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Flucht nach Kolumbien - Ex-Generalstaatsanwältin aus Venezuela geflohen

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Die frühere Generalstaatsanwältin Venezuelas hat das Land verlassen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Germán Ferrer floh Regierungskritikerin Luisa Ortega Díaz nach Kolumbien - unmittelbar nachdem der Oberste Gerichtshof des Landes die Verhaftung Ferrers angeordnet hatte.

Venezuelas Ex-Generalstaatsanwältin Ortega und ihr Ehemann sind nach Kolumbien geflohen. Zuvor war die Verhaftung ihres Ehemannes vom Obersten Gerichtshof angeordnet worden.

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Das Paar reiste an Bord eines Privatflugzeuges von Aruba kommend an und landete in Bogotá. Die Juristin habe den Migrationsprozess abgeschlossen, teilten die kolumbianischen Behörden am Freitagabend mit.

Der Oberste Gerichtshof von Venezuela hatte am Donnerstag die Verhaftung des Ehemannes von Ortega, Germán Ferrer, angeordnet. Ihm wird vorgeworfen, einen Erpresserring mit sechs Millionen Dollar geleitet zu haben. Teil der Gruppe sollen laut dem neuen Generalstaatsanwalt in Venezuela korrupte Staatsanwälte unter Ortegas Aufsicht gewesen sein. Der Ring soll Angeklagte und Geschäftsmänner aus der staatlichen Ölindustrie gegen Geld vor Strafverfolgung geschützt haben.

Ferrer: Vorwürfe politisch motiviert

Ferrer hatte die Vorwürfe als politisch motiviert zurückgewiesen. Er und Ortega galten lange als Verbündete der sozialistischen Regierung, doch jüngst brachen sie mit Präsident Nicolás Maduro, als dieser die Neuschreibung der Verfassung ankündigte. Bereits im Juni hatten die venezolanischen Behörden der Generalstaatsanwältin untersagt, das Land zu verlassen. Auch ihre Bankkonten wurden eingefroren, nachdem ein loyal zu der Regierung stehender Politiker sie beschuldigt hatte, als Oppositionsführerin zu arbeiten - sie solle auf eine "psychische Unzurechnungsfähigkeit" geprüft werden.

Seit mehreren Tagen war der Aufenthaltsort des Paares unbekannt. Online war Ortega am Freitag zu sehen, als sie zu lateinamerikanischen Staatsanwälten auf einer Konferenz in Mexiko sprach. Sie sagte ihren Kollegen, Maduro habe sie aus dem Amt getrieben, weil sie seine mutmaßlichen Verbindungen zu Schmiergeldern in Höhe von 100 Millionen Dollar von der brasilianischen Baufirma Odebrecht untersucht habe.

Parlament entmachtet

Am Freitag entmachtete die regierungstreue Verfassungsgebende Versammlung indes den Kongress. Sie werde die Befugnisse des von der Opposition kontrollierten Parlaments übernehmen, teilte das Gremium mit. Direkt nach ihrer Konstituierung vor zwei Wochen hatte die Verfassungsversammlung bereits Ortega ihres Amtes enthoben. Kritiker werfen dem Gremium vor, Maduro mehr und mehr Macht zu gewähren. Dies sei undemokratisch und steuere das Land in Richtung Diktatur.

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