts und Professorin für Konkursrecht, war im Zuge der Wirtschaftskrise 2007 eine der wichtigsten Stimmen im Kongress für eine strengere Regulierung der Finanzindustrie. Trotz detaillierter politischer Ideen liegt Warren im Rennen um Spendengelder derzeit weit hinter Bernie Sanders. Eine frühere Behauptung, sie hätte indianische Vorfahren, brachte ihr den Spott von Donald Trump ein, der sie seither als "Pocahontas" bezeichnet. Mittels DNA-Test versuchte Warren die Debatte um ihre Wurzeln zu beenden, erfolglos.

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