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Maduro-Regime macht Druck - Juan Guaidó droht Entzug der Immunität

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Im Machtkampf in Venezuela erhöht Staatschef Maduro den Druck auf seinen Widersacher. Guaidó droht der Entzug der Immunität - und damit auch eine Anklage.

Maduros Widersacher Juan Guaidó.
Maduros Widersacher Juan Guaidó.
Quelle: dpa

Dem selbst erklärten venezolanischen Interimspräsident Juan Guaidó droht der Entzug seiner Immunität. Venezuelas Oberster Richter Maikel Moreno hat regierungsfreundliche Abgeordnete aufgefordert, Guaidós Schutz vor Strafverfolgung aufzuheben. Guaidó solle dafür belangt werden, jüngst gegen eine ihm auferlegte Ausreisesperre verstoßen zu haben, erklärte der Richter, ein Verbündeter von Präsident Nicolás Maduro. Dem Oppositionsführer wird vor dem Hintergrund von Straßenprotesten auch Anstiftung zur Gewalt gegen die Regierung und Annahme illegaler Finanzmittel vorgeworfen.

Der Appell von Richter Moreno richtete sich an die regierungstreue Verfassungsgebende Versammlung, auf die Maduro die Befugnisse des von der Opposition kontrollierten Parlaments hat übertragen lassen. Als Parlamentspräsident genießt Guaidó Immunität. Dieser wies das Oberste Gericht und die Verfassungsgebende Versammlung in einer Reaktion als unrechtmäßig zurück. Zudem forderte er Maduro erneut zum Rücktritt auf.

Bislang Guaidós Stabchef verhaftet

"Wir müssen uns jetzt mehr als jemals zuvor vereinigen", hatte er zuvor am Montag bei einem Auftritt an einer Universität in Caracas erklärt. Seine Anhänger forderte Guaidó zudem auf, "die bisher größte Demonstration" gegen die Regierung auf die Beine zu stellen.

Venezolanische Sicherheitskräfte haben bereits Guaidós Stabschef verhaftet, sind aber bisher nicht gegen den Oppositionsführer selbst vorgegangen. In seinem Machtanspruch wird Guaidó von den USA und rund 50 weiteren Ländern unterstützt, die Maduros Wiederwahl 2018 als eine Farce ansehen. Maduro wird dagegen unter anderem von Russland, der Türkei und Kuba unterstützt.

Stromausfälle und keine Schule

Neben der politischen und wirtschaftlichen Krise machen den Menschen in Venezuela seit dem 7. März fast täglich Stromausfälle zu schaffen. Zudem kommt es oft zu Beeinträchtigungen in der Wasserversorgung und im öffentlichen Verkehr, der Schulunterricht ist für fast eine Woche ausgesetzt worden.

Für Verwirrung unter Venezolanern sorgte Maduros Ansage vom Sonntag, wonach der Strom zur Eindämmung der täglichen Ausfälle rationiert werde. Die Büroangestellte Raquel Mayorca sagte, sie wisse nicht, ob sie wegen eines neuerlichen Stromausfalls im Dunkeln sitze - oder ob das zum Plan der Regierung gehöre.

Bei einem Auftritt im Staatsfernsehen kündigte Maduro am Montag zudem an, dass ein Ingenieur mit 25 Jahren Erfahrung - Igor Gaviria - neuer Minister für Elektrizität und in dieser Funktion Chef des staatlichen Energiekonzerns Corpoelec werde. Gaviria folgt auf den Militärgeneral Luís Motta Domínguez.

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