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Nach Jahren in Syrien - USA wollen IS-Anhängerin nicht zurücknehmen

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US-Präsident Trump will, dass europäische Staaten IS-Kämpfer aus Syrien zurücknehmen - lehnt selbst aber die Aufnahme einer Dschihadistin ab, die angibt, US-Amerikanerin zu sein.

Donald Trump
Donald Trump hat US-Außenminister Pompeo höchstpersönlich angewiesen, Muthana nicht zurück ins Land zu lassen.
Quelle: Reuters

Eine Frau aus dem US-Staat Alabama, die sich in Syrien der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen hat, darf mit ihrem kleinen Sohn nicht zurück in die USA. Hoda Muthana sei "keine US-Staatsbürgerin", habe "keinen gültigen US-Reisepass", und es gebe deshalb keine rechtliche Grundlage, sie in die Vereinigten Staaten einreisen zu lassen, teilte Außenminister Mike Pompeo am Mittwoch mit.

Frau war mit IS-Kämpfern verheiratet

Nach Darstellung des Anwalts ihrer Familie ist Muthana sehr wohl US-Bürgerin. Sie sei in den USA geboren und habe vor ihrem Beitritt zum IS einen gültigen Pass gehabt. "Sie ist Amerikanerin", sagte der Anwalt Hassan Shibly mit Sitz in Tampa in Florida. "Amerikaner brechen das Gesetz. Wenn Menschen das Gesetz brechen, haben wir ein Rechtssystem, um mit diesen Arten von Situationen umzugehen, um Menschen zur Rechenschaft zu ziehen, und das ist alles, worum sie bittet."

Die heute 24-Jährige hatte Ende 2014 das Haus ihrer Eltern in Alabama verlassen und war später in Syrien wieder aufgetaucht. Von dort aus rief sie über das Internet zur Gewalt gegen die USA auf. Sie zählte zu den prominentesten IS-Agitatoren. Sie gibt jetzt an, dass andere ihren Twitter-Account geführt hätten.

Muthana war mit zwei IS-Kämpfern verheiratet, die beide bei Gefechten ums Leben kamen. Mit einem bekam sie einen heute 18 Monate alten Sohn. Die Frau gehört zu rund 1.500 ausländischen Frauen und Kindern, die von Kurden im Flüchtlingslager Al-Hul festgehalten werden. Von dort aus bat sie nun um Vergebung und eine Wiedereinreise in die USA.

Anwalt: Muthana ist Amerikanerin

Nach Angaben des Anwalts ihrer Familie wurde sie in New Jersey geboren. Nach US-Recht wäre sie damit grundsätzlich Bürgerin der Vereinigten Staaten. Allerdings gibt es einige Ausnahmen, etwa bei Kindern von ausländischen Diplomaten. "Sie behaupten, dass ihr Vater Diplomat war, als sie geboren wurde, was er aber tatsächlich nicht war", sagte Anwalt Hassan Shibly. Er veröffentlichte eine Kopie der Geburtsurkunde der Frau, die zwei Monate nach ihrer Geburt im Oktober 1994 ausgestellt wurde.

Präsident Donald Trump twitterte am Mittwoch, er sei für die Entscheidung verantwortlich, Muthana die Einreise zu verweigern. "Ich habe Außenminister Mike Pompeo angewiesen, und er ist vollkommen einverstanden, Hoda Muthana nicht zurück ins Land zu lassen!", teilte Trump mit.

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Eine ähnliche Maßnahme hatte es in Großbritannien gegeben. Die britische Regierung teilte am Dienstag mit, sie entziehe einer 19-Jährigen, die das Land 2015 für einen Beitritt zum IS verlassen hatte, die Staatsbürgerschaft. Auch diese Frau war Mutter geworden.

Anwalt will Klage gegen Entscheidung einreichen

US-Anwalt Shibly sagte, Muthana sei "einfach eine blöde, naive, junge dumme Frau" gewesen, als sie sich für den IS begeistert habe. Sie habe geglaubt, dass der IS eine Organisation sei, die Muslime beschütze.

Nach der Tötung ihres zweiten Mannes habe Muthana einen dritten IS-Kämpfer geheiratet, sie habe sich aber zur Flucht entschieden, sagte der Anwalt. Shibly teilte mit, er habe vor, eine Klage gegen die Entscheidung der Regierung einzureichen. Anwälte der US-Ministerien für Auswärtiges und Justiz hätten sich mit dem Status von Muthana auseinandergesetzt, verlautete aus US-Regierungskreisen. Pompeos Stellungnahme basiere auf den Schlussfolgerungen der Anwälte.

Trump forderte Aufnahme von Europa

Trump hatte europäische Länder wie Deutschland zuvor dazu aufgerufen, mehr als 800 in Syrien gefangene IS-Kämpfer zurückzunehmen und vor Gericht zu stellen. Falls die Verbündeten nicht reagierten, seien die USA gezwungen, die Kämpfer auf freien Fuß zu setzen. Diese sind aber nicht in US-Gewahrsam, sondern in der Gewalt kurdischer Kräfte.

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