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Krise in Venezuela - Maduro: "Terrorangriff" auf Oberstes Gericht

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Maduro spricht von einem erneuten Versuch des Umsturzes, seine Gegner gehen von Inszenierung aus: Ein Vorfall mit einem Hubschrauber sorgt für Entsetzen in Caracas. Der angeschlagene Staatschef droht mit einer bewaffneten Verteidigung des Sozialismus.

Der venezolanische Oppositionsführer Capriles ist bei Protesten in der Hauptstadt Caracas geschlagen und mit Tränengas attackiert worden. Soldaten hätten das Mittel eingesetzt, sagte der frühere Präsidentschaftskandidat. Mitglieder seines Teams seien …

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Von einem Helikopter aus soll nach Aussage des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro auf das Höchste Gericht des Landes gefeuert worden sein. Die Schüsse seien auf Bürozimmer des Gebäudes in Caracas gerichtet gewesen, zudem sei eine Granate abgeworfen worden, die nicht explodiert sei, sagte er am Dienstag (Ortszeit) bei einer Ansprache im Staatsfernsehen, die sich an Journalisten richtete.

Die Luftwaffe sei im Einsatz gewesen und habe die "Terrorattacke" vereitelt, so Maduro. Seine Gegner sprachen von einer Inszenierung.

Maduro droht mit Waffengewalt

Der Vorfall hätte eine Tragödie mit mehreren Dutzenden Toten und Verletzten auslösen können, kritisierte Maduro. Ihm zufolge flog der Hubschrauber nicht nur über das Höchste Gericht, sondern auch über das Innenministerium. Der Präsident erklärte, der Vorfall sei Teil einer Verschwörung, um seine sozialistische Regierung zu destabilisieren. Konkret sagte er, der Pilot sei in der Vergangenheit für seinen früheren Innenminister Miguel Rodríguez Torres im Dienst gewesen. Diesem hatte Maduro einst unterstellt, für die CIA zu arbeiten. Rodríguez Torres warf den Vorwurf als unbegründet zurück.

Wenige Stunden zuvor hatte der Staatschef mit einem bewaffneten Kampf zur Verteidigung seines sozialistischen Projekts gedroht. "Wenn Venezuela in Chaos und Gewalt gestürzt und die Bolivarische Revolution zerstört werden soll, werden wir in den Kampf ziehen", sagte er unter dem Jubel von Anhängern. Mit Blick auf eine geplante Verfassungsreform, die Maduros Rolle stärken soll, betonte er: "Wenn wir es nicht mit den Stimmen schaffen, dann mit Waffen."

Plünderungen und Krawalle

Der Helikopter-Vorfall bildete den Abschluss von 24 unruhigen Stunden in Venezuela: In der Küstenstadt Maracay, 90 Fahrminuten von Caracas entfernt, wurden am Montagabend mindestens 68 Supermärkte, Apotheken und Spirituosenläden geplündert. Verwaltungsgebäude wurden in Brand gesteckt. Im Laufe des Dienstages kam es zu Handgreiflichkeiten in der Hauptstadt, als Oppositionspolitiker in das Gebäude der Nationalversammlung eintreten wollten und dabei offenbar von Kräften der Nationalgarde aufgehalten wurden.

Maduro plant für den 30. Juli eine Wahl zur Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung - doch es gibt massive Proteste gegen den Plan. Maduro will mit der Verfassungsreform die dramatische politische und wirtschaftliche Krise bewältigen.

Durch die geplante Zusammensetzung der Versammlung mit einer Mehrheit für Sympathisanten der Sozialisten fürchtet die Opposition einen endgültigen Übergang in eine Diktatur. Maduro behauptet, die Opposition arbeite mit den USA an einem Staatsstreich.

2016 brach die Wirtschaftsleistung um rund 18 Prozent ein, rund 95 Prozent der Exporteinnahmen kommen aus dem Ölverkauf, der niedrige Preis verschärft die Lage. Zudem gibt es in Venezuela die höchste Inflation der Welt - es fehlen Devisen, um ausreichend Lebensmittel und Medikamente im Ausland einzukaufen.

Seit Anfang April kamen im Land mit den weltgrößten Ölreserven bei Unruhen und Protesten 77 Menschen ums Leben.

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