Sie sind hier:

Hunderte betroffen - E-Zigaretten: Mehr Krankheitsfälle in den USA

Datum:

Es sind beunruhigende Zahlen: In den USA sind Hunderte Menschen nach der Verwendung von E-Zigaretten erkrankt. Die Produkte sind auch in Deutschland immer beliebter.

Mann raucht E-Zigarette
Die WHO warnt vor Gesundheitsrisiken beim Gebrauch von E-Zigaretten
Quelle: reuters

Die Welle von Lungenerkrankungen nach dem Konsum von E-Zigaretten in den USA setzt sich fort: Aus 38 Staaten und einem US-Territorium seien mittlerweile 530 bestätigte und mutmaßliche Fälle von Atemwegserkrankungen gemeldet worden, teilte die Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Vor einer Woche waren es noch 380. In dieser Woche sei zudem in einem Krankenhaus in St. Louis im Staat Missouri ein 40-jähriger Mann gestorben. Es handelt sich damit um den achten Todesfall, der auf die Verwendung von E-Zigaretten zurückgeführt wird.

Erst am Mittwoch hatte Kanada einen ersten Krankheitsfall gemeldet: Betroffen ist ein Schüler, bei dem lebenserhaltende Maßnahmen nötig wurden. Er ist inzwischen auf dem Weg der Besserung.

Die Ursache der Erkrankungen in den USA ist noch unklar. Zwar haben Ärzte festgestellt, dass sie einer Inhalationsverletzung ähneln, bei der Lungen offenbar auf eine ätzende Substanz reagieren. Doch konnte bisher kein bestimmtes E-Zigarettenprodukt mit den Erkrankungen in Verbindung gebracht werden.

Zwei Drittel zwischen 18 und 34 Jahren alt

Die meisten Patienten gaben indes an, Geräte mit THC genutzt zu haben - jene psychoaktive Substanz in Marihuana, die für Rauschzustände sorgen kann. Der Mann, der nun in Missouri starb, hatte seiner Familie mitgeteilt, dass er im Mai wegen chronischer Schmerzen mit dem E-Zigaretten-Gebrauch begonnen habe, wie eine Kliniksprecherin in St. Louis mitteilte. Ob THC im Spiel war, ist aber noch unklar.

Über 373 der Verletzten lägen genauere Daten vor, sagte CDC-Chef Robert Redfield. Rund 67 Prozent von ihnen seien zwischen 18 und 34 Jahre alt, 16 Prozent seien jünger als 18. Etwa drei von vier seien männlich. Die US-Behörden warnten erneut alle Nutzer von E-Zigaretten vor dem Gebrauch wegen möglicher Lungenschäden.

Die für Lebensmittel- und Arzneimittelüberwachung zuständige Behörde FDA gab unterdessen bekannt, dass ihre Kriminalabteilung einer ersten Spur folge. So deuteten Krankheitsfälle auf E-Zigarren aus dem Schwarzmarkt hin. Der Direktor der FDA-Abteilung für Tabakprodukte, Mitch Zeller, betonte, dass es nicht um eine Strafverfolgung von Einzelpersonen gehe, die illegale Geräte nutzten. Seine Abteilung wolle vielmehr mit ihren "Spezialfähigkeiten" bei der Ursachensuche aushelfen.

E-Zigaretten sind im Trend. Doch in den USA gab es nun einen ersten Todesfall.

Beitragslänge:
9 min
Datum:

Schwere Symptome

Die Gesundheitsbehörden waren im Juli erstmals auf eine Häufung von Fällen schwerer Lungenerkrankungen bei Nutzern von E-Zigaretten aufmerksam geworden. Die Betroffenen leiden unter Symptomen wie starken Atemproblemen und Brustschmerz, viele müssen künstlich beatmet werden. Mehrere Jugendliche liegen im künstlichen Koma.

Die US-Regierung kündigte inzwischen ein landesweites Verbot von E-Zigaretten mit Aromastoffen an. E-Zigaretten mit süßlichen oder nach Menthol schmeckenden Zusatzstoffen sind besonders bei jungen Leuten in den USA sehr beliebt. Die US-Bundesstaaten Michigan und New York verhängten bereits ein Verbot von aromatisierten E-Zigaretten.

Gestiegene Nachfrage in Deutschland

Die großen Tabakkonzerne bewerben E-Zigaretten seit einigen Jahren auf der Suche nach neuen Kunden aggressiv: Nach ihren Angaben sind diese Produkte deutlich weniger gefährlich als traditionelle Zigaretten und können Rauchern dabei helfen, komplett auf "sicherere" Alternativen umzusteigen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bergen die batteriebetriebenen Geräte, bei denen mit Nikotin versehene Flüssigkeiten verdampft werden, aber ebenfalls Gesundheitsrisiken für die Konsumenten. Sie fordert deshalb deren Regulierung. Kritiker befürchten vor allem, dass sie Jugendliche nikotinabhängig machen.

In Deutschland ist die Nachfrage nach E-Zigaretten erneut deutlich gestiegen. Mit den E-Verdampfern und dem Zubehör werden 2019 schätzungsweise 600 bis 650 Millionen Euro erlöst, wie der Verband des eZigarettenhandels am Freitag im Rahmen der Fachmesse Intertabac in Dortmund mitteilte. Das wäre ein Plus von bis zu 25 Prozent im Vergleich zu 2018.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.