Sie sind hier:

USA-Nordkorea-Konflikt - Trump eskaliert weiter - Mattis warnt vor Krieg

Datum:

Die "Feuer und Zorn"-Warnung von Donald Trump in Richtung Pjöngjang war deutlich, für den US-Präsidenten aber offenbar nicht hart genug. Er setzt weiter auf Eskalation. Derweil warnt sein Verteidigungsminister Mattis, ein Krieg mit Nordkorea wäre "eine Katastrophe".

Im Atomkonflikt zwischen Nordkorea und den USA dreht sich die Spirale der Drohungen weiter. Nach Trumps impulsiver Rede kamen aus Pjöngjang Spott und die Ankündigung, Angriffspläne für die Insel Guam vorzulegen. Nun wiederum legte der US-Präsident nach.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Im Konflikt mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump seine Drohung an Pjöngjang bekräftigt. "Nordkorea kriegt besser die Kurve oder sie werden in Schwierigkeiten sein, wie es wenige Nationen jemals gewesen sind", sagte er am Donnerstag (Ortszeit) in seinem Golfclub im US-Staat New Jersey. Dabei sagte er auch, seine Regierung wolle "Milliarden Dollar" zusätzlich in die Raketenabwehr-Systeme des Landes stecken. Das nukleare Arsenal der Nation sei in "Tipptopp-Zustand" und werde besser, betonte er. Er habe bereits einiges an Modernisierung vornehmen lassen.

Mit Blick auf seine vorher geäußerte "Feuer und Zorn"-Warnung in Richtung Pjöngjang sagte er, vielleicht sei diese Aussage nicht hart genug gewesen. Seinen Vorgängern warf Trump vor, mit Blick auf Nordkorea nur unzureichend gehandelt zu haben - es sei Zeit, dass jemand gegen die Außenseiter-Nation anstehe. Das Land sei mit einer "Tragödie" durchgekommen, die nicht erlaubt werden könne.

Mattis: Krieg mit Nordkorea wäre "Katastrophe"

Zugleich warnte Trump, dass Atomwaffen eine Gefahr darstellten. Er wolle die Welt am liebsten "entatomisieren" (wörtlich "de-nuke"). Doch bis es so weit sei, würden die USA die "stärkste nuklear bewaffnete Nation der Erde" sein. Ob sein Land einen präventiven Erstschlag erwäge, sagte er nicht. "Natürlich" erwäge er aber diplomatische Verhandlungen mit Pjöngjang, die in den vergangenen 25 Jahren jedoch stets gescheitert seien.

US-Verteidigungsminister James Mattis sagte am Donnerstag (Ortszeit) an Reporter in Kalifornien gewandt, es sei zwar seine Verantwortung, militärische Optionen zu erwägen - doch die Vereinigten Staaten wollten sich auf eine diplomatische Lösung konzentrieren. Die Tragödie des Krieges sei bekannt. "Es braucht keine weitere Beschreibung außer dem Fakt, dass es eine Katastrophe wäre."

Australien auf Seite der USA, falls Nordkorea angreift

Indes kündigte der australische Ministerpräsident Malcolm Turnbull am Freitag an, sein Land werde den USA bei einem möglichen Angriff zur Seite stehen. "Wenn Nordkorea entscheidet, eine seiner Drohungen auszuführen, dann werden offensichtlich fürchterliche Konsequenzen folgen", sagte er dem Radiosender 3AW in Melbourne. Auch Japan und Südkorea hatten im Falle des Falles bereits Vergeltung versprochen.

Anlass für die neue Stufe des Konflikts ist eine Mitteilung des nordkoreanischen Militärs vom Donnerstag. Darin hieß es, es gebe den Plan, vier Mittelstreckenraketen vom Typ Hwasong-12 Richtung Guam abzufeuern - und dieser sei beinahe fertiggestellt. Demnach sollen die Raketen über Japan hinwegfliegen und 30 bis 40 Kilometer vor der Küste Guams im Meer einschlagen. Ob es tatsächlich dazu komme, sei aber eine Entscheidung von Kim Jong Un.

Auch Hacker als Mittel gegen Nordkorea

Sollte Nordkorea dieser Ansage tatsächlich Taten folgen lassen, würden die USA mit Sicherheit versuchen, die Raketen abzufangen. Der Konflikt würde damit eine bisher nie da gewesene Eskalationsstufe erreichen. Nach Angaben aktueller und früherer US-Regierungebeamter ist im Kriegsfall mit einer harten und schnellen Reaktion der Staaten zu rechnen. Eingesetzt würden neben der Luftwaffe dann vermutlich auch Drohnen und Hacker, die Cyberangriffe unter anderem auf nordkoreanische Militärstützpunkte, Kommando- und Geheimdienstzentralen ausüben sollten.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.