Sie sind hier:

Kampf gegen Terrormiliz - USA ziehen Soldaten aus Syrien ab

Datum:

In den Augen von US-Präsident Trump ist die Mission erfüllt: Die USA ziehen ihre 2.000 Soldaten aus Syrien ab.

US-Offizier beim Schießtraining mit syrischen Oppositionssoldaten
Syrien: US-Offizier gibt Schießtraining
Quelle: ap

Die USA wollen ihre Streitkräfte vollständig aus Syrien abziehen. "Wir haben damit begonnen, US-Soldaten nach Hause zu holen, während wir in die nächste Phase dieses Einsatzes übergehen", heißt es in einer Stellungnahme. Die derzeit rund 2.000 US-Soldaten sollten das Land "so schnell wie möglich" verlassen, ergänzte ein Regierungsvertreter und betonte, dass es sich um einen "vollständigen Rückzug" handele.

US-Präsident Donald Trump erklärte, er sehe die Mission der US-Armee in Syrien mit dem Sieg über die Terrormiliz IS als erfüllt an. "Wir haben ISIS in Syrien geschlagen, mein einziger Grund, während der Trump-Präsidentschaft dort zu sein." Trump hatte bereits im März eine verheerende Bilanz der US-Interventionen im Nahen Osten gezogen und unerwartet einen baldigen Abzug aus Syrien in Aussicht gestellt. "Wir haben sieben Milliarden Dollar im Nahen Osten ausgegeben - und was haben wir dafür bekommen? Nichts", sagte er damals. Um Syrien sollten sich nun "andere Leute" kümmern.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ein Abzug aller US-Soldaten aus Syrien würde Empfehlungen von Verteidigungsminister Jim Mattis und anderer Regierungsmitarbeiter zuwider laufen. Sie hatten geraten, militärisch länger in Syrien präsent zu sein, um ein Wiedererstarken des IS zu verhindern.

Tatsächlich könnte der Rückzug erhebliche Auswirkungen auf die Kräfteverhältnisse in Syrien haben, wo Rivalen der USA wie Russland und Iran in den vergangenen Jahren erheblich an Einfluss gewonnen haben. Er stellt auch den Fortbestand der kurdischen Milizen in Frage, die dort bislang mit Unterstützung der USA gegen den IS kämpfen. Viele der US-Soldaten sind Berater und Spezialkräfte, die mit kurdischen Milizen vor allem in Norden des Landes zusammenarbeiten. Vergangenen Freitag erst war es dem kurdisch-arabischen Bündnis gelungen, mit Hadschin eine der letzten IS-Bastionen in Ostsyrien einzunehmen.

Ärger mit der Türkei

Das US-Engagement in Syrien belastete das Verhältnis zum Nato-Partner Türkei schwer. Dort stieß die US-Militärhilfe für die kurdischen Kräfte schon immer auf scharfe Kritik, da sie mit der Kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden sind, die im Südosten der Türkei seit 1984 gegen den türkischen Staat kämpft. Erst vergangene Woche kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine neue Offensive gegen die YPG in Nordsyrien an.

Im Fall einer Offensive drohte eine Konfrontation mit den in der Region stationierten US-Truppen. Eine einseitige Militäraktion wäre "inakzeptabel", warnte das US-Verteidigungsministerium daher nach Erdogans Ankündigung. Nach einem Telefonat Trumps mit Erdogans hieß es, es sei eine "effizientere" Kooperation in Nordsyrien vereinbart worden.

Moskau warf den USA vor, eine zunehmend negative Rolle im syrischen Konflikt zu spielen. "Nachdem die illegale amerikanische Präsenz in Syrien zunächst ein Faktor beim Kampf gegen Terroristen war, wird sie nun zunehmend zu einem gefährlichen Hindernis auf dem Weg zu einer Friedenslösung", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Unter Trump haben die USA den Anspruch weitgehend aufgegeben, bei der Gestaltung des zukünftigen Syrien mitzureden. Derzeit verhandeln Russland, Iran und die Türkei mit Vertretern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und der Rebellen über Möglichkeiten einer Friedenslösung. Allerdings trennen die drei auswärtigen Mächte zum Teil gegensätzliche Interessen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.