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Venezuela - Gewalt überschattet symbolisches Referendum

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Die Opposition in Venezuela hat zu einer inoffiziellen Volksabstimmung aufgerufen. Dabei kam bei Ausschreitungen mindestens ein Mensch ums Leben. Drei weitere wurden verletzt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Mit der Abstimmung will die Opposition den Druck auf die Regierung erhöhen.

Mehr als sieben Millionen Menschen haben sich in Venezuela an einer symbolischen Volksabstimmung gegen Präsident Maduro beteiligt. Bei der Abstimmung kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei dem eine Frau erschossen wurden.

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Die Opposition in Venezuela hat symbolisch über die Pläne von Präsident Nicolás Maduro für eine Verfassungsänderung abstimmen lassen. Tausende Menschen stellten sich am Sonntag vor den Abgabestellen an, schwenkten venezolanische Flaggen und skandierten "Freiheit". Direkte Folgen hat die Abstimmung nicht, eine hohe Beteiligung würde aber die Regierung unter Druck setzen.

Medien: Milizen schießen auf Opposition

Die Abstimmung wurde teilweise von Gewalt überschattet. Bei Ausschreitungen ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Drei weitere wurden verletzt, wie die Staatsanwaltschaft in Caracas am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. Der Vorfall ereignete sich demnach in dem Ort Catia im nördlichen Bundesstaat Vargas. Berichten örtlicher Medien zufolge hatten regierungsnahe bewaffnete Milizen, sogenannte "Colectivos", das Feuer auf Oppositionsanhänger eröffnet.

Die Opposition hatte zu einer offiziell nicht anerkannten Abstimmung über eine umstrittene, für Ende Juli vorgesehene Wahl zu einer verfassungsgebenden Versammlung aufgerufen. Sie erwartet, dass die Venezolaner beim symbolischen Plebiszit den Kurs der sozialistischen Regierung von Präsident Nicolás Maduro ablehnen. Die Opposition wirft dem Staatschef vor, er wolle eine Diktatur errichten. Das erdölreichste Land der Welt wird seit Monaten von schweren Protesten erschüttert.

Auch die Anhänger der Regierung konnten am Sonntag zur Wahl gehen. Sie nahmen an einer Probeabstimmung für die Wahl am 30. Juli teil, mit der die Zusammensetzung der verfassungsgebenden Versammlung bestimmt werden soll. Die Opposition hat erklärt, die Wahl sei so organisiert, dass Anhänger des Präsidenten die Versammlung dominieren würden.

Erfolg hängt von Wahlbeteiligung ab

Der Erfolg der symbolischen Abstimmung der Opposition wird an der Beteiligung gemessen werden. Die Demokratische Einheit, eine Dachorganisation von rund 20 Oppositionsparteien, hat 14 Millionen Stimmzettel drucken lassen - bei 31 Millionen Wahlberechtigten im In- und Ausland. Knapp 7,2 Millionen Venezolaner stimmten am Ende ab, teilten die Organisatoren des Votums nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmzettel mit.

An vielen Orten schien die Begeisterung für die Abstimmung groß, tausende Menschen erschienen in Parks und Kirchen der Hauptstadt Caracas. "Seit wir heute Morgen um 7 Uhr geöffnet haben, hört die Schlange nicht mehr auf", sagte Pedro Garcia, der eine Abgabestelle im Stadtteil El Valle organisierte. Einer der Wähler, der 45-jährige Juan Madriz, erklärte, er habe nichts gegen eine Verfassungsänderung. Aber Maduro dürfe sie nicht ohne Beteiligung des Volkes erzwingen.

Die Opposition boykottiert die verfassungsgebende Versammlung. Sie rief stattdessen ihre Anhänger auf, an rund 2.000 Abgabestellen im ganzen Land die Stimmzettel auszufüllen. Drei Fragen mussten mit Ja oder Nein beantwortet werden: "Lehnen Sie die verfassunggebende Versammlung ab? Wollen Sie, dass das Militär den Kongress unterstützt? Unterstützen Sie die Bildung einer Regierung aus Anhängern und Kritikern Maduros?"

Umfragen: Nur 20 Prozent stehen hinter Maduro

Umfragen zufolge stehen gerade einmal 20 Prozent der Venezolaner hinter dem Vorhaben ihres Präsidenten, die Verfassung zu ändern. Die Unterstützung für Maduro insgesamt ist ähnlich niedrig. An der Probeabstimmung der Regierung beteiligten sich am Sonntag deutlich weniger Menschen. In El Valle etwa standen einige hundert Menschen an, um ihre Stimme abzugeben.

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