Sie sind hier:

Nach Wahl Maduros - USA verstärken Sanktionen gegen Venezuela

Datum:

Die Wiederwahl von Präsident Maduro rückt Venezuela weiter ins Abseits. Die USA weiteten ihre Sanktionen aus. Viele Länder der Region wollen die Beziehungen zu Caracas überdenken.

Wähler in Caracas (Venezuela) überprüfen am 20.5.2018 Listen zur Präsidentenwahl an einer Wand, auf der eine Porttrait von Maduro zu sehen ist
Die Wahl von Präsident Nicolás Maduro sorgt im Ausland für Kritik.
Quelle: ap

Viele Länder aus der Region riefen ihre Botschafter zu Konsultationen zurück. Die Lima-Gruppe, zu der Brasilien, Mexiko, Argentinien, Kanada und weitere zehn lateinamerikanische Staaten gehören, kritisierte die Wahl als undemokratisch und illegitim. Das Ergebnis werde nicht anerkannt, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Zudem würden die diplomatischen Beziehungen zu Venezuela überdacht.

US-Präsident Donald Trump unterzeichnete ein Dekret, das den wirtschaftlichen Spielraum des südamerikanischen Landes weiter einschränkt. Damit soll laut Trump verhindert werden, dass sich die sozialistische Regierung Venezuelas durch Handelsbeziehungen und den Verkauf von Staatsvermögen finanziert. "Die Vereinigten Staaten halten zu der venezolanischen Bevölkerung, die immens unter dem Maduro-Regime leidet", erklärte Trump.

Minister: "Aggression gegen Venezuela"

Venezuelas Kommunikationsminister Jorge Rodríguez bezeichnete die Erklärung der Lima-Gruppe als "Aggression gegen Venezuela". Kritik an der Wahl von Nicolás Maduro kam auch von einigen Ländern der G20-Gruppe, die in Buenos Aires tagten. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) verurteilte "Einschüchterungsversuche gegen die Opposition". China und Russland hingegen nahmen das Wahlergebnis mit Wohlwollen auf. Unterstützung erhielt Maduro auch von seinen sozialistischen Verbündeten in Lateinamerika.

Nach Angaben der Nationalen Wahlbehörde gewann Maduro die Wahl mit mehr als 67 Prozent der Stimmen. Seine zweite Amtszeit als Staatsoberhaupt wird bis Ende 2024 dauern. Die drei Oppositionskandidaten, die zur Wahl antraten, erkennen das Ergebnis nicht an und machten zahlreiche Unregelmäßigkeiten beim Wahlverlauf geltend. Die Mehrzahl der konservativen Oppositionsparteien hatte die Abstimmung boykottiert. Mehrere ihrer Kandidaten waren von der Wahl ausgeschlossen worden. In einigen Städten gab es Protestkundgebungen gegen die Wiederwahl Maduros.

Wirtschaftliche Krise

Ein jahrelanger Machtkampf zwischen Regierung und Opposition hat Venezuela in eine tiefe politische und wirtschaftliche Krise gestürzt. Angesichts galoppierender Inflation und Devisenmangels sind Teile der Wirtschaft zusammengebrochen. Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln ist nicht mehr gesichert, Zehntausende Menschen haben das Land verlassen. Die Opposition wirft Maduro vor, Kritiker zu kriminalisieren und Venezuela in eine Diktatur zu führen. Maduro hingegen hält einigen rechten Oppositionsführern vor, Chaos im Land zu stiften und mit Hilfe der USA einen Umsturz vorzubereiten.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.