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Krise in Venezuela - Caracas: Belagerung des Parlaments beendet

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In Venezuela ist die Belagerung des Parlaments nach neun Stunden beendet. Anhänger von Präsident Maduro hatten das Gebäude in Caracas gestürmt und sich Schlägereien mit Oppositions-Abgeordneten geliefert. Mehrere Parlamentarier wurden verletzt.

Venezuela hat die größten Ölvorkommen der Welt. Trotzdem herrschen in dem Land Wirtschaftskrise und Nahrungsmittelknappheit. Wie ist es dazu gekommen?

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Die Oppositionsabgeordneten, Journalisten und Angestellten, die neun Stunden in dem Gebäude festsaßen, konnten den Sitz der Nationalversammlung am Mittwochabend verlassen. Die von Anhängern der regierenden Sozialisten organisierte Blockade wurde beendet.

Machtkampf im Vollkontakt

Unterstützer von Staatschef Nicolás Maduro hatten das Parlamentsgebäude im Zentrum der Hauptstadt Caracas am Mittwoch gestürmt und sich Schlägereien mit Oppositionsabgeordneten geliefert. Die in der Farbe der regierenden Sozialisten rot gekleideten Maduro-Anhänger drangen zunächst in die Gärten des Parlaments ein und zündeten Feuerwerkskörper.

Einigen Angreifern gelang es, bis auf die Flure des Parlaments vorzudringen, wo sie auf Oppositionsabgeordnete einschlugen. Mindestens fünf Parlamentarier wurden nach Angaben des Parlamentspräsidenten Julio Borges verletzt.

Auch die Regierungsgegner keilten kräftig zurück. Mindestens ein Angreifer wurde von den Abgeordneten gestellt und verprügelt. "Du wirst bezahlt, damit du deine Brüder tötest", schrie die Parlamentarierin Yajaira Forero. Nach Angaben der Opposition hatten Polizisten den Angreifern die Tore geöffnet.

Feuerwerkskörper und Hassparolen

Nach der Erstürmung des Parlaments blockierten dutzende Demonstranten den Eingang des Parlamentsgebäudes. Sie zündeten Feuerwerkskörper, riefen Parolen wie "Sie werden nicht herauskommen" und beschimpften die oppositionellen Politiker als "Mörder" und "Terroristen". Am Abend zogen sich die Demonstranten schließlich zurück.

Die USA, die Europäische Union, die Organisation Amerikanischer Staaten und das Nachbarland Kolumbien verurteilten die Attacke auf die Nationalversammlung am venezolanischen Nationalfeiertag. "Diese Gewalt ist ein Angriff auf die demokratischen Prinzipien", sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums. Der Präsident des EU-Parlaments, Antonio Tajani, schrieb auf Twitter: "Ich verurteile den Angriff auf die Nationalversammlung in Venezuela - ein Symbol der Demokratie - auf das Schärfste. Das Europäische Parlament fordert sofortige Neuwahlen."

Präsident kündigt Ermittlungen an

Maduro sprach von "seltsamen Vorfällen" und kündigte Ermittlungen an. Die Opposition warf dem Staatschef Scheinheiligkeit vor. Parlamentspräsident Julio Borges machte die sogenannten Colectivos - bewaffnete Schlägertrupps der Regierung - für den Angriff verantwortlich. "Die Gewalt in Venezuela heißt Nicolás Maduro", sagte Borges. "Wenn sie die Demonstrationen von Tausenden Venezolanern unterdrücken wollen, gelingt ihnen das innerhalb von Sekunden. Wenn es ihre eigen Leute sind, passiert nichts."

Im Machtkampf zwischen Regierung und Opposition kamen seit Anfang April 91 Menschen ums Leben. Die Proteste hatten sich an der vorübergehenden Entmachtung des Parlaments durch den Obersten Gerichtshofs entzündet. Maduro versucht, mit Dekreten an der Nationalversammlung vorbei zu regieren, nachdem die Opposition Ende 2015 die Parlamentswahl klar gewonnen hatte.

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