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Nach Rebellion von Soldaten - Venezuela steht vor einem heißen Mai-Feiertag

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In Venezuela geht der Machtkampf in die nächste Runde: Es gibt Spekulationen über eine bevorstehende Ablösung von Maduro und eine neue Kampfansage von Oppositionsführer Guaidó.

Eigentlich sollte die "Operation Freiheit" ja ohnehin erst am Tag der Arbeit ihren Lauf nehmen. So hatte Venezuelas junger Parlamentspräsident Juan Guaidó seinen Plan zum Regierungswechsel genannt. Dann aber überraschte er Venezuelas regierende Sozialisten und die internationale Öffentlichkeit mit dem "Madrugonazo" – dem Überraschungscoup in der Morgendämmerung am Dienstag.

Mit der von ihm angeordneten Befreiung des wegen Rebellion und Anstachelung zur Gewalt verurteilten populären Oppositionspolitikers Leopoldo López aus dem Hausarrest mithilfe von abtrünnigen Militärs hat Guaidó die Karten im Machtkampf neu gemischt. Zwar blieb der große Seitenwechsel der Militärspitze aus, dennoch gab es am Dienstag Indizien dafür, dass die Macht des noch amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro weiter bröckelt.

Maduro erklärt Rebellion der Soldaten für gescheitert

Dazu zählt auch eine Aussage von US-Außenminister Mike Pompeo. "Es ist lange her, dass jemand Maduro gesehen hat. Er hatte ein Flugzeug auf dem Rollfeld. So wie wir es verstehen, war er bereit, heute Morgen zu gehen. Die Russen haben ihm aber zu verstehen gegeben, dass er bleiben sollte", sagte Pompeo dem TV-Sender CNN. Was daran Wahrheit ist und was Wunschdenken der Amerikaner, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Auffällig war aber die mangelnde Präsenz Maduros am Dienstag. Während sein Herausforderer an der Seite seiner Landsleute über die Straßen von Caracas marschierte, scheute Maduro die Öffentlichkeit. Erst am Abend erklärte Maduro den Aufstand für gescheitert. "Ich danke der Militärführung für den Mut bei der Verteidigung des Friedens", sagte er in einer Ansprache am Dienstagabend. Und er drohte den abtrünnigen Militärs: "Diese Verräter werden ihr Schicksal noch kennenlernen", sagte Maduro.

Guaidó ruft zu weiteren Protesten auf

Zumindest den überraschenden Dienstag hat Maduro politisch damit überlebt. Gegenspieler Guaidó rief seine Landsleute dazu auf, am heutigen Mittwoch die Proteste fortzusetzen. Der Widerstand werde so lange anhalten, bis das Ende der Usurpation, also der Machtmissbrauch durch Maduro, beendet sei, erklärte Guaidó.

Der sozialistische Präsident brachte am Dienstag vergleichsweise wenige Anhänger auf die Straße. Auch auf den sozialen Netzwerken war er vergleichsweise wenig aktiv. Die venezolanischen Innenstädte wurden von der Opposition dominiert. Das regierungskritische Portal "Tal Cual Digital" will derweil noch ein weiteres Anzeichen für den schleichenden Machtverlust erkannt haben: Die gefürchteten paramilitärischen Banden Maduros, die sogenannten Colectivos, blieben diesmal zu Hause.

Mindestens 69 Menschen wurden am Dienstag verletzt, gut 90 Verhaftungen gab es. Da hat Venezuela in der Vergangenheit schon ganz andere Tage erlebt.

Berichte: Zuflucht in der spanischen Botschaft

Der Mann, der für die größte Überraschung am Dienstag sorgte, hat sich in der Zwischenzeit in Sicherheit gebracht. Nach übereinstimmenden Medienberichten suchte Oppositionsführer Leopoldo López mit seiner Familie Zuflucht in der spanischen Botschaft. Lopez, dessen Verurteilung nach den Massenprotesten von 2014 Menschenrechtsorganisationen als politisch motiviert kritisierten, will offenbar auf Nummer sicher gehen. Das ist ein Indiz, dass er selbst offenbar noch nicht damit überzeugt ist, dass der Regierungswechsel auch tatsächlich funktioniert.

Venezuela wird seit drei Monaten von einem Machtkampf zwischen dem linksgerichteten Präsidenten Nicolás Maduro und dem konservativen Interims-Präsidenten Juan Guaidó erschüttert. Die rechtsgerichtete Opposition erkennt wegen des umstrittenen Wahlsieges Maduros ohne aussichtsreiche Kandidaten der Opposition dessen zweite Amtszeit nicht an.

Guaidó hat Neuwahlen versprochen

Parlamentspräsident Juan Guaidó wurde daraufhin als Interims-Präsident vereidigt und versprach international überwachte Neuwahlen zu organisieren. Seit drei Jahren erlebt das südamerikanische Land wegen einer anhaltenden Versorgungskrise eine Massenflucht. Rund zwei Millionen Menschen haben Venezuela in den letzten zwei Jahren bereits verlassen.

Ende Dezember 2015 hatte die venezolanische Opposition bei den Parlamentswahlen zur Nationalversammlung einen klaren Sieg errungen, trotzdem regierte die linke Regierung von Präsident Maduro mithilfe von Sonderdekreten am Parlament vorbei. Später entmachtete Maduro das Parlament und ersetzte es durch eine mit eigenen Anhängern besetzte verfassungsgebende Versammlung.

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