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Konflikt mit dem Iran - USA ordnen Abzug von Beamten aus dem Irak an

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Wegen der wachsenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran zieht Washington Teile seines diplomatischen Personals aus dem Irak ab. Die Angst vor einer Eskalation wächst.

USA ziehen Teil ihres Botschaftspersonals aus Irak ab. Archivbild
Die USA ziehen einen Teil ihres Personals aus dem Irak ab - auch aus der Botschaft in Bagdad. Archivbild
Quelle: Michael Kappeler/dpa

Die Betroffenen sollten möglichst rasch mit zivilen Verkehrsmitteln ausreisen, erklärte die US-Botschaft in Bagdad. In der Botschaft und im Konsulat im nordirakischen Erbil werde der normale Visa-Service vorübergehend ausgesetzt. "Die US-Regierung hat nur beschränkte Möglichkeiten, amerikanischen Bürgern im Irak in Notfällen zu Dienste zu stehen."

Vorwurf: "unmittelbar" bevorstehende Angriffe

Zuvor hatten die USA der Regierung in Teheran vorgeworfen, "unmittelbar" bevorstehende Angriffe in der Region zu planen, und hatten Kriegsschiffe und Langstreckenbomber in die Golfregion verlegt. Ein Militärsprecher betonte, Truppen im Irak und in Syrien seien in "hohe Alarmbereitschaft" versetzt worden. Geheimdienste der USA und ihrer Verbündeten hätten "glaubwürdige Bedrohungen" ausgemacht. Am Dienstag hatte US-Außenminister Mike Pompeo allerdings erklärt, die USA strebten "grundsätzlich" keinen Krieg mit dem Iran an. US-Präsident Donald Trump dementierte Berichte, wonach Washington die Entsendung von 120.000 Soldaten in die Region erwäge.

Briten sind anderer Ansicht

Damit widersprach er dem britischen General Chris Ghika, der im US-geführten Einsatz gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" tätig ist. Es gebe zwar eine Reihe bewaffneter Gruppen in den beiden Ländern, hatte dieser gesagt. Aber: "Es hat keine wachsende Bedrohung durch vom Iran unterstützte Kräfte im Irak und in Syrien gegeben." Auch andere Beobachter sind skeptisch. Der britische Außenminister Jeremy Hunt sagte, sein Land sorge sich wegen des Risikos eines Konflikts "mit einer Eskalation, die auf beiden Seiten unbeabsichtigt ist".

Washington hatte vergangene Woche mitgeteilt, neue und dringende Bedrohungen für Amerikaner und amerikanische Interessen durch den Iran und mit Teheran verbündete Kräfte in der Region entdeckt zu haben. Am Sonntag hatte die Botschaft Amerikanern geraten, Reisen in den Irak wegen "erhöhter Spannungen" zu vermeiden.

Iran beginnt mit Teilausstieg aus dem Atomabkommen

Trump hatte vor einem Jahr einseitig den Austritt aus dem Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms verkündet. Teheran kündigte vergangene Woche an, bestimmte Auflagen aus der Vereinbarung nun nicht mehr einzuhalten.

Der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Isna zufolge hat der Iran damit nun begonnen. Die Agentur beruft sich auf Informationen aus dem Nationalen Sicherheitsrat des Landes. Da heißt es: Fortan werde sich das Land nicht mehr an die Wiener Abmachung von 2015 halten, maximal 300 Kilogramm Uran und 130 Tonnen Schwerwasser im Land zu behalten und den Rest ins Ausland zu schicken oder zu verkaufen.

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