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"Was ich will, ist Liebe" - Wie die Carter-Brüder ihren Streit im Netz austragen

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Kinder- und Teeniestars auf der schiefen Bahn: Der traurige Streit zwischen Aaron und Nick Carter gibt Einblick in das Leben zweier Brüder, die einmal Weltstars waren.

Ehemalige Teeniestars: Aaron Carter (2015 in Berlin) und Nick Carter (2019 in Hannover).
Ehemalige Teeniestars: Aaron Carter (2015 in Berlin) und Nick Carter (2019 in Hannover).
Quelle: dpa

Es ist ein wenig wie im Zoo, wenn die Besucher an die Scheiben vom Gehege hämmern, damit das Spektakel drinnen auch ja weiter geht. Der Tierpark des 21. Jahrhunderts sind in diesem Fall die sozialen Medien - und die Augen der Meute richten sich auf zwei bekannte Brüder: Nick und Aaron Carter. Einst weltbekannte Teeniestars, Tausende - wenn nicht Millionen - Mädchen waren in sie verliebt. Ihre besten Zeiten haben die Sänger allerdings beide hinter sich. Vielleicht fehlt ihnen auch deshalb jede Scheu, ihren bizarren Familienstreit öffentlich auszutragen.

Während Nick noch immer bei den Backstreet Boys singt, macht Aaron schon seit längerem fast nur negative Schlagzeilen. Etwa nach einer Festnahme im Jahr 2017 machte er dem großen Bruder Vorwürfe, sich nicht aufrichtig um seine Gesundheit zu Sorgen. Nun ist der Streit wieder entbrannt - schlimmer denn je.

Kontaktverbot und Liebeserklärung

Es begann mit einem Tweet. Mitte September teilte Nick Carter (39) der Welt mit, dass er sich um ein gerichtliches Kontaktverbot für den 31-jährigen Aaron bemühe. Dieser hätte zuvor angeblich erklärt, Gedanken in sich zu Tragen, Nicks schwangere Frau und das gemeinsame ungeborene Kind umzubringen, schrieb der ältere Carter. Er schloss damit, seinen Bruder zu lieben und wünschte ihm, die Hilfe zu bekommen, die er brauche, bevor er sich selbst oder jemand anderem Schaden zufüge.

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Nun lässt sich darüber streiten, wie weit Nick es tatsächlich ernst meinte mit seiner Liebeserklärung. Schließlich hatte er gerade seinen Bruder in der Öffentlichkeit als psychisch krank gebrandmarkt und damit Stimmung gegen Aaron gemacht.

"Ich habe nichts zu verstecken"

Allerdings muss gesagt werden, dass Aaron Carters zuvor selbst über seinen Gesundheitszustand gesprochen hatte - öffentlich: In der TV-Show "The Doctors" gab er medienwirksam preis, er leide unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie und akuter Angst. Außerdem sei er manisch-depressiv. Dabei zeigte er eine durchsichtige Plastiktüte mit Medikamentenpackungen, um den Zuschauern zu demonstrieren, wie viele Tabletten er täglich einnehmen müsse. "Ich habe nichts zu verstecken."

Und tatsächlich scheint der jüngere Carter-Bruder auch die Aufmerksamkeit der letzten Tage als Erfolg zu feiern. Auf Twitter streitet er täglich mit Nutzern, die ihn provozieren und sich über ihn und seine Krankheit - oder sein neues Gesichtstattoo - lustig machen. Einen User konterte er damit, dass er in nur sieben Tagen 200.000 neue Follower gesammelt habe: "Mir geht's gut".

Wenn der große Knick kommt: ähnliche Muster

Das Muster des Carterschen Problems ist dabei nicht neu. Es existiert, seitdem es Kinder- und Teeniestars gibt - und als Aaron Carter mit Pop-Hits wie "Crush On You" Erfolge feierte, war er gerade mal zehn Jahre alt. Angefangen bei Judy Garland in den 30er-Jahren über Macaulay Culkin von "Kevin allein zu Haus" bis hin zu Pop-Star Britney Spears oder Jungschauspielerin Lindsay Lohan: Für sie alle kam irgendwann der große Knick, die Alkohol- oder Drogensucht, die Entziehungskur oder eine Festnahme.

Experten weisen immer wieder auf den hohen Druck hin, denen Kinder und Jugendliche vor allem in der US-amerikanischen Unterhaltungsindustrie ausgesetzt sind. Zu den Kameras und Mikrofonen, die ständig auf die jungen Prominenten gerichtet sind, kamen in den vergangenen zehn Jahren auch noch verstärkt die sozialen Medien und das Internet. Die Kinder-Idole müssen nur nach ihrem Namen suchen, um in die aggressiv brodelnde Gerüchteküche um ihr Privatleben einzutauchen. 

Fans und Verehrer, Stalker und Trolle

In Foren diskutieren sogenannte Fans dort über alles, was sie in die Finger bekommen. Es geht von Kleidung und angeblichen Liebeleien bis hin zu erwachsenen Männern, die sich über die Körper von Teenie-Schauspielerinnen austauschen. Und wenn die Jungstars Twitter oder Instagram öffnen, sind da nicht nur Fans und Verehrer, sondern auch Stalker und Beleidigungen von Internet-Trollen.

Wie es im Streit der Carters weitergeht, wird sich unterdessen wohl am 16. Oktober entscheiden. Dann soll es laut Medienberichten in den USA eine Anhörung in dem Fall geben. Bis dahin wird das Spektakel in den Sozialen Medien wohl weitergehen. "Alles, was ich will, ist Liebe", äußerte sich Aaron kürzlich. Und er bat darum, in Ruhe gelassen zu werden.

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