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Atom-Konflikt - Die USA wollen Reden, Nordkorea nicht

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Nach der Kriegsrhetorik der vergangenen Wochen gehen die USA einen Schritt auf Nordkorea zu und loten die Bereitschaft in Pjöngjang zum direkten Dialog aus. Eine Anfrage, ob Nordkorea zu Gesprächen bereit sei, so hieß es, habe das Kim-Regime abgelehnt.

"Es ist mehr als nur ein Krieg der Worte", sagt ZDF-Korrespondent Thomast Reichart über den aktuellen Konflikt zwischen den USA und Nordkorea. "Verbale Abrüstung" gehöre nicht zu Trumps Stärken, so ZDF-Korrespondent Daniel Pontzen.

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Nordkorea hat nach Angaben des US-Außenministeriums keinerlei Interesse an Gesprächen mit Washington. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Pjöngjang an Verhandlungen über eine Denuklearisierung interessiert sei, erklärte Außenamtssprecherin Heather Nauert am Samstag in Washington. Dabei hätten die USA Nordkorea unter anderem zugesichert, Machthaber Kim Jong Un nicht stürzen zu wollen.

Zuvor hatte US-Außenminister Rex Tillerson bei einem Besuch in Peking gesagt, die USA stünden in Kontakt mit Nordkorea, um die Möglichkeit von Verhandlungen über dessen Atom- und Raketenprogramm auszuloten. Dazu gebe es "zwei, drei Kanäle", deren Existenz Nauert bestätigte. "Wir können mit ihnen reden, und wir reden mit ihnen", sagte Tillerson am Samstag.

"Es wäre gut, wenn Nordkorea aufhören würde, Raketen abzufeuern"

"Die Situation ist meiner Meinung nach zurzeit etwas überhitzt." Alle hätten Interesse an einer Entspannung. "Offensichtlich wäre es gut, wenn Nordkorea aufhören würde, Raketen abzufeuern." Das würde die Lage deutlich beruhigen. Tillerson betonte, dass seine Regierung über Wege zum direkten Dialog mit Nordkorea verfüge. Die USA hätten "zwei, drei Kanäle nach Pjöngjang offen". Der Minister sagte zu den Reportern: "Wir sondieren, also bleiben Sie dran." Eine Reaktion aus Nordkorea auf das Gesprächsangebot stand zunächst aus.
Tillerson erklärte nach seinen Gesprächen in Peking zudem, die Volksrepublik signalisiere zunehmend Bereitschaft zur Durchsetzung von UN-Sanktionen gegen den benachbarten Verbündeten Nordkorea.

Militärische Lösung ist nicht die erste Wahl

Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump vor allem betont, dass die Vereinigten Staaten auf einen Militäreinsatz gegen Nordkorea vorbereitet seien. Dies sei aber nicht die erste Wahl, um den Streit über das Atom- und Raketenprogramm des Landes zu lösen. Deutschland, Frankreich, Russland und China mahnten wiederholt eine friedliche Lösung des seit Jahren gärenden Konflikts an, der sich zuletzt deutlich verschärft hatte.
Nordkoreas Führung hatte die Weltgemeinschaft mit neuen Atombomben- und mehreren Raketentests aufgeschreckt. Das Land arbeitet an atomwaffenfähigen Raketen, mit denen das US-Festland erreicht werden kann. Trump hatte erklärt, er werde dies niemals zulassen und hatte dem isolierten Land in einer Rede vor den UN mit der totalen Vernichtung gedroht.

US-Kreise: China befürchtet Flüchtlingswelle aus Nordkorea

Das verbale Säbelrasseln und der öffentliche Austausch von Beleidigungen zwischen Trump und Kim haben nicht zuletzt China alarmiert. Die Führung in Peking fürchtet nach Einschätzung von US-Regierungskreisen unter anderem eine Flüchtlingswelle im eigenen Nordosten, wenn schärfere Strafen zu einem vollständigen Zusammenbruch des abgeschotteten Nachbarn führen sollten.
Zugleich hat die Volksrepublik im Konflikt zwischen Nordkorea und der Weltgemeinschaft eine Schlüsselrolle. Die UN-Vetomacht ist traditionell mit dem kommunistisch regierten Nordkorea verbündet und steht für rund 90 Prozent des nordkoreanischen Außenhandels. US-Vertretern zufolge ist China offenbar zunehmend bereit, UN-Sanktionen gegen Nordkorea umzusetzen und die bilateralen Wirtschafsbeziehungen herunterzufahren. Trump hat die Pekinger Regierung wiederholt dazu aufgefordert, ihren Einfluss stärker geltend zu machen. Anfang November will Trump selbst nach Asien reisen, darunter auch nach China, Japan und Südkorea.

Nord- und Südkorea haben Tausende Raketen aufeinander gerichtet

Zwischen Nord- und Südkorea gibt es keinen Friedensvertrag, da der Korea-Krieg 1953 nur mit einem Waffenstillstand endete. Nord- und Südkorea haben auf ihrer Halbinsel zwischen China und Japan Tausende Raketen aufeinander gerichtet, die USA 28.500 Soldaten im Süden stationiert. Nordkorea droht immer wieder damit, die USA und ihre Alliierten in Asien zu zerstören.
Tillerson sprach in Peking mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jingping und dem obersten Diplomaten der Volksrepublik, Yang Jiechi. Das Thema Nordkorea war in ersten Erklärungen vor der Presse noch kein Thema gewesen.

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