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USA und China - Handelsstreit schürt Konjunktur-Ängste

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Der Handelsstreit zwischen den USA und China spitzt sich zu, die Angst vor einem Einbruch der Weltkonjunktur wächst. Schon jetzt hat der Zollstreit Spuren hinterlassen.

Der eskalierende Handelsstreit der beiden größten Wirtschaftsmächte schürt die Angst vor einem Einbruch der Weltkonjunktur. Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zollerhöhungen für Produkte aus China sind seit Freitag in Kraft.

Die Führung in Peking kündigte umgehend Gegenmaßnahmen an. Aber wie diese aussehen sollen, haben die Chinesen noch nicht ausgeführt, berichtet ZDF-Korrespondent Thomas Reichart. "Sie sind gewissermaßen jetzt schon am Ende der Fahnenstange, weil fast alles US-Waren aus China schon mit Strafzöllen belegt sind." Die USA hätten hingegen noch Spielräume. China sei in einer Art Schockstarre, so Reichart.

Trump sieht keinen Grund zur Eile

Eine weitere Runde von Verhandlungen zur Lösung des Konflikts endete in Washington ohne greifbares Ergebnis. "Es waren konstruktive Diskussionen. Das ist alles, was ich sagen kann", erklärte US-Finanzminister Steven Mnuchin, der an der Gesprächsrunde mit US-Chefunterhändler Robert Lighthizer und dem chinesischen stellvertretenden Ministerpräsidenten Liu He teilgenommen hatte.

Trump sieht allerdings keinen Grund für rasches Handeln. "Es gibt absolut keinen Grund zur Eile", twitterte er und dämpfte damit Hoffnungen auf eine schnelle Lösung des Streits. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire warnte angesichts der Zuspitzung in dem seit Monaten schwelenden Konflikt: "Es gibt keine größere Gefahr für das Weltwirtschaftswachstum."

Es gibt keine größere Gefahr für das Weltwirtschaftswachstum.
Bruno Le Maire, Frankreichs Finanzminister


Vor Beginn der Verhandlungen hatten die USA die Einfuhrgebühr für bestimmte chinesische Produkte von zehn auf 25 Prozent angehoben. Betroffen sind Waren aus 5.700 Kategorien im Volumen von 200 Milliarden Dollar. "Zölle werden unserem Land weit mehr Reichtum bringen als selbst ein phänomenales Geschäft nach der traditionellen Art", betonte Trump. "Wir werden weiter mit China verhandeln in der Hoffnung, dass sie nicht noch einmal versuchen, den Deal erneut anzutasten", twitterte er.

Zollstreit trifft auch US-Wirtschaft

Für etwas Luft in den Verhandlungen dürfte die Tatsache sorgen, dass die bereits von China aus gestartete Seefracht von den neuen Zöllen ausgenommen ist - sofern sie vor dem 1. Juni in den USA ankommt. "Dieser Aufschub könnte ein Zeitfenster öffnen, in dem die USA und China weiterverhandeln können", hieß es in einer Analyse der Investmentbank Goldman Sachs. Dass die Gespräche überhaupt weiterliefen, sei ein "positives Zeichen".

Wirtschaftsexperten befürchten durch den Zollstreit einen Rückgang des Welthandels. Auf die Frage nach der gravierendsten Folge der höheren Zölle antworten sie vorwiegend "weniger Handel", wie eine Umfrage des Ifo-Instituts unter 1.130 Volkswirten weltweit ergab.

"Tatsächlich haben die wechselseitigen Maßnahmen bereits deutliche Spuren hinterlassen, über internationale Wertschöpfungsketten auch in Drittländern", sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. "Gießt Donald Trump weiteres Öl ins Feuer, droht auch Ungemach für die US-Wirtschaft", warnte der Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel. In dem Fall würden sich die Chancen Trumps bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr verschlechtern.

Zuletzt hat Trump Hoffnungen geweckt, indem er eine Einigung noch diese Woche als möglich bezeichnete. Er habe einen "schönen Brief" von Chinas Präsident Xi Jinping erhalten, sagte Trump am Donnerstag. Darin habe dieser geschrieben, beide sollten zusammenarbeiten und sehen, ob man ein Ergebnis erreichen könne.

Trump wirft China unfaire Praktiken vor

Seit Juli 2018 überziehen sich die beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt gegenseitig mit Zöllen, was bereits die globale Konjunktur bremst. Trump stört sich unter anderem am riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China. Er wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken und Beschränkungen für ausländische Unternehmen sowie Diebstahl geistigen Eigentums vor.
Umgekehrt sieht sich auch die Volksrepublik benachteiligt.

So darf der Telekomkonzern China Mobil nicht in den USA aktiv werden, was die zuständige Aufsichtsbehörde FCC mit Sicherheitsbedenken begründete. Das Außenministerium in Peking forderte die USA auf, markwirtschaftliche Prinzipien zu respektieren und keinen "unzumutbaren Druck" aufzubauen.

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