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Verhandlungen in Doha - USA und Taliban setzen Friedensgespräche fort

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Die USA und die Taliban haben wieder Friedensgespräche aufgenommen, es ist die mittlerweile achte Gesprächsrunde. Überschattet wird sie von der schlechten Sicherheitslage im Land.

Sicherheitskräfte in Afghanistan. Archivbild
Sicherheitskräfte in Afghanistan. (Archivbild): Dramatische schlechte Sicherheitslage im Land.
Quelle: Rahmat Gul/AP/dpa

In Katars Hauptstadt Doha hat am Samstag eine möglicherweise entscheidende Phase der Friedensgespräche zwischen den USA und den Taliban in Afghanistan begonnen. Überschattet wurde die mittlerweile achte Verhandlungsrunde über eine Friedensvereinbarung für Afghanistan von Berichten ausufernder Gewalt gegen Zivilisten. Bei Anschlägen in Kabul und in der Provinz Kandahar sollen mehrere Menschen getötet worden sein. Laut UN-Mission wurden allein im Juli insgesamt mehr als 1.500 Zivilisten verwundet oder getötet. Das ist die höchste Opferzahl eines Monats seit Mai 2017.

Beide Seiten um Lösung bemüht

Wie lange die aktuelle Gesprächsrunde in Doha dauern soll, war zunächst unklar. Beide Seiten zeigten sich aber optimistisch. Der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, erklärte auf Twitter, man sei bereit für ein Abkommen: "Die Taliban signalisieren, dass sie eine Vereinbarung abschließen möchten. Wir sind bereit für ein gutes Abkommen." Auch US-Präsident Trump lobte "die großen Fortschritte" bei den Gesprächen.

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USA will Zugeständnisse

Seit über einem Jahr verhandeln die USA mit den Taliban über eine politische Lösung des Konflikts. Ein Friedensabkommen könnte in einem nächsten Schritt auch den Rückzug der in dem Krisenstaat stationierten US-Truppen zur Folge haben. Laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP sollen bereits Vorbereitungen für ein Treffen zwischen Khalilzad und dem Taliban-Mitbegründer Mulla Baradar laufen.

Vor der Festlegung auf einen Abzug ihrer Soldaten verlangt die US-Regierung von den Taliban jedoch mehrere Zusagen. Darunter auch

  • Sicherheitsgarantien,
  • einen Waffenstillstand
  • und den Beginn eines Dialogs mit der afghanischen Regierung.


Trump strebe zwar eine diplomatische Lösung an, die darauf abziele die in Afghanistan eingesetzten Ressourcen zu reduzieren. Gleichzeitig müsse aber gewährleistet sein, dass Afghanistan nie wieder zum Rückzugsort wird, von dem aus ein Terrorist die USA angreifen kann". Washington strebe ein Friedensabkommen bis zum 1. September an.

Trump will US-Soldaten zurückholen

US-Generäle beschreiben die Lage in Afghanistan seit längerem als militärisches Patt. Ende September finden in den USA Präsidentschaftswahlen statt. Trump hatte im Präsidentschaftswahlkampf 2016 erklärt, in seiner Amtszeit würden die US-Soldaten aus Afghanistan zurückgeholt. Derzeit sind dort rund 14.000 Soldaten der Vereinigten Staaten stationiert. Nach Angaben von US-Außenminister Pompeo will die US-Regierung noch vor der US-Präsidenschaftswahl im November 2020 ihre Truppen aus Afghanistan abziehen.

Die Gewalt in Afghanistan hatte zuletzt weiter zugenommen. Nach UN-Angaben wurden im Juli mehr als 1.500 Zivilisten in Afghanistan getötet oder verletzt. Bei einem kürzlichen Anschlag auf den Bus eines Fernsehsenders in Kabul wurden zwei Menschen getötet. Zu der Tat bekannte sich zunächst zwar niemand - aber die Taliban hatten bereits im Juni kritische Medien zu "militärischen Zielen" erklärt.

Misstrauen unter Polizisten

Im Süden des Krisenlandes wurden außerdem mindestens sieben Polizisten von Kollegen getötet, die mutmaßlich den Taliban nahestehen. Bei den Angreifern handle es sich um "Eindringle der Taliban", wie ein Polizeisprecher der Provinz Kandahar erklärt. Die Täter seien geflohen. Aber auch die Luftangriffe und Bodeneinsätze der afghanischen Regierung forderten bereits viele zivile Opfer. Die Zahl der Zivilisten, die bei Einsätzen regierungstreuer Truppen verwundet oder getötet worden waren, stieg im ersten Halbjahr 2019 um 31 Prozent auf 1.397 Opfer.

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