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Veganes Essen - Üppig fasten

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Veganer verzichten auf alles, was vom Tier kommt. Was lassen sie zusätzlich weg, wenn die Fastenzeit beginnt? Und: Wie kommen sie dabei auf drei üppige Mahlzeiten pro Tag?

Gegrilltes Gemüse auf einem Teller
Gegrilltes Gemüse auf einem Teller

Veganer tanzen beim Fasten aus der Reihe. Denn sie beschränken sich nicht, zumindest was die Menge ihrer Speisen angeht. Elisabeth Fischer, die drei Bücher über veganes Fasten geschrieben hat, schwärmt von "Riesenportionen". Wie ist das möglich?

Vegan leben heißt nicht unbedingt gesund leben

Veganer verzichten in der Regel immer auf alles, was vom Tier kommt - aus ethischen Gründen, weil sie schlank sein oder weil sie der Umwelt etwas Gutes tun wollen. "Das heißt aber nicht, dass sie automatisch gesund leben", sagen unisono der Essener Wirtschaftsgeograf Steven Engler und die Kochbuchautorin Fischer. Beide verschmähen in ihrer eigenen Ernährung Fleisch nicht.

Veganer können ebenso wie Menschen, die tierisches Eiweiß zu sich nehmen, zu viel Weißmehlprodukte, Limogetränke und Fertigprodukte essen. Diese Nahrungsmittel übersäuern jeden Körper und so auch den der Veganerin und des Veganers. Der Säure-Basen-Haushalt gerät aus dem Gleichgewicht. Mit der Folge, dass sich der Körper beispielsweise nötiges Kalzium aus den Knochen besorgt, was langfristig zu Osteoporose führen kann. Allein in Deutschland leiden sechs Millionen Menschen an dieser schmerzhaften Krankheit. Und eben nicht nur Fleischfresser. Was tun?

Große Portionen mit wenig Kalorien

Um dem Körper zu helfen, gehe es darum, ihn bewusst mit basischen pflanzlichen Lebensmitteln zu füttern, sagt Fischer. Denn davon essen die meisten Deutschen zu wenig, egal, ob sie auf Fleisch verzichten oder nicht. Unser Wohlstand verleite zu Fettleibigkeit und Übersäuerung. Auch wenn man glaubt, vegan sei heute in aller Munde, leben in Deutschland allerdings nur etwas mehr als eine Millionen Veganer, sagt Steven Engler vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Das seien 1,6 Prozent der Deutschen und im Vergleich zu Asien mit mehr als neun Prozent sehr wenige.

Basische Nahrungsmittel, die eine Übersäuerung verhindern, sind Gemüse, Früchte, Kartoffeln und Kräuter. Und davon kann man, folgt man Fischer, auch beim Fasten ziemlich viel futtern. Weil Gemüse nur wenige Kalorien hat und mit sehr wenig Fett gekocht wird, kommen an einem Tag trotz großer Portionen gar nicht so viele Kalorien zusammen - insgesamt 900 Kalorien. Das nennt man dann veganes Fasten. Ernährungswissenschaftler empfehlen Frauen, die nicht fasten, im Durchschnitt ungefähr 2.000 Kalorien pro Tag zu sich nehmen, Männern im Durchschnitt rund 2.500 Kalorien pro Tag.

Auch für Fleischliebhaber geeignet

Veganes Fasten, sagt Fischer, tauge nicht nur für bekennende Veganer, sondern auch für Menschen, die Steaks lieben. Wer eine Fastenzeit von einer oder zwei Wochen einlege und bewusst auf säurebildende Nahrungsmittel, auf Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Weißmehl, Fastfood und Softdrinks verzichte, fühle sich danach fitter und leichter, die Haut werde besser durchblutet und das Bindegewebe fester, verspricht die Kochbuchautorin.

Anders als bei Menschen, die sich schon auf Dauer für den völligen Verzicht auf tierische Eiweiße entschieden haben und ausgewählte Nährstoffe ergänzen müssen damit sie nicht krank werden, werden laut Fischer beim ein- bis zweiwöchigen veganen Fasten keine Nahrungsergänzungsmittel gebraucht. Vitaminmangel komme nicht auf, weil beispielsweise rote Paprika, Fenchel und besonders Kräuter eine Menge Vitamine enthalten - Petersilie sogar mehr Vitamin C als Orangen.

Arbeiten und Sport treiben möglich

Anders als beim Heilfasten müsse sich, wer vegan fasten will, auch nicht völlig entleeren, ehe mit der Kur begonnen wird. Da man ordentliche Portionen verdrücke, könne man während der Fastenzeit  arbeiten und Sport treiben, sagt Fischer. Wer in medizinischer Behandlung ist, müsse vor dem Fasten einen Arzt konsultieren.

Trotz aller Völlerei muss am Ende aber auch der Veganer beim Fasten verzichten, wie alle anderen auch: eben auf sein geliebtes Weißbrot, auf sein in Öl getränktes Gemüse, allen Zucker, Kaffee, schwarzen und grünen Tee und natürlich Nikotin. Das versteht sich von selbst.

Veganes in den Speiseplan integrieren

Elisabeth Fischer weiß von ansehnlichen Gewichtsverlusten der Leserinnen und Lesern ihrer Bücher zu berichten und empfiehlt auch deswegen, veganes Essen in den Alltagspeiseplan zu integrieren - nicht alle Tage, wenn man Tierisches mag, aber regelmäßig. Das beuge der latenten Übersäuerung vor und fördere das Wohlbefinden. Damit stehe am Ende weniger der Verzicht im Zentrum des veganen Fastens, sondern ein schöner Gewinn.

Rezept für einen Tag "Vegan Fasten"

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