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Grenze zu Kolumbien ist offen - Venezolaner nutzen Chance zum Einkaufen

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Nach der Öffnung der Grenze zu Kolumbien sind Zehntausende Venezolaner ins Nachbarland geströmt. Die Menschen hoffen, dort Medikamente und Grundnahrungsmittel einkaufen zu können.

Flüchtlinge laufen im Sonnenschatten, Cucuta, 05.03.2019
Die Einwohner Venezuelas eilen über die Grenze nach Kolumbien, um dort einzukaufen.
Quelle: dpa

"Allein heute kauften etwa 37.000 Venezolaner Grundnahrungsmittel ein und kehrten dann nach Venezuela zurück", sagte der Direktor der kolumbianischen Migrationsbehörde Christian Krüger Sarmiento am Samstagabend laut Radio Caracol. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hatte die Grenze zu Kolumbien am 22. Februar schließen lassen. Die Opposition hatte damals versucht, Hilfsgüter in das Krisenland zu bringen. Maduro sah darin einen Vorwand für eine militärische Intervention.

Krüger Sarmiento begrüßte die Grenzöffnung, forderte die venezolanische Regierung aber auf, die Blockaden aus Containern von den Grenzbrücken zu entfernen. Unklar blieb auch, ob Maduro die Grenze nur temporär offen lässt.

Lange Schlangen vor der Grenzbrücke

Nach Bekanntwerden der Öffnung der Grenze bildeten sich laut TV-Berichten lange Schlangen vor der Grenzbrücke "Simón Bolivar" nahe der kolumbianischen Stadt Cúcuta. Auf kolumbianischer Seite deckten sich die Menschen vor allem mit Medikamenten und Lebensmitteln ein. Vor der Schließung der Grenze nach Kolumbien passierten täglich etwa 30.000 Menschen die Grenzbrücke nach Cúcuta. Davon blieben etwa 12.000 Menschen laut Migrationsbehörde in Kolumbien.

Nach Schließung der Grenzübergänge durch Maduro gelangten täglich Tausende Venezolaner auf illegalen Wegen nach Kolumbien. Diese Grenzwege wurden auf venezolanischer Seite größtenteils von Paramilitärs kontrolliert, die eine "Gebühr" verlangten.

Wirtschaftskrise: Millionen fliehen aus Venezuela

Wegen der schweren Wirtschaftskrise sind bislang rund vier Millionen Venezolaner aus ihrem Heimatland geflüchtet. Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks UNHCR wird die Zahl der Flüchtlinge bis Ende 2019 auf 5,3 Millionen anwachsen. Hauptaufnahmeland ist Kolumbien gefolgt von Peru.

In Venezuela tobt seit Monaten ein Machtkampf zwischen Maduro und der Opposition. Parlamentspräsident Juan Guaidó hatte sich am 23. Januar 2019 zum Übergangsstaatschef ausgerufen. Inzwischen haben ihn mehr als 50 Länder als legitimen Interimsstaatschef anerkannt.

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