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Konflikt mit Nordkorea - Raketentest folgt auf Raketenabschuss

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Es ist einer der gefährlichsten Konflikte weltweit: Just am amerikanischen Unabhängigkeitstag schießt Nordkorea seine erste Interkontinentalrakete ab und behauptet, die USA mit einem Atomsprengkopf treffen zu können. Die USA reagieren mit Raketentests in Südkorea - und einer dringenden UN-Sitzung.

Ines Trams, ZDF-Korrespondentin in Washington, sagt, dass die Sanktionen gegen Nordkorea keine Verbesserung bringen und Trumps vermeintlicher Trumpf - China - nicht sticht.

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Nach dem Test einer ballistischen Interkontinentalrakete hat Nordkorea mit weiteren Waffentests Richtung Washington gedroht. Machthaber Kim Jong Un habe seine Wissenschaftler aufgefordert, regelmäßig "kleine und große Geschenke" an "die Yankees" zu schicken, teilte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch mit. Der Abschuss der Rakete am Vortag wurde in der Stellungnahme in höchsten Tönen gelobt - diese sei auch in der Lage einen Atomsprengkopf zu tragen. Am heutigen Mittwoch wird eine UN-Dringlichkeitssitzung zu der Lage in Nordkorea stattfinden.

Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats

Diese war von den USA, Japan und Südkorea beantragt worden, nachdem das Geschoss am Dienstag - auch als Provokation zum Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten am 4. Juli - abgefeuert worden war. Die KCNA hatte Kim zitiert, nachdem die USA nicht erfreut über das "Paket von Geschenken" sein würden, das dem Land an seinem historisch bedeutsamen Tag überreicht worden sei.

Mit vermutlich etwas Übertreibung hatte die nordkoreanische Akademie für Verteidigungswissenschaft gesagt, der Test der Hwasong-14 sei der "endgültige Schritt" in der Entwicklung eines selbstbewussten und starken Staates, der überall auf der Welt zuschlagen könne. Nordkorea-Beobachtern zufolge ist unklar, ob das Land bereits die Technologie hat, um eine Atombombe passgerecht für eine Langstreckenrakete bauen zu können.

Lage in vergangenen Wochen zugespitzt

Der Streit um das Atomprogramm Nordkoreas gilt als einer der weltweit gefährlichsten Konflikte. In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel immer mehr zugespitzt, neben den USA sind auch die internationalen Großmächte China und Russland in den Konflikt involviert - beim G20-Gipfel in Hamburg dürfte das Thema ebenfalls eine Rolle spielen. Mit besonders großer Sorge wird das Geschehen in Ländern verfolgt, die Nordkorea zu seinen Staatsfeinden - und potenziellen Raketenzielen - erklärt hat.

Kim versprach laut KCNA, sein Land werde niemals von dem Nuklearprogramm ablassen. US-Außenminister Rex Tillerson dagegen hatte am Dienstagabend betont, die USA würden niemals ein Nordkorea mit Nuklearwaffen akzeptieren. Der Test stelle eine neue Stufe der Eskalation der Bedrohung für die USA dar, sagte der Chefdiplomat. Härtere Sanktionen gegen Nordkorea seien nötig. Jedes Land, das nordkoreanische Arbeiter beschäftige, Pjöngjang wirtschaftliche oder militärische Unterstützung gebe oder sich nicht an die Resolution des Sicherheitsrats halte, unterstütze ein gefährliches Regime, so Tillerson.

Guterres: "Dreiste Verletzung"

UN-Generalsekretär António Guterres prangerte den Test als eine weitere "dreiste Verletzung" von UN-Sanktionen und als "gefährliche Eskalation" an. Auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel verurteilte den Raketenversuch. "Dies würde eine neue Qualität der von Nordkorea ausgehenden Bedrohung für Frieden und Sicherheit darstellen", hieß es in der Mitteilung des Auswärtigen Amtes.

Die USA und Südkorea reagierten mit Raketenübungen. Südkoreanische Soldaten testeten ein Raketensystem und feuerten Geschosse in die Gewässer vor Südkorea, wie die US-Armee mitteilte. Präsident Moon Jae In zufolge sollte das Nordkorea zeigen, wie eine gemeinsame Antwort aussehen könnte.

Das Ziel Nordkoreas ist es, eine Langstreckenrakete mit Nuklearsprengkopf zu entwickeln, die das US-Festland erreichen kann. Experten erklärten, wenn die Angaben Nordkoreas korrekt seien, habe die am Dienstag getestete Rakete möglicherweise eine maximale Reichweite von 6.700 Kilometern und könnte damit Alaska erreichen. Der erfolgreiche Start einer Interkontinentalrakete galt bisher als "rote Linie" für dieses Ziel, ab dem es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis Nordkorea erfolgreich mit seinem Vorhaben sei - falls das Land nicht vorher gestoppt werde.

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